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Aichach
16.03.2020

Wahl 2020: Klaus Habermann bleibt Aichachs Bürgermeister

Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann (rechts) ist mit knapp 63 Prozent im Amt bestätigt worden. Gegenkandidat Josef Dußmann (links) von der CSU gratulierte dem Sozialdemokraten im Landratsamt.
Foto: Erich Echter

Der Sozialdemokrat wird mit knapp 63 Prozent wiedergewählt. Er tritt im Mai seine fünfte Amtszeit an. Josef Dußmann, der Kandidat der CSU, ist dennoch zufrieden.

Der Aichacher Bürgermeister heißt weiterhin Klaus Habermann. Mit knapp 63 Prozent wurde er wiedergewählt. Der 66-Jährige geht damit am 1. Mai in seine fünfte Amtszeit. Bis das Ergebnis feststand, dauerte es eine ganze Weile. Während die meisten Stimmbezirke bereits um 19 Uhr ihre Ergebnisse gemeldet hatten, lag das aus dem letzten der acht Briefwahlbezirke erst gegen 20.20 Uhr vor. Das dürfte an der hohen Zahl an Briefwählern gelegen haben. Weil die „Wahlparty“ im Aichacher Sitzungssaal wegen des Coronavirus am Freitag kurzfristig abgesagt wurde, verfolgten sowohl Habermann als auch sein Gegenkandidat Josef Dußmann von der CSU den Eingang der Ergebnisse im Landratsamt. Dußmann, der bisher nicht im Stadtrat sitzt, war trotz der Niederlage mit seinem Ergebnis sehr zufrieden.

Besonders gut hat Habermann in Oberbernbach und in Sulzbach abgeschnitten. In Gallenbach und Oberschneitbach dagegen hatte Dußmann sogar die Nase vorn. Weil der CSU-Kandidat gegen den beliebten Amtsinhaber nicht mit einem Sieg im ersten Anlauf gerechnet hat, hat er die Wahl relativ entspannt erlebt. „Ich hatte nichts zu verlieren“, sagt er am Abend. Der 38-Jährige hatte auf ein Ergebnis zwischen 25 und 30 Prozent gehofft – und 37, 4 Prozent bekommen. „Darauf kann man aufbauen“, findet der Lehrer, der von der CSU als Kandidat der Zukunft präsentiert worden ist.

Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann verliert an Stimmen

Habermanns Ergebnis ist im Vergleich zu 2014 deutlich gesunken. Damals wurde er mit 73,8 Prozent im Amt bestätigt – bei gleich zwei Gegenkandidaten. Diesmal bekam er 62,6 Prozent. Der Sozialdemokrat ist dennoch „insgesamt zufrieden“ mit dem Wahlausgang. „Ich freue mich, dass ich doch mit einem relativ deutlichen Votum in die fünfte Amtszeit gehen kann“, sagt er am Sonntagabend gegenüber unserer Redaktion. „Ich wusste, dass es diesmal schwieriger wird.“ In 24 Jahren im Amt bleibe es nicht aus, dass man dem ein oder anderen auf die Füße trete. Dazu kämen die sozialen Medien, in denen oft unsachlich Kritik geübt werde.

 

Dass er wieder antritt, hat der Sozialdemokrat bereits im Dezember 2018 bekannt gegeben. „Die Arbeit macht mir immer noch großen Spaß“, sagte er damals. Begonnen hat seine Zeit als Aichacher Bürgermeister mit einem Überraschungssieg: 1996 hat er den damaligen Amtsinhaber Heinrich Hutzler (CSU) im Duell mit 52,33 Prozent aus dem Sattel gehoben. 1990 hatte Hutzler mit 57 Prozent gegen Klaus Habermann (32 Prozent) und Renate Magoley (Freie Wählergemeinschaft, FWG) noch die Nase vorn. 2002 wurde Habermann mit 83,56 Prozent wiedergewählt. Gegenkandidat Stefan Stocker (CSU) kam auf 16,44 Prozent. 2008 gewann der Sozialdemokrat Habermann mit 76,11 Prozent gegen Franz Gutmann (CSU, 23,89 Prozent). 2014 setzte sich Habermann im ersten Wahlgang gegen Marc Sturm (damals CSU) und Lothar Bahn (FWG) durch.

Aichach: Verlierer Dußmann blickt schon voraus

Auch diesmal sah es zeitweise so aus, als sähe sich Habermann zwei Konkurrenten gegenüber. Patrick Kügle (FDP) zog seine Kandidatur allerdings wieder zurück. Die CSU zögerte lange, bevor sie sich im November 2019 entschied, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken: Josef Dußmann, seit 2015 CSU-Ortsvorsitzender in Aichach, traute sich. Der 38-Jährige selbst und die CSU schätzten seine Chancen realistisch ein. Man denke über 2020 hinaus, hieß es bei Dußmanns Vorstellung. 2020 kann Klaus Habermann aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Dußmanns Ziel gestern Abend war: „Mit einem guten Ergebnis in den Stadtrat einziehen und die nächsten sechs Jahre gut arbeiten.“

Auch Klaus Habermann denkt am Wahlabend schon wieder an die Arbeit. Spätestens am Dienstag sei die Wahl abgehakt. „Jetzt gilt es, die Probleme anzupacken, die wir bisher so nie hatten“, sagt er mit Blick auf das Coronavirus.

Das stelle auch die Stadt vor eine völlig neue Situation. Man müsse sich auf die möglichen wirtschaftlichen Folgen einstellen, so Habermann. Dazu hat er schon eine Amtsleiterrunde geplant. Habermann: „Ich gehe wieder mit Volldampf an die Arbeit, so wie ich das jetzt 24 Jahre lang getan habe.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Bürgermeister Habermann holt sich in Aichach Rekord

Lesen Sie alles zur Wahl in Aichach-Friedberg in unserem Live-Blog: Aichach-Friedberg: Alle Ergebnisse: So haben Städte und Gemeinden gewählt

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