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Aichach

23.07.2019

Aichach rettet sein Wittelsbacher Museum

Die Dauerausstellung im Wittelsbacher Museum im Unteren Tor in Aichach wird derzeit abgebaut und in dieser Form nicht wieder aufgebaut. Das Museum wird bis zur Landesausstellung renoviert und neu gestaltet. Schwerpunkt bleiben aber die Ausgrabungsfunde vom Burgplatz Oberwittelsbach.
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Die Dauerausstellung im Wittelsbacher Museum im Unteren Tor in Aichach wird derzeit abgebaut und in dieser Form nicht wieder aufgebaut. Das Museum wird bis zur Landesausstellung renoviert und neu gestaltet. Schwerpunkt bleiben aber die Ausgrabungsfunde vom Burgplatz Oberwittelsbach.
Bild: Christian Kirstges

Die Stadt übernimmt die Trägerschaft für das Museum. Damit sollen archäologische Funde gehalten und ein rascher Umbau bis zur Landesausstellung möglich werden.

Ginge es nach dem Bayerischen Rechnungshof, müsste das Wittelsbacher Museum in Aichach geschlossen werden. Rund 2500 Besucher im Jahr reichen nach Ansicht der Behörde nicht aus, um wirtschaftlich zu sein. Zumindest nicht für die Archäologische Staatssammlung München, deren Zweigstelle das Wittelsbacher Museum bis jetzt war. Doch um das archäologische Museum im Unteren Tor auf Dauer zu retten und es zügig neu gestalten zu können, hat die Stadt Aichach jetzt die Trägerschaft für die Einrichtung übernommen.

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Somit ist das Wittelsbacher Museum nun eine Zweigstelle des Aichacher Stadtmuseums. Zur offiziellen Übergabe kamen der Leitende Sammlungsdirektor der Archäologischen Staatssammlung, Rupert Gebhard, und der für die Außenstellen zuständige Mathias Will nach Aichach. Bei einer kleinen Feierstunde im Bürgermeisterzimmer von Klaus Habermann trafen sie auf den langjährigen ehrenamtlichen Leiter des Museums, Robert Hurler, und dessen Gattin Catherine sowie auf Theresia Sulzer, die das Museum ab 2014 ehrenamtlich leitete.

Wenig Geld für Renovierungen

Gebhard betonte, dass er und seine Kollegen in den vergangenen 30 Jahren in Aichach stets auf „liebenswürdige und nette Partner getroffen seien“. Er zeigte großes Verständnis dafür, dass die Stadt das Museum jetzt selbst übernimmt. „Wo regionale Archäologie gefördert wird, da ist jedes Mittel recht“, so Gebhard. Wäre das Museum Teil der Staatssammlung geblieben, hätte sich die Renovierung und Neugestaltung aufgrund knapper Kassen vermutlich fünf bis neun Jahre hingezogen.

Aichach rettet sein Wittelsbacher Museum

Da hat die Stadt Aichach ein weitaus ehrgeizigeres Ziel. Wie berichtet, ist das Museum seit Sonntag geschlossen. Bis zum Start der Landesausstellung im April 2020 soll es renoviert und neu gestaltet werden. Laut Christoph Lang, Leiter des Aichacher Stadtmuseums, soll dabei auf eine sinnvolle Mischung aus klassischer und virtueller Darstellung gesetzt werden. Interaktive Elemente sollen das Museum zwar modernisieren, sie sollen aber nicht überhand nehmen. Einige Ideen ließen sich nach Langs Angaben allein schon aufgrund der drängenden Zeit nicht umsetzen.

Geldgeber bringen eigene Ideen ein

Lang schilderte, dass die Stadt bei der Neugestaltung auf Fördergelder, vor allem aus dem Leader-Projekt der Europäischen Union und von der Landesstelle für die nicht staatlichen Museum angewiesen sei. Diese brächten eigene Ideen vor, die umgesetzt werden müssten. So sind für den vierten Stock des Unteren Tores virtuelle Rekonstruktionen geplant, die per Computeranimation an die Wand geworfen werden. Schaut der Besucher beispielsweise Richtung Burg Oberwittelsbach aus dem Fenster, so soll er daneben sehen, wie der Burgplatz früher ausgeschaut haben könnte.

Schwerpunkt der Ausstellung bleiben im zweiten und dritten Stock die Burg Oberwittelsbach und die Funde der archäologischen Grabungen aus den Jahren 1978 bis 1981. Die Burg war von 1120 bis zur Zerstörung 1209 Stammsitz des bayerischen Herzogs- und Königshauses. Daneben wird das Grubet als früh- und hochmittelalterliches Erzgrubengebiet beleuchtet. Auf Wunsch des Hauses der Bayerischen Geschichte wird passend zur Landesausstellung auch das Thema Wittelsbacher aufgenommen.

Bürgermeister würdigt tolle Museumsleiter

Habermann würdigte bei der Übergabe auch das große Engagement von Robert Hurler, der von 1989 bis 2013 mit „unwahrscheinlich viel Herzblut“ tolle Führungen, Sonderausstellungen und Angebote für Schüler organisiert habe. Auch seine Nachfolgerin Theresia Sulzer, die die Leitung jetzt abgibt, habe das Museum glänzend geführt.

Hurler betonte, dass ein Erfolgsgeheimnis des Wittelsbacher Museums – neben dem unvergleichbaren Blick auf die Stadt von oben – der freie Eintritt gewesen sei. Da sei auch ein kurzes Vorbeischauen möglich gewesen. Ob der Eintritt frei bleibt, ist laut Lang noch nicht entschieden. Während der Landesausstellung kostet der Besuch aber wohl etwas.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Das Wittelsbacher Museum braucht Mut

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