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17.01.2015

Aichach wirbt für seine Wittelsbacher

An der Burgkirche in Oberwittelsbach nagt der Zahn der Zeit, die Renovierung läuft.
Bild: Erich Echter

Zahlreiche Zuhörer haben bisher die Vorträge über die Herrscherdynastie verfolgt. In diesem Jahr stehen weitere auf dem Programm und eine Sonderausstellung.

Geschichtsvorträge sind nicht unbedingt dafür bekannt, dass sie Zuhörer in Scharen anziehen. Die Beiträge zum Wittelsbacher Jahr haben jedoch bisher mehr Besucher verfolgt, als erwartet. Stadtarchivar Christoph Lang ist „positiv überrascht“, wie er sagt. Als der Historiker Wilhelm Liebhart im Oktober über „ Aichach und die Wittelsbacher im Mittelalter“ referierte, kamen mehr als 100 Besucher ins Stadtmuseum. Es standen fast nicht genügend Stühle zur Verfügung. Lang ist daher froh, dass der nächste Vortrag im Kreisgut stattfindet. „Da haben wir mehr Platz“. Der Stadtarchivar kennt sich zwar gut mit der Geschichte der Wittelsbacher aus, konnte aber selbst neue Erkenntnisse gewinnen. Ganz hat er die Vorträge aber nie verfolgt. Als Organisator war er oft mit anderen Dingen beschäftigt, zum Beispiel Platz für die zahlreichen Besucher zu schaffen.

Wie bereits berichtet, will die Stadt mit dem Wittelsbacher Jahr aufzeigen, wie eng die Verbindung des Herrschaftsgeschlechtes zu Aichach ist. Schließlich geht die Dynastie auf die Grafen von Scheyern zurück. Die verlegten um 1115 ihren Stammsitz auf die Burg Wittelsbach und übernahmen damit auch einen neuen Namen.

Internetauftritt und Broschüre

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Seit dem vergangenen Jahr erinnert die Stadt Aichach an das Ereignis mit Veranstaltungen und historischen Vorträgen. Zudem hat sie eine Broschüre herausgeben und einen Internetauftritt erstellen lassen.

Stadtarchivar Lang sagt: „Das Thema läuft.“ Er habe viele Anfragen von Vereinen und Schulen. Vor kurzem sei das gesamte Lehrerkollegium der Grundschule Griesbeckerzell-Obergriesbach bei einer Führung im Stadtmuseum gewesen. Die Broschüre sei ebenfalls gefragt. Zudem kommt der Internauftritt laut Lang gut an, auch bei den Referenten. „Eine für das Thema schöne und angemessene Seite“, habe der Historiker Christof Paulus gesagt.

Im Internet wirbt die Stadt auch darum, dass Schüler an einem Wettbewerb teilnehmen. Über das Schuljahr 2014/15 verteilt werden acht Aufgaben freigeschaltet, die die Wittelsbacher und ihre Spuren in der Region zum Inhalt haben.

20 Klassen sind bereits dabei

20 Klassen aus dem nördlichen Landkreis sind bereits dabei. Der Stadtarchivar freut sich, dass die Kinder zur Lösung der Aufgaben im Laufe des Jahres auch die Sonderausstellung besuchen. Sie wird ab Mai in drei Museen präsentiert. Archäologische Fundstücke im Wittelsbacher Museum illustrieren die Geschichte der Burg Wittelsbach bis zu ihrer Schleifung 1209. Das Stadtmuseum Aichach zeigt die Beziehung der Wittelsbacher zu Aichach vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Der Ausstellungsteil im Sisi-Schloss stellt neben Sisi und ihrer Familie die bayerischen Herrscher von 1806 bis 1918 in den Mittelpunkt.

Lang arbeitet zurzeit daran, noch ein paar besondere Attraktionen zu bieten. Im Stadtmuseum sollen die Besucher die Ausstellung mit einem neuen Audioguide erleben. Zudem stellt das Historische Museum der Pfalz in Speyer wohl eine 3D-Animation der Burg Wittelsbach zur Verfügung. Die Rekonstruktion ist ein Versuch nachzuvollziehen, wie der Stammsitz ausgesehen hat. Im vergangen Jahr standen nicht nur Vorträge auf dem Programm. Der Startschuss fiel im Mai mit der 35. Sternwallfahrt zur Burgkirche. Im September traten dann 13 Aichacher Schützenvereine beim historischen Scheibenschießen im Schlosspark von Unterwittelsbach an. Dort hatte Herzog Max in Bayern, ebenfalls aus dem Geschlecht der Wittelsbacher, vor 175 Jahren einen ähnlichen Wettkampf austragen lassen.

In der kommenden Woche wird das Programm fortgesetzt. Der Archäologie Martin Straßburger referiert im Kreisgut über den Stammsitz. Lang sagt: „Seit vielen Jahren gab es in Aichach keinen so umfassenden Vortrag mehr zur Burg Wittelsbach.“ Besonders freut sich der Stadtarchivar auf die Ausführungen zum Thema „Bayerns Erhebung zum Königreich“ von Professor Ferdinand Kramer im März. „Er ist einer der bedeutendsten bayerischen Landeshistoriker. Ein hochgebildeter Kenner der Geschichte“, sagt der Stadtarchivar.

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