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Aichach

15.09.2019

Aichacher Kunstpreis wird zweigeteilt

Genau hinsehen muss man bei der Fotografie von Kunstpreisträger Thomas Bergner, um feine Farbakzente zu erkennen.
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Genau hinsehen muss man bei der Fotografie von Kunstpreisträger Thomas Bergner, um feine Farbakzente zu erkennen.
Bild: Gerlinde Drexler

Mit Christine Metz und Thomas Bergner gibt es zwei Preisträger. Sie teilen sich das auf 3000 Euro erhöhte Preisgeld. Ihre Arbeiten haben etwas gemeinsam

Zwei Preisträger gibt es heuer beim Aichacher Kunstpreis, und einer von ihnen kommt aus dem Wittelsbacher Land. Christine Metz aus Ried im Landkreissüden teilt sich den Kunstpreis mit dem Nürnberger Fotografen Thomas Bergner. Beide bekommen je die Hälfte von den 3000 Euro, mit denen der von Sparkasse und Stadt ausgelobte Kunstpreis dotiert ist.

Ihre Entscheidung gab die Jury am Sonntag bei der Eröffnung der Ausstellung zum Kunstpreis im San-Depot in Aichach bekannt. Das Kuriose: Bergners Fotografie ähnelt einer Zeichnung, die Bleistiftzeichnung von Metz wirkt wie eine Fotografie.

Kunst sei wichtiger denn je, sagte Bürgermeister Klaus Habermann. Gerade „in diesen verrückten Zeiten, wo Populismus und verquere dumpfe nationalistische Volkstümelei wieder zu erstarken scheinen“. Kunst könne demaskieren, Licht im Dunkeln sein, Brücken bauen und stehe für Toleranz und Weltoffenheit.

Aichacher Kunstpreis wird zweigeteilt

Die Auswahl unter 47 Arbeiten fiel schwer

Entsprechend offen ging die Jury auch an die Bewertung der Arbeiten heran. Habermann betonte: „Uns ging es ausschließlich um die Arbeiten. Und da war die Auswahl unter den heute ausgestellten 47 Arbeiten schon schwer genug.“

Bei der Auswahl der Preisträger sei die Quote erreicht worden, meinte der Bürgermeister mit einem Schmunzeln. Damit habe man zumindest in Aichach der Kritik, dass Frauen im Kunstbetrieb unterrepräsentiert seien, abhelfen können. Die Jury habe lange getagt. Bei der insgesamt hohen Qualität der Arbeiten sei es nicht einfach gewesen.

Bergners Fotografie erschließt sich nicht auf den ersten Blick

Bergners Fotografie beeindruckte die Jury, weil sie sich auf den ersten Blick nicht erschließt. Der Betrachter betritt einen dunklen Raum. Während er die ersten zarten Aspekte erkennt, kommt das Auge zur Ruhe, und es setzt das ein, was der Titel der Arbeit ist:„idyll (pause)“.

In der Begründung der Jury heißt es: „Die Arbeit wirkt erst wie eine feine Zeichnung, dann wie eine farbige Malerei in schier romantischer Anmutung.“ Bergners Arbeit überfalle den Betrachter nicht mit Effekten und Affekten, sondern lade ein zum Betrachten. „Sie ist gewissermaßen ein Gegenentwurf zu allem Plakativen und Schnellen.“

Metz' Bleistiftzeichnung lenkt den Blick auf den Boden

Wie eine Fotografie wirkt die feine Bleistiftzeichnung von Metz. Sie lenkt den Blick des Betrachters auf den Boden, das Land, lateinisch „terra“. Es ist aber das „Terrain“, wie der Titel der Arbeit heißt, das Gelände also, mit dem sich Metz befasste. Sie zeigt mit ihrer Arbeit, was die Menschen aus dem Boden gemacht haben. Es geht um die Oberfläche, die geschundene Erde.

Die Jury schreibt in ihrer Begründung: „Die Herausnahme aus einem Kontext, die einfache, schlichte und doch intensive künstlerische Befassung, deren außerordentliche zeichnerische Qualität spricht für die ebenfalls sehr zeitgemäße Arbeit.“

Der Aichacher Kunstpreis ist verliehen worden. In Aichach ist dazu im San-Depot eine Ausstellung zu sehen.
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Aichacher Kunstpreis
Bild: Gerlinde Drexler

Bergner machte eine Ausbildung zum Fotografen und studierte dann an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Seit 2016 ist er dort Dozent für Fotografie. Seit 2011 ist er mit seinen Arbeiten auf Ausstellungen vertreten. Metz studierte an der Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg Malerei, Zeichnung und Fotografie. Seit 2005 ist sie freischaffende Künstlerin. Sie stellte unter anderem bei der Großen Schwäbischen Kunstausstellung in Augsburg aus.

Die Ausstellung zum Kunstpreis läuft bis 20. Oktober und ist jeweils samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr geöffnet sowie anlässlich der Aichacher Museumsnacht am Samstag, 12. Oktober, zusätzlich von 20 bis 24 Uhr. Während der Öffnungszeiten können auch die Besucher ihren Favoriten küren. Der mit 300 Euro bewertete Publikumspreis wird während der Abschlussveranstaltung um 17 Uhr vergeben. Der Eintritt ist frei.


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16.09.2019

Offenbar war der Regionalproporz der Jury so wichtig, dass es zu dieser Doppel-Entscheidung kam. Das zeigt wieder einmal, dass faire Entscheidungen von einer Jury nicht zu erwarten sind, sonst hätte zum Beispiel Petra Krischke gewinnen müssen.

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