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Kommunalwahl

10.11.2019

Aichacher SPD schickt wieder Klaus Habermann ins Rennen

Bürgermeister Klaus Habermann ist der Bürgermeisterkandidat der SPD - zum fünften Mal. Er präsentiert mit dem Ortsvorsitzenden Walter Jöckel das Geschenk, das er zur Nominierung erhalten hat: ein Plakat mit ihm ("Haber-Man") in Superman-Pose auf dem Aichacher Rathaus.
Foto: Claudia Bammer

Plus Mit 100 Prozent der Stimmen küren die Aichacher Sozialdemokraten „Haber-Man“  zu ihrem Bürgermeisterkandidaten – zum fünften Mal. Warum er noch einmal antritt.

Klaus Habermann ist erwartungsgemäß der Bürgermeisterkandidat der Aichacher SPD. Mit 100 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde er am Freitagabend im Gasthof Wagner im Stadtteil Untergriesbach nominiert. Ortsvorsitzender Walter Jöckel brachte die Stimmung auf den Punkt und sagte, angelehnt an den Spruch „Never change a winning team (Verändere kein erfolgreiches Team)“: „Never change a winning Bürgermeistermeister!“

Das wollten auch die Mitglieder nicht. Die 28 Wahlberechtigten unter den zahlreichen SPD-Mitgliedern aus dem ganzen Umkreis wählten Habermann einstimmig zu ihrem Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020.

Plakat zeigt "Haber-Man" auf dem Rathaus

Ein solches Ergebnis würde er sich bei der Wahl auch wünschen, scherzte Habermann, bevor er erklärte: „Ich nehme die Wahl an.“

Wie ihn sein Ortsverein sieht, zeigte deutlich das von Daniel Hauke gestaltete Plakat, das Habermann nach seiner Nominierung erhielt: Es zeigt „Haber-Man“ in Superman-Pose auf dem Aichacher Rathaus. Habermann sagte, das Bürgermeisteramt sei ein ungemein fordernder, aber auch erfüllender Beruf („Ich sage ganz bewusst nicht ,Job‘“), den er nach fast 24 Jahren immer noch mit viel Freude, Antrieb und Erfüllung ausübe. „Sonst stünde ich heute nicht hier.“

Der Bürgermeister blickte auf die fast 24 Jahre zurück, in denen er die Geschicke der Stadt leitet: Milchwerk, Feuerwehrhaus, Hochwasserschutz, Tandlmarkt und Obere Vorstadt, Bahnhof und Bahnübergang, interkommunales Gewerbegebiet, Sparkassenfusion, Kindertagesstätten und Haus der Senioren sowie das kulturelle und gesellschaftliche Leben bis hin zur Landesausstellung 2020 („Eine Riesenchance für Aichach“) zählte er auf. Auch die 16 Ortsteile seien Schmuckstücke. Das alles zeige, wie sich Stadt und Ortsteile im positiven Sinne entwickelt haben.

Kritik: In sozialen Netzwerken interessieren Hintergründe oft nicht

Beim Wohnungsbau gelte es, die Nachfrage zu befriedigen, ohne die Stadt explodieren zu lassen. Die Lösung könne nicht sein, alles zuzulassen, wofür es Nachfrage gibt. „Die große Kunst ist es, unsere Stadt Aichach so zu entwickeln, dass sie den modernen Ansprüchen eines prosperierenden Mittelzentrums gerecht wird, ohne dabei ihre Seele preiszugeben“, sagte er.

Kritisch erwähnte Habermann im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken wie Facebook, dass Zusammenhänge und Hintergründe von Entscheidungen oft gar nicht mehr zu interessieren scheinen, aber Politik – Kommunalpolitik im Besonderen – sei nun mal komplex.

Warum er noch einmal antritt, begründete Habermann so: „Natürlich hätte ich sagen können, vier Perioden sind doch genug. Warum nochmals einen Wahlkampf bestreiten mit allen Risiken, die der natürlich immer in sich birgt?“ Er sagt: „Jetzt haben wir so viel vorangebracht, haben gemeinsam Entwicklungen angestoßen und Spuren hinterlassen, das kann doch nicht umsonst gewesen sein.“ Ihm sei bewusst, dass auch in sechs Jahren nicht alles fertig sei, sagte er. „Aber noch sind die Pflänzchen jung und klein und damit anfällig.“

Neue Herausforderungen stehen bervor

Dazu gebe es neue Herausforderungen wie den Spagat zwischen Wohnungsnot und Flächenversiegelung, den öffentlichen Nahverkehr, den demografischen Wandel, die Stadtentwicklung und den Klimawandel, auf den man auch auf kommunaler Ebene reagieren müsse. „Vielleicht werden gerade die kommenden sechs Jahre ganz besondere Jahre der Herausforderung“, sagte Habermann. „Vieles deutet darauf hin.“ Er ließ keinen Zweifel: Er will weiter anpacken, weiter anschieben.

Dass er „ein Antreiber und Macher“ sei, bescheinigte ihm Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr. Bahnunterführung, Grünzug an der Paar, Tandlmarkt: „Aichach hat sich zum Positiven verändert“, sagte sie. Das sei auf Habermann zurückzuführen. „Du bist noch nicht fertig, denn es gibt noch große Aufgaben“, gab sie ihm mit auf den Weg. Beim Thema Krankenhaus sagte sie ihre Unterstützung zu.

Jöckel nennt die Nominierung historisch

Walter Jöckel nannte die Nominierung Habermanns in mehrfacher Hinsicht historisch. Die SPD begeht heuer das Jubiläum „100 Jahre Ortsverein“ und sie nominierte zum fünften Mal in Folge denselben Kandidaten. Dieser habe seit 1996 immer wieder bewiesen, „dass er es einfach kann“.

Falls Habermann wiedergewählt wird, wird er der am längsten amtierende Bürgermeister der jüngeren Aichacher Geschichte sein. Jöckel machte kein Hehl daraus, dass dem Ortsverein durch Habermanns Bereitschaft, noch einmal anzutreten, eine wohl langwierige Suche nach einem geeigneten Nachfolger erspart geblieben ist: „Wer möchte alleine schon als Kandidat in diese Fußstapfen treten?“

Was ein Bürgermeister braucht, brachte Habermann auf den Punkt: „Man muss diesen Beruf mögen, man muss Menschen mögen, ein dickes Fell haben und man muss bereit sein, auf so manche Annehmlichkeit zu verzichten, die man in einem ,normalen Beruf‘mit Acht-Stunden-Tag und 30 Urlaubstagen im Jahr hätte.“

Stimmig umrahmt wurde der Abend von „Voice Beinand“, das krankheitsbedingt vom Acoustic-Trio zum -Duo – Uli Mill und Tina Lechner – geschrumpft war. Außerdem wurden langjährige Mitglieder ausgezeichnet (eigener Bericht folgt). Die Stadtratskandidaten werden am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr, im Gasthof Wagner nominiert.

Klaus Habermann

  • Zur Person Klaus Habermann ist in Aichach geboren und aufgewachsen. Seine Eltern stammen aus Troppau im Sudetenland. Er ist 66 Jahre alt.
  • Familie Habermann ist verheiratet und hat mit seiner Frau Heidi zwei erwachsene Kinder: eine Tochter und einen Sohn.
  • Beruf Er ist gelernter Bankkaufmann.
  • Politischer Werdegang Zur Politik kam Habermann über die Gewerkschaftsbewegung. Er war Betriebsrat und Vorsitzender des DGB-Ortskartells. Über die Jungsozialisten (Juso) kam er zur SPD.
  • Politische Ämter 1984 wurde Klaus Habermann erstmals in den Stadtrat gewählt, 1990 zum zweiten Mal. Seit 1996 ist er Erster Bürgermeister in Aichach, jetzt in seiner vierten Amtszeit. Ebenfalls seit 1996 ist er Kreisrat. (cli, bac)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Aichacher SPD im Glück


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