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Kommunalpolitik

28.11.2017

Aichacher SPD setzt auf Beständigkeit

Der neue Vorstand der Aichacher SPD: (von links) Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr, Bernd Bante (UB-Vorsitzender), Siegbert Schulz, Kristina Kolb-Djoka, Ursula Schindler, Karsten Lentge und Walter Jöckel.
Bild: Wolfgang Holzhauser

Ortsverein bestätigt bei Hauptversammlung Vorstand im Amt. Klare Forderungen für Große Koalition.

Um auf die Herausforderungen der kommenden Jahre vorbereitet zu sein, setzt die Aichacher SPD auf Konstanz. Bei der Jahreshauptversammlung bestätigten im Gasthof Wagner, die Sozialdemokraten ihren Vorstand nahezu vollständig, heißt es in einer Pressemitteilung. Vorsitzender Walter Jöckel erhielt mit 27 von 27 Stimmen eine Bestätigung für seine Arbeit und wird die Partei nun auch in die kommenden Landtags- und Europawahlen führen. Auch seine Stellvertreter wurden nahezu einstimmig wiedergewählt. Für Katharina Onken übernimmt Kristina Kolb-Djoka die Aufgaben als Stellvertreterin. Ziel sei es jetzt, so Jöckel, Weichen zu stellen, klare Kante gegen rechts zu zeigen und die gute Stimmung innerhalb der Aichacher SPD zu erhalten. Die große Lust an Politik und den Wunsch positive Veränderungen herbeizuführen, lobte während der Versammlung auch Herbert Woerlein. Der Landtagsabgeordnete aus Stadtbergen war im September für die SPD in Aichach-Friedberg und Augsburg-Land als Kandidat für den Bundestag angetreten. Am Ende wurde er aber das Opfer des „Genossen Trend“, wie Walter Jöckel sagte. Er dankte Woerlein für einen starken Wahlkampf, welcher in Aichach kräftezehrend, aber auch spannend gewesen sei.

Am Ende gelang den Sozialdemokraten in Aichach nur der dritte Platz, hinter CSU und AfD. Vor allem die rechten Ränder seien durch eine anhaltende Große Koalition gewachsen, analysierte der als Stellvertreter bestätigte Karsten Lentge während der Veranstaltung. „Für eine weitere Große Koalition gibt es einfach keinen Wählerauftrag.“ Die stärkste Partei sei die Union, so Lentge. Diese haben nun auch zu regieren, egal ob sie eine verlässliche Mehrheit finde oder nicht. „Nur weil eine Minderheitsregierung unbequem ist, lassen wir uns jetzt nicht den schwarzen Peter zuschieben.“

Diese Ansicht teilte Simone Strohmayr, die eine Woche zuvor von Delegierten aus dem Landkreis Aichach-Friedberg zur Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten für den Landtagswahlkampf gewählt worden war. „Man muss Gespräche führen, das gebietet der Respekt vor dem Bundespräsidenten und der Demokratie. Vor den Karren müssen wir uns aber nicht wieder spannen lassen.“ Für die Landtagsabgeordnete gebe es klare Forderungen, die die SPD in einer Neuauflage der Großen Koalition durchsetzen müsste: Entlastungen für mittlere und niedrige Einkommen, mehr Geld für Wohnraum und ein gerechtes Gesundheits- und Versicherungssystem.

Den Bogen zurück nach Aichach schlug Bürgermeister Klaus Habermann, der vor allem im Hinblick auf die Landesausstellung 2020 in Aichach und Friedberg von spannenden Aufgaben sprach. Hier seien politische Kraftakte in den kommenden Jahren nötig. „In der Bahnhofsstraße wollten wir mit einem städtebaulichen Wettbewerb neue Impulse und kreative Ideen für eine moderne Heimat finden. Dieser Vorschlag wurde jedoch im Stadtrat von anderen Gruppen abgelehnt“, sagte der Bürgermeister. Ähnlich sehe es in der Unteren Vorstadt aus, welche neue Ideen dringend nötig hätte, berichtete Habermann.

Dennoch könne die SPD und ihre Fraktion im Stadtrat in diesem Jahr auf vieles sehr stolz sein, betonte Habermann. So wurde zum Beispiel die Bahnunterführung bei Oberbernbach fertiggestellt, der Ausbau der B300 gehe gut voran und im interkommunalen Gewerbepark Acht300 entstünden Hunderte Arbeitsplätze. Zudem habe die Stadt Schulden abbauen können und mit dem Grünzug Paar die Kreisstadt lebenswerter gemacht. Das alles sei ein Erfolg der Sozialdemokratie in Aichach. Für den Bürgermeister ist daher auch der Arbeitsauftrag an den neuen Vorstand klar: Weiter so. (AN)

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