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Mode

15.09.2020

Aichacher Unternehmer gründet Modelabel „INRI“

Das erste T-Shirt der INRI-Kollektion hat auf der Rückseite ein Bild des Turiner Grabtuchs abgebildet.
Bild: Siegfried Kerpf

Plus Werner Lustig hat sich die europäischen Markenrechte für das Wort INRI schützen lassen. Jetzt macht er aus dem christlichen Begriff eine T-Shirt-Kollektion.

Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum, kurz INRI, heißt übersetzt „Jesus von Nazareth, König der Juden“. Die Buchstabenfolge soll laut Bibel auf dem Kreuz Jesu Christi gestanden haben und ist auf Kruzifixen weltweit eingraviert. Jetzt steht INRI im Zentrum einer T-Shirt-Kollektion aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. Der Aichacher Geschäftsmann Werner Lustig hat sich die europäischen Markenrechte für die Kreuzinschrift gesichert.

Die Idee sei ihm gekommen, erzählt Lustig, während er ein Wegkreuz betrachtet habe. Da INRI in Deutschland noch nicht geschützt war, sicherte Lustig sich das Markenrecht an der Kreuzinschrift. „Das wurde erst bewilligt, aber dann widerrufen“, erzählt Lustig. Denn im ersten Moment habe er auch das Markenrecht für Schmuck erhalten. Dadurch hätten allerdings keine Kruzifixe mit der Bezeichnung INRI von jemand anderem als ihm in Deutschland verkauft werden dürfen. Stattdessen bekam er die EU-Rechte für Getränke, Kosmetika, Lederwaren und Textil. Von Letzterem will er jetzt Gebrauch machen.

Fotoshooting vor dem Sisi-Schloss

Der Unternehmer, der auch im Immobiliengeschäft arbeitet, sagt, er tue das aus seinem Glauben heraus. „Aber es ist auch Fashion für Jedermann, nicht nur für den, der glaubt“, so Lustig. Die ersten T-Shirts seiner frisch gegründeten INRI-GmbH stellte er am Montag auf einem Fotoshooting vor. Als Kulisse hatte er keine Kirche ausgesucht, sondern das Sisi-Schloss im Aichacher Stadtteil Unterwittelsbach, das diesen Namen trägt, weil in ihm die spätere Kaiserin von Österreich einen Teil ihrer Kindheit verbracht haben soll. In INRI-Shirt und weißer Hose gekleidet lief Lustig vor dem Schloss auf und ab, gab noch letzte Anweisungen und stellte sich Pressefragen. Bei der Organisation halfen ihm seine Frau und zwei seiner Kinder.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lustig sich eine lateinische Buchstabenkombination schützen lässt. SPQR, kurz für Senatus Populusque Romanus, steht in Rom auf wichtigen Gebäuden und Tafelinschriften. Von dem Film Gladiator inspiriert hatte Lustig sich bereits vor Jahren die europäischen Markenrechte für SPQR gesichert.

INRI-Shirt soll noch diesen Herbst kommen

Nun also INRI. Bisher gibt es nur eine T-Shirt-Variante, es soll aber eine ganze INRI-Kollektion mit verschiedenen Motiven werden. Die Markteinführung seiner T-Shirts ist für Mitte, Ende Oktober geplant. Wenn man die Worte INRI und T-Shirt in der Internetsuche eingibt, findet man sehr viel Kleidung, auf der die Buchstabenkombination gedruckt ist. Lustig sagt, er habe vor, große Händler wie Amazon anzuschreiben und darüber zu informieren, dass die europäische Markenrechte der Kreuzinschrift bei ihm liegen. In Theorie können dann nur noch seine T-Shirts verkauft werden.

Unternehmer Werner Lustig stellt am Sisi-Schloß  das neue Modelabel "INRI" mit Jesus-Motiven vor.
Bild: Siegfried Kerpf

Miss Germany Nadine Berneis nimmt auch Fotos mit dem Shirt auf

Die neue Firma ist aus eigener Tasche finanziert. Lustig war 25 Jahre lang Vertriebsleiter bei der Augsburger Patrizia-Immobilien-AG und hat seit vier Jahren eine eigene Immobilienfirma. Mit dem Sisi-Schloss als Kulisse lichtet ein Fotograf verschiedene Frauen und Männer mit INRI-Shirts ab. Größtenteils sind es Bekannte des Unternehmers. Auch sein 16-jähriger Sohn und seine 17-jährige Tochter stehen vor der Kamera. Er hat über seinen Fotografen Luca Frühlingsdorf aber auch drei professionelle Models engagiert. Unter anderem Nadine Berneis, die Miss Germany 2019. Als Miss Germany darf sie keine Statements zu Religion oder Ähnlichem machen, als Privatperson und Model darf sie aber auch für diese Marke gebucht werden.

Wenn die T-Shirts auf dem Markt sind, können sie über die Online-Seite inri.ag bestellt werden, berichtet Lustig. „Wir wollen dann auf Messen über unsere Marke informieren“, erzählt er. Auch bei einigen wenigen Einzelhändlern könne man nach Markteinführung wahrscheinlich seine T-Shirts finden. „Das ist dann eine Art Probeballon.“ Er sei gespannt, wie seine T-Shirts bei den Menschen ankäme. Wie viel das INRI-Shirt kosten wird, kann er aber noch nicht sagen. „Es wird nicht ganz teuer, aber von hoher Qualität“, sagt Lustig. Der Stoff werde eigens für seine T-Shirts hergestellt – in einer Firma in Bangladesch, die er ausgewählt habe. „Das ist eine Firma mit eigener Fabrik, die dort auch viel Gemeinnütziges unternimmt“, so Lustig.

Unternehmer Werner Lustig: „Ein großer Teil Glaube mit dabei“

Seine T-Shirts sind weiß und haben vorne in goldener Schrift INRI eingestickt. „Jeder sollte seinen Glauben auf dem Herzen tragen“, sagt Lustig. Deswegen sei das Wort INRI mittig auf dem T-Shirt platziert, dort, wo das Herz liege. Auf der Rückseite des T-Shirts ist außerdem ein Bild des Turiner Grabtuches abgebildet, von einer Künstlerin für den Unternehmer entworfen. Weitere Motive sollen folgen. Auf der Innenseite des T-Shirt steht – ebenfalls in goldener Schrift – „Consumatum est“. Übersetzt heißt das „Es ist vollbracht“. Laut Bibel sind es Jesu letzte Worte vor seinem Tod.

„Bei allem, was ich tue, ist ein großer Teil Glaube mit dabei“, sagt Lustig. Er habe sich viele Gedanken darüber gemacht, ob er aus der Kreuzinschrift eine Kollektion machen solle, fügt er an. „Ich habe mit einigen Geistlichen gesprochen, die fanden das toll“, so Lustig. Wie jetzt aber Gläubige und Kirche darauf reagieren, könne er nicht sagen.

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