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Kirche

20.01.2020

Aichacher feiern ihren Stadtpatron

Traditionell wird ein Bildnis des Heiligen zur Sebastiankapelle an der Donauwörther Straße getragen.
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Traditionell wird ein Bildnis des Heiligen zur Sebastiankapelle an der Donauwörther Straße getragen.

Zum Sebastianstag bewegt sich eine große Zahl Kirchgänger von der Stadtpfarrkirche aus hin zur Sebastiankapelle. Besonders die Schützen sind dem Heiligen eng verbunden und schießen Salut

Der heilige Sebastian hat in der Stadtgeschichte Aichach als Stadtpatron schon immer eine besondere Rolle gespielt. Der Sebastianstag wurde auch gestern in Aichach mit einer Andacht und einer Prozession feierlich begangen.

Nach der Andacht bewegte sich eine große Schar von Kirchgängern von der Stadtpfarrkirche über den Stadtplatz mit Gebet und Gesang zur Sebastiankapelle an der Donauwörther Straße. Angeführt wurde die Prozession von den Aichacher Vereinen mit ihren Fahnen und der Aichacher Geistlichkeit, wobei Stadtpfarrer Herbert Gugler eine Reliquienmonstranz mit trug.

Die Fürbitten wurden von Stadtrat Dieter Heilgemeir und Diakon Ludwig Drexl gebetet. Gebetet wurde für die Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Bei der Geistlichkeit mit dabei war der Kühbacher Diakon Michael Gastl. In die Prozession reihten sich neben Bürgermeister Klaus Habermann auch einige Vertreter des Stadtrats ein. Die große Sebastians-prozession, wie sie momentan von der Stadtpfarrei gepflegt wird, wurde 1985 bezüglich des 750-jährigen Stadtjubiläums der Stadt Aichach wiederbelebt. Die Verbindung der Aichacher zum heiligen Sebastian währt aber schon deutlich länger. Seit 1320 wird der Heilige in der Stadt Aichach verehrt und als Stadtpatron angerufen. 1484 weihte Weihbischof Ulrich von Augsburg die Sebastiankapelle, anstelle eines Vorgängerbaues an der Stadtmauer. 1656 brach in der Stadt die Pest aus. Im März starben 33 Menschen, im April waren es schon 51 Personen. 42 Todesfälle waren dann im Mai zu beklagen.

Pfarrer Mathias Müller (Molitor) ließ die Sebastiankapelle neu erbauen, und die bereits bestehende Bruderschaft wurde durch Papst Alexander VII. neu bestätigt. Eine umfassende Renovierung war 1937 nötig. Im Zweiten Weltkrieg musste die 68 Kilogramm schwere Glocke abgeliefert werden. Kommerzienrat Robert Haselberger stiftete nach den schweren Kriegsjahren im Jahre 1947 neben anderen Aichacher Glocken, auch zwei Glocken für die Sebastiankapelle. Erneut umfassend renoviert wurde die Kapelle 1974 durch die Stadt Aichach. Im Auftrag der Stadt wurden 2011 neue Glocken gegossen und 2012 bei der Sebastiansprozession zur Kapelle gebracht. Auch die Schützen erkoren Sebastian zu ihren Schutzheiligen. Schon seit alters her gab es nahe der Aichacher Sebastiankapelle einen Schießstand, wie auf alten Stich auszumachen ist. Die Aichacher Schützen und die Sebastianbruderschaft hatten ein besonderes Verhältnis zueinander. Bei der Hundertjahrfeier der Wiedererrichtung der Bruderschaft 1756 feierten die Aichacher Bürger ihre Sebastianbruderschaft, und die Schützenkompanie hatte sich dabei besonders hervorgetan. Während der gesamten Veranstaltung wurde in Uniform paradiert und auf den Wällen der Befestigungsanlage Salut geschossen. Am Sonntag feuerten die Königlich privilegierten Feuerschützen Aichach an der Sebastianskapelle einen Ehrensalut für den Schutzpatron ab.

Der heilige Sebastian war Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof von Diokletian (284 bis 305 nach Christus). Dieser verurteilte ihn wegen seines öffentlichen Bekenntnisses zum christlichen Glauben zum Tode und ließ ihn von numidischen Bogenschützen erschießen. Im Glauben, er sei tot, ließ man ihn liegen. Von der heiligen Irene gesund gepflegt, kehrte er zu Diokletian zurück und bekannte sich erneut zum Christentum. Diokletian befahl daraufhin, ihn mit Keulen im Circus zu erschlagen. Zu den Attributen des Heiligen gehören Pfeile, die seine Brust durchbohren.

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