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14.06.2017

Aichacher soll Feuerwehrchef im Kreis werden

Christian Happach
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Christian Happach

Der Landrat will alle Kommandanten einbinden und erst nach deren Zustimmung Christian Happach als Kreisbrandrat vorschlagen

Kameraden beschreiben ihn als „hundertprozentigen Feuerwehrler“. Der Landrat steht mit der gleichen Prozentzahl hinter ihm: „Er ist der richtige Mann.“ Er selber sieht die Aufgabe als große Herausforderung, „die ich gerne übernehmen möchte“. Wenn ihn die Kommandanten bei der Dienstversammlung am 19. Juli wählen, dann ist Christian Happach neuer Kreisbrandrat im Wittelsbacher Land und steht an der Spitze der größten Hilfseinrichtung im Landkreis mit 104 freiwilligen Feuerwehren und über 4000 Aktiven. Der 45-Jährige hat als Jugendlicher bei der Feuerwehr in seiner Heimatstadt Aichach begonnen und ist bereits seit 2001 Mitglied der Inspek-tion, also der Feuerwehrführung auf Landkreisebene. Bis 2012 war Happach als Kreisbrandmeister für die Feuerwehren im Raum Schiltberg zuständig und seit 2012 als einer von drei Kreisbrandinspektoren für die Wehren im mittleren Bereich von Aichach-Friedberg.

Gestern teilte das Landratsamt mit, dass Landrat Klaus Metzger zunächst alle Kommandanten in einer Veranstaltung Ende Juni informieren will. Dort soll nicht nur das Wahlverfahren erläutert, sondern auch über die Besetzung des Kreisbrandratpostens ausführlich gesprochen werden. Bei grünem Licht will der Landrat dann Happach zur Wahl vorschlagen. Wird er dann im Juli gewählt, folgt er auf Ben Bocke-mühl. Wie mehrmals berichtet, ist der nach fünfeinhalb Jahren im Amt als hauptamtlicher Leiter zur Feuerwehr in den Schwarzwald nach Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) gewechselt und wurde bei der Dienstversammlung im April verabschiedet. Seither wird das Amt kommissarisch von Kreisbrandinspektor Franz Hörmann geführt. Landrat Klaus Metzger versprach damals, dass die Suche nach einem Nachfolger „total transparent und kollegial ohne Mauschelei“ ablaufen solle, aber nicht ganz einfach werde. Warnendes Beispiel ist die Führungskrise im Nachbarlandkreis Augsburg. Dort kämpft Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister derzeit mit großen Führungsproblemen. Ein Drittel der 24-köpfigen Kreisbrandinspektion erklärte im Frühjahr aus Protest gegen den Kreisbrandrat seinen Rücktritt.

Im Wittelsbacher Land hat Ben Bockemühl keinen Scherbenhaufen hinterlassen. Im Gegenteil: Der 36-Jährige hat die Inspektion mit innovativen Ideen insbesondere bei der Ausbildung auf einen guten Weg gebracht. Er kehrte dem Landkreis den Rücken, weil sich aus seiner Sicht die Doppelbelastung im Ehrenamt und seinem Beruf als Lehrer (Drittelstelle) in Friedberg nur schwer unter einen Hut bringen ließ: „Nach fünfeinhalb Jahren bin ich platt.“ In Bayern ist ein Kreisbrandrat (KBR) ehrenamtlich tätig. Er wird in der Regel freigestellt und arbeitet meist zusätzlich in Teilzeit in einer kommunalen Verwaltung. Im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg ist ein KBR ein Hauptamtlicher, der nicht von den Kommandaten gewählt wird, sondern von Politikern nach Bewerbungen eingestellt wird.

Christian Happach arbeitet als Konstrukteur beim Maschinenbauunternehmen Taktomat in Pöttmes. Mit seinem Arbeitgeber ist vereinbart, dass er bei einer Wahl für zwei Tage in der Woche für seine Aufgaben als Kreisbrandrat und im Landratsamt freigestellt wird. Er ist überzeugt, dass sich Beruf und Ehrenamt vereinbaren und „gut organisieren lässt“. Der ledige Kreisbrandinspektor ist in seiner aktuellen Aufgabe schon an vielen Abenden und an den Wochenenden für die Feuerwehr unterwegs. Er kennt also die Anforderungen bestens. Gleichzeitig sei diese Lösung für ihn auch eine berufliche Absicherung, betont Happach.

Landrat Metzger bekennt sich als „Freund des Ehrenamts für diese Aufgabe“. Die Hauptamtlichkeit bringe auch Nachteile mit sich. Ein gewählter Kreisbrandrat habe doch eine ganz andere Stellung bei den Aktiven als ein Beamter, der von Kommunalpolitikern an die Spitze gestellt werde. Gleichzeitig habe der Kreis vor drei Jahren mit der Schaffung einer Stelle im Landratsamt zur Unterstützung des Kreisbrandrats die Arbeitsbedingungen maßgeblich verbessert. "Kommentar

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