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Aichach

11.01.2017

Aichacher wird in einem Jahr zweimal zum Lebensretter

Der 53-jährige Erasmus Großmann aus Aichach wurde gleich zweimal zum Lebensretter.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Erasmus Großmann aus Aichach reanimiert am Münchner Bahnhof mit zwei Helfern erfolgreich einen leblosen Mann. Das ist nicht die erste Rettungsaktion des Polizeioberkommissars.

Eigentlich ist es Erasmus Großmann gar nicht recht, dass dieser Artikel über ihn erscheint. Der Vorsitzende des SC Oberbernbach hat zusammen mit seiner Kollegin und einem unbekannten Helfer einem 62-Jährigen das Leben gerettet – durch Reanimieren. „Ich möchte mich da nicht rühmen, das müsste eigentlich jeder machen“, sagt Großmann. Sanitäter etwa machten das tagtäglich.

Großmann arbeitet im Ermittlungsdienst der Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof. Deshalb ist der 53-Jährige dort auch oft unterwegs. Kürzlich saß der Polizeioberkommissar mit seiner 38-jährigen Kollegin in der Kantine der Deutschen Bahn am Gleis 26 beim Mittagessen. Dabei bekamen sie mit, dass ein Kantinengast den 62-jährigen Pasinger zusammengesackt und mit violetter Gesichtsfarbe an einem Tisch entdeckte. Großmann und seine Kollegin eilten zur Hilfe.

Patient musste rund 15 Minuten reanimiert werden

Da bei dem Mann keine Atmung und kein Puls festzustellen waren, begannen die Polizeibeamten mit der Wiederbelebung. Großmanns Kollegin übernahm die Beatmung, er selbst die Herzdruckmassage. Etwa 15 Minuten hätten sie den Patienten reanimiert, bevor der Rettungsdienst kam, schätzt Großmann. Er wurde dabei nach einiger Zeit von einem unbekannten jungen Mann unterstützt, der seine Hilfe anbot.

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Der Rettungsdienst brachte den 62-Jährigen dann in eine Münchner Klinik. Dort wurde er nach Großmanns Wissen einige Tage in ein künstliches Koma versetzt, um herauszufinden, welche Folgen der zeitweise Sauerstoffmangel für den Mann hatte. Der Patient sei derzeit aber stabil, berichtet der erleichterte Sportclub-Vorsitzende.

„Es ist ein schöner Erfolg, jemanden zurück ins Leben geholt zu haben“, betont Großmann. Zum dritten Mal in seinem Leben hat er bei dem Vorfall am Hauptbahnhof eine leblose Person reanimiert. In den beiden Fällen davor sind die Menschen gestorben.

Mann wollte aus dem dritten Stock springen

Jetzt ist der 53-Jährige gleich zweimal innerhalb eines halben Jahres zum Lebensretter geworden. Beim ersten Fall hielt er an seinem Arbeitsplatz einen Mann davon ab, aus dem Fenster des Präsidiums im dritten Stock zu springen. Der Mann wollte sich das Leben nehmen. Seit dem zweiten Fall unken Großmanns Kollegen schon, er würde solche Situationen magisch anziehen. Soweit will der 53-Jährige aber nicht gehen.

Er hofft jedoch, mit seinem Handeln anderen Mut zu machen. Im Gegensatz zu Großmann, der entsprechend ausgebildet ist, fehlten vielen Menschen die Auffrischung der Erste-Hilfe-Maßnahmen. Aus Unwissenheit und Unsicherheit werde daher immer wieder gezögert, Menschen in Not zu helfen. Hier wäre in Großmanns Augen mehr Eigeninitiative wünschenswert – und mehr Zutrauen. Jeder könne jederzeit in eine derartige Situation wie er kommen. ull

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