1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Aindling: Von wegen Einheitsliste

Kommunalwahl-Serie (14)

06.03.2014

Aindling: Von wegen Einheitsliste

Bild: Philipp Schröders

Drei Kandidaten wollen das Rathaus in Aindling erobern, fünf Gruppierungen in den Marktgemeinderat einziehen. Dort geht es oft hitzig zu. Dennoch ist viel gebaut worden.

 Vor sechs Jahren trat Bürgermeister Tomas Zinnecker (CSU/FWG) bei der Wahl in Aindling ohne Gegenkandidaten an. Dieses Mal hat er gleich zwei Konkurrenten. Helga Holland (SPD) und Bernd Aichele (Bürgerwille ’76) bewerben sich ebenfalls um den Chefsessel im Rathaus. Zudem hat sich kurz vor der Wahl eine neue Gruppierung gebildet. Während anderswo Einheitslisten zusammengeschlossen werden, geht in Aindling die Perspektive auf Stimmenfang. Deren Vorsitzender wollte ebenfalls als Bürgermeisterkandidat antreten – fand aber nicht genug Unterstützer. Die Liste der Aktionsgemeinschaft wird jedoch am 16. März auf dem Wahlzettel aufgeführt. Schon jetzt sind im Aindlinger Gemeinderat vier Gruppierungen vertreten: CSU/Freie Wählergemeinschaft, Bürgerwille ’76, Parteilose und die SPD.

Meist große Einigkeit nach oft hitzigen Debatten

Die Sitzungen sind oft von hitzigen Diskussionen geprägt, bei der Verabschiedung großer Projekte herrschte in den vergangenen Jahren am Ende aber meist Einigkeit. In Aindling ist einiges verwirklicht worden: der Bau des neuen Rathauses und der Kinderkrippe, die Erneuerung der Ortsdurchfahrt von Aindling, die Ausweisung eines weiteren Baugebietes und die Sanierung der Grundschule.

Zudem hat der Gemeinderat bereits den Grundstein für weitere Projekte gelegt. Vor allem Straßen stehen dabei im Fokus. Schon lange soll die Verbindung zwischen Binnenbach und Eisingersdorf ausgebaut werden. Ein Ingenieurbüro arbeitet bereits an Kostenaufstellungen. Der geplante Geh- und Radweg mit einer neuen Brücke am Marktanger wird demnächst ausgeschrieben.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Dort am östlichen Rand hat sich das Erscheinungsbild der Gemeinde gewandelt. Im vergangenen Jahr wurden zwei Supermärkte aus dem Boden gestampft. Das Herz des Ortes wird dagegen durch zum Teil leer stehende Häuser geprägt. Am Marktzentrum soll in Zukunft ein modernes Gebäude entstehen mit drei Geschossen und einer weiteren Etage mit zurückgesetzten Penthouse-Wohnungen.

Im ersten Stock werden Geschäfte, ein Café und womöglich Arztpraxen eingerichtet. Allerdings geht das Gerücht um, dass der Investor, dem das Areal am Marktplatz inzwischen gehört, das Gebäude nicht selbst bauen will. Zudem haben Anwohner bereits Anwälte eingeschaltet. Eventuell klagen sie gegen das Vorhaben. Bürgermeister Zinnecker bleibt dennoch gelassen. Der Investor habe zu ihm gesagt, dass er selbst bauen wolle. Sollte er das Projekt verkaufen, dann werde es halt ein anderer Bauherr verwirklichen.

Ein Vorhaben, das alle drei Bürgermeisterkandidaten vorantreiben wollen, ist der Breitbandausbau. Zwar gibt es im Ortsinneren bereits schnelles Internet, doch wer in Stotzard, Binnenbach oder Edenhausen surft, der hat mit Wartezeiten und Verbindungsproblemen zu kämpfen.

Nicht nur das Internet soll in Zukunft in Aindling flüssiger laufen. Die Gemeinde will in Pichl einen zweiten Brunnen bohren lassen, um bei der Wasserversorgung mehr Sicherheit zu haben. Zudem sollen das Feuerwehrhaus neu gebaut oder zumindest erweitert und mehrere Spielplätze saniert werden. Für die beliebte Pfarr- und Gemeindebücherei muss die Gemeinde neue Räume finden. Die Pfarrei hat Eigenbedarf angemeldet, weil die Diözese die ehemalige Hausmeisterwohnung für andere Zwecke braucht.

Einigkeit beim Ziel, neues Bauland auszuweisen

Ein weiteres Thema, das alle Kandidaten angehen wollen, ist die Ausweisung neuen Baulandes. Zudem sollen die Angebote für Senioren und Jugendliche verbessert werden. Holland wünscht sich zum Beispiel die Ansiedlung einer Tagespflege für hilfsbedürftige Senioren. Aichele hat einen Platz für Jugendliche auf seiner Agenda.

Ob die beiden eine Chance haben, Zinnecker aus dem Amt zu hebeln, ist fraglich. Allerdings hat der 54-Jährige selbst überraschend 2002 den Chefsessel im Rathaus erobert. Damals schlug er knapp Amtsinhaber Josef Lentscher, der zuvor zwölf Jahre lang Bürgermeister war. Nun kämpft Zinnecker selbst darum, seine dritte Amtszeit anzutreten.

Interview mit Bernd Aichele

Interview mit Helga Holland

Interview mit Tomas Zinnecker

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren