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Interview

26.08.2015

Als Hostess auf der Expo: Wie eine Willprechtszellerin die Weltausstellung erlebt

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Im „Garten der Ideen“: Stefanie Brandner arbeitet bis Ende Oktober als Hostess im Deutschen Pavillon auf der Expo 2015 in Mailand.
Bild: Jens Neumann

Stefanie Brandner aus Willprechtszell arbeitet auf der Expo. Was deren Motto bedeutet und warum Brandner keinen Ort auf der Welt kennt, wo sie derzeit lieber wäre als in Mailand.

Von Willprechtszell nach Mailand: Als eine von insgesamt 111 Hostessen und Hosts betreut Stefanie Brandner, 29, aus Willprechtszell (Gemeinde Petersdorf) seit Mai die Besucher im Deutschen Pavillon „Fields of Ideas“ auf der Expo 2015.

Frau Brandner, wie gefällt Ihnen „La Dolce Vita“ in Mailand?

Stefanie Brandner: Mein „Dolce Vita“ vom vergangenen Jahr auf Sizilien kann Mailand nur schwer toppen. Ich genieße vor allem den „aperitivo alla milanese“ sehr. Außerdem warten um Mailand herum viele interessante Städte und Seen darauf, entdeckt zu werden.

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Was hat Sie gereizt, sich als Hostess für den Deutschen Pavillon zu bewerben?

Brander: Das Expo-Motto „Feeding the Planet, Energy for Life“ (Den Planeten ernähren, Energie für das Leben, Anm.d.Redaktion) hat mein Interesse geweckt. Ich war neugierig, die Beiträge der verschiedenen Länder zu sehen und die Organisation einer so großen Veranstaltung wie der Weltausstellung hautnah zu erleben. Und ich hatte den Wunsch, meine Italienisch-Kenntnisse zu vertiefen und den Norden Italiens besser kennenzulernen.

Ist das eine Arbeit wie jede andere?

Brandner: Die Arbeit im Deutschen Pavillon ist aus vielen Gründen etwas Einzigartiges. Insbesondere, weil wir ein sehr großes Team sind. Jeder hat einen anderen beruflichen Hintergrund, jeder hat andere Motive. Als bunt zusammengewürfelte Truppe haben wir uns zum Team entwickelt, das den Deutschen Pavillon sehr lebendig macht. Bei so vielen tollen Kollegen wird der Abschied am Ende der Expo mit vielen Tränen verbunden sein.

Was erwartet die Besucher im Deutschen Pavillon?

Brandner: Neben innovativer und zukunftsweisender Technik wie den Solar Trees oder den Seed Boards können Besucher viel über den verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Natur und unsere Nahrung erfahren. Die Ausstellung gliedert sich in die sechs Themenbereiche Wasser, Boden, Klima, Artenvielfalt, Lebensmittel und Garten der Ideen. 109 Stationen laden Besucher ein, diese Themen für sich neu zu interpretieren und im Alltag aktiv zu werden.

Welche Bedeutung hat das Expo-Thema für Sie persönlich?

Brandner: Da dieses Thema einigen Interpretationsspielraum erlaubt, habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht. Für mich bedeutet es, unserem Planeten das zu geben, was er braucht, damit er uns auch das geben kann, was wir zum Leben brauchen.

Haben Sie ein persönliches Highlight?

Brandner: Es gab eine Veranstaltungsreihe bei der Ausstellung zum Projekt „Woman for Expo“. Beim „World’s Table“ zum Abschluss durfte jeweils eine Frau aus den Pavillons ein landestypisches Gericht als Gabe für die Welt reichen. Als Botschafterin für unseren Pavillon durfte ich den Teller mit Schnitzel, Kartoffelsalat und Brezel in einer Parade über das Expo-Gelände tragen und auf dem Tisch platzieren. Es war eine gelungene Veranstaltung und sehr schön, die Frauen aus aller Welt in ihrer traditionellen Kleidung und mit den verschiedenen Speisen zu beobachten.

Welche Begebenheit möchten Sie nicht missen?

Brandner: Ich erlebe jeden Tag viele wunderbare Begebenheiten mit Menschen aus der ganzen Welt. Vor allem die Gespräche möchte ich nicht missen. Auch darum gäbe es derzeit keinen Ort auf der Welt, wo ich gerade lieber wäre, als hier in Mailand.

Zweieinhalb Monate liegen noch vor Ihnen: Was folgt nach der Expo?

Brandner: Ich bin immer voller Ideen. Obwohl die Tourismusbranche nach wie vor sehr spannend ist, wage ich den Schritt in fremdes Terrain. Ich plane, in die Immobilienbranche zu wechseln und so meine Leidenschaft für Gebäude und Architektur in mein Leben zu integrieren. Aber wo, das steht noch in den Sternen.

Und worauf freuen Sie sich am meisten?

Brandner: Auf zu Hause und auf unser schönes Bayern.

Zur Person: Nach dem Besuch der Wittelsbacher Realschule in Aichach und dem Erwerb der Fachhochschulreife an der Fachoberschule (FOS) Friedberg machte die gebürtige Augsburgerin Stefanie Brandner zunächst eine Ausbildung zur Hotelfachfrau und studierte danach Tourismusmanagement. Es folgten für die junge Frau aus Willprechtszell mehrere Auslandsaufenthalte – und eine Anstellung als Rezeptionistin auf dem Kreuzfahrtschiff „Sea Cloud II“.

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