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Geschichte

31.08.2018

Als Millionen Söhne an der Front starben

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2 Bilder
An der Front in Frankreich befindet sich das Grab von Georg Ottilinger (Huat) aus Rehling. An seinem Grab stehen drei weitere Kriegsteilnehmer aus der Region: (von links) Marzell Fendt aus dem Rehlinger Ortsteil Allmering, Isidor Mayr (Betzbaur) aus Rehling und Georg Held (Haiffabaur) aus Aindling.

Historische Fotos zeugen von dem Leid, das den Familien in Rehling widerfuhr, als der Erste Weltkrieg tobte

Der Sommer 1916 kostet Millionen Menschen das Leben. An der Westfront stehen britische und französische Soldaten den Deutschen gegenüber. An der Somme tobt eine mörderische Schlacht, die nach Monaten des Leidens und Sterbens keine Entscheidung bringen wird. Jede einzelne Familie ist von den Folgen des Ersten Weltkriegs betroffen. Alte Fotos aus Rehling und Allmering erzählen noch heute von diesen schweren Zeiten, die eine Familie damals durchleben musste.

Die Familie Ottilinger in Rehling hat damals einen Sohn an der Westfront verloren. Auf einer Aufnahme von der Front in Frankreich, möglicherweise aus der Gegend des Schlachtfelds an der Somme, ist das Grab des Rehlingers zu sehen. Georg Ottilinger (Huat) ist am 3. März 1915 gestorben. An seinem Grab stehen drei weitere Kriegsteilnehmer aus der Gegend rund um Rehling. Marzell Fendt aus dem Ortsteil Allmering ist auch auf dem zweiten Bild zu sehen. Isidor Mayr (Betzbaur) aus Rehling starb am 10. August 1916 in Frankreich an der Front. Er wäre der Hoferbe gewesen, seinen Platz nahm daraufhin Martin Mayr ein. Am Grab steht auch Georg Held aus Aindling (Hofname Haiffabaur), der Schwager von Isidor Mayr. Er heiratete dessen Schwester Katharina Mayr.

Gefunden wurde zudem noch ein weiteres altes Familienbild, das dieser Tage auch ungute Erinnerungen weckt, weil es an einen Todestag eines Gefallenen erinnert: Familie Fendt aus Allmering (Kasparhans) sitzt – wohl Anfang des 19. Jahrhunderts – mit den Eltern, Vater Marzell und Mutter Felizitas Fendt, zusammen mit den sieben Söhnen und einer Tochter zum Fotografieren bereit.

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Das Bild entstand noch vor dem Ersten Weltkrieg, dessen Ende sich heuer am 11. November 2018 zum hundertsten Mal jährt. Auch die Fendt-Familie aus dem Ortsteil Allmering sollte später drei Söhne in diesem Krieg verlieren: Zuerst fiel Peter Fendt nur wenige Wochen nach dem Ausbruch des Krieges am 28. August 1914 an der Front in Frankreich. Erst einen Monat zuvor hatte Österreich-Ungarn an Serbien den Krieg erklärt. Vitus Fendt starb ebenfalls in Frankreich, und zwar am 13. Juni 1915. Josef Fendt war dem Krieg zwar lebend entkommen, war aber nach seiner schweren Verletzung Invalide und starb an den Folgen der Kriegsverletzung am 2. Januar 1921. Er wird auf der Totentafel der Gemeinde an der Südseite der Kirche am alten Kriegerdenkmal ebenfalls als gefallener Kriegsteilnehmer genannt.

Von dieser Familie kämpfte auch Sohn Marzell in Frankreich an der Front. Er kam als Einziger wohlbehalten nach Hause. Marzell war der Vater der heute noch lebenden Franziska Limmer (Rehling), Frieda Brecheisen (Gundelsdorf) und Centa Baumstark (Gernsbach). Die beiden Brüder Franz und Paul waren damals aufgrund der unsicheren Lage und Spannungen nach Amerika ausgewandert und später nach Bremen zurückgekommen. Familie Fendt hat auch im Zweiten Weltkrieg zwei Söhne verloren: Hier ließen Franz und Marzell an der Front ihr Leben.

Mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten gilt die Schlacht an der Somme als die verlustreichste an der Westfront während des Ersten Weltkriegs. Über 450000 Engländer und etwa 200000 Franzosen wurden hier getötet oder verwundet. Die Angaben zu den Verlusten auf deutscher Seite variieren zwischen 420000 bis 465000 Mann. Auf dem ehemaligen Schlachtfeld erinnern zahlreiche kleinere und größere Gedenkstätten und Kriegsgräberstätten an die Schlacht.

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