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Aichach-Unterschneitbach

25.11.2016

Alte Mühle von Helmut Well: Sanierung ist fast beendet

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3 Bilder
So sah das alte Mühlengebäude vor vier Jahren aus. Der bauliche Zustand war so schlecht, dass im Ort einige schon den Kopf über Helmut Wells Plan schüttelten, das Gebäude aufwendig zu sanieren.
Bild: Erich Echter

Die Arbeiten an der alten Mühle neigen sich dem Ende entgegen. Eigentümer Helmut Well, Mitglied der bekannten Well-Familie, plant zwei Tage der offenen Tür.

Aichach-Unterschneitbach Im Jahr 2012 kauften Helmut Well und seine Frau Sylvia die alte Mühle im Aichacher Stadtteil Unterschneitbach. Als Helmut Well, Mitglied der bekannten Well-Familie, ankündigte, das jahrhundertealte Gebäude im Sinne der Denkmalpflege zu restaurieren, wollte das im Ort kaum jemand glauben. Weil immer wieder Dachziegel von dem maroden Gebäude fielen, musste die vorbeiführende Brückenstraße zeitweise gesperrt werden. Das sorgte für Unmut im Ort: „Reißt doch das alte Glump weg“, war ab und an zu hören. Mittlerweile gehen die Sanierungsarbeiten dem Ende zu und aus der alten Mühle ist ein schmuckes Gebäude geworden.

Bevor Helmut Well mit der Renovierung begann, war das Gebäude einer sogenannten Bauforschung unterzogen worden. Es wurden einzelne Bauabschnitte und Anbauten untersucht, um sie einer bestimmten Zeit zuzuordnen. Dabei wurde entdeckt, dass das Mühlengebäude um das Jahr 1690 seinen Ursprung hat.

Drei Wohnungen im Hauptgebäude

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Im Hauptgebäude wurden drei Wohnungen realisiert. Über die Eingangstür geht’s in den Flur und ins Treppenhaus, über das die oberen Wohnungen zu erreichen sind. Die Wohnung im Erdgeschoss umfasst 90 Quadratmeter, die Wohnung im ersten Stock 100 Quadratmeter. Der Giebelbereich mit seinen drei Etagen ist eine Loft-Wohnung mit 180 Quadratmetern. In ihr befinden sich Küche, Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, zwei Bäder und oben ein Lesezimmer mit Nebenraum. Die Balken des Dachstuhls wurden gereinigt und liegen frei. So tragen sie zur Verschönerung bei.

In ein kleines Appartement mit 69 Quadratmetern Wohnfläche wurde der südliche Anbau der Mühle umgewandelt. Das früher dort bestehende Plumpsklo ist jetzt eine Garderobe. Gut integriert wurden Schlaf- und Wohnraum. Einen Mieter hierfür gibt es bereits.

Energieversorgung ist im Keller installiert

Im Kellerbereich des Anbaus ist die gesamte Energieversorgung installiert: Mit einer Gastherme werden Warmwasser erzeugt und die Heizung betrieben. Mühlenbesitzer Helmut Well legte beim Umbau großen Wert darauf, umweltfreundliche Materialien zu verwenden. In jeder Wohnung befindet sich neben der Warmwasserheizung auch ein Kaminanschluss für einen Holzofen.

Die Haustüre ist eine Segmenttüre. Sie ist dem Original nachempfunden und ist aus massiver Eiche. Auch alle Fenster und Türen sind aus Eichenholz und weiß lackiert. Die Beschläge sind Barock und händisch angefertigt. Die Böden in den Bädern und Gängen sind gefliest. In den Wohnräumen werden noch massive Landhausdielen verlegt.

Alte Sgraffito-Techniken

Der Auftrag für den Außenputz erfolgte ebenfalls nach denkmalpflegerischen Vorgaben. Ursprünglich war die alte Mühle ein markantes Gebäude. Die Wände, Giebel und Fensterrahmen waren bunt – bei ihnen wurde die Sgraffito-Technik, auch Ritz- oder Kratzputz genannt, angewandt. Die besondere Art der Wanddekoration war vor allem im 17. beziehungsweise 18. Jahrhundert verbreitet.

Um sie für die Nachwelt zu erhalten, wurde bei der Alten Mühle in Unterschneitbach zwischen altem und neuem Putz eine atmungsaktive Folie angebracht. Im westlichen Giebelbereich ließ Well einen neuen Kratzputz anbringen, wie es vor über 300 Jahren üblich war.

Viel Herzblut und Geld in die Sanierung gesteckt

Mit viel Herzblut ging Well bei der Restaurierung seiner alten Mühle vor. Einen Großteil der Arbeiten, bei denen Details und die Historie eine Rolle spielten, legte der Schreinermeister und Spezialist für Sanierungen alter Bauwerke selbst Hand an. Würde man all seine persönlichen Eigenleistungen und die seiner Mitarbeiter einrechnen, hat Well gut eine Million Euro investiert.

Er selbst sagt: „Mir ist es diese Investition wert. Von der Denkmalpflege habe ich an die 26000 Euro erhalten, den Rest habe ich selbst bezahlt.“ Damit möchte er das Gerücht ausräumen, er habe mehrere hunderttausend Euro vom Landesamt für Denkmalpflege erhalten.

Termin Helmut Well veranstaltet zwei Tage der offenen Tür, an denen er durch die Mühle führt: am Samstag, 3. Dezember, von 11 bis 17 Uhr, und am Sonntag, 4. Dezember, von 10 bis 17 Uhr. Ein Aufsatz über die Mühle ist im neuen Band „Altbayern und Schwaben“ zu lesen.

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