1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Angehörige erkennen die Zeichen eines Schlaganfalls häufig nicht

24.08.2007

Angehörige erkennen die Zeichen eines Schlaganfalls häufig nicht

Aichach Ein Zeitfenster von drei Stunden ist für die Hilfe bei einem Schlaganfall entscheidend. Das Aichacher Krankenhaus biete Patienten schnelle Hilfe rund um die Uhr, betont Chefarzt Dr. Walter Remplik. Durch den Computertomographen, endoskopische Geräte und die neue Logopädin könne das Haus die Erkrankten umfassend behandeln. Die digitale Zusammenarbeit mit dem Klinikum in Augsburg sichere die Behandlung durch einen Neurologen in schwereren Fällen.

Durch das zunehmend höhere Alter der Menschen steigt auch die Zahl der Schlaganfall-Patienten. "Jeder über 50 Jahren ist ein potenzieller Kandidat", sagt Remplik. Allerdings beobachtet er, dass viele bereits die Vorzeichen für einen Schlaganfall nicht erkennen. Durch Vorträge versucht Remplik, die Menschen zu sensibilisieren und mehr Wissen über die Anzeichen der Krankheit zu vermitteln.

Wenn zum Beispiel jemand plötzlich eine Tasse aus der Hand fallen lässt oder für kurze Zeit Sprachausfälle hat, sollten die Alarmglocken der Angehörigen läuten. "Es reicht nicht, zu sagen, die Oma ist eben heute nicht gut drauf", so Remplik. In solchen Fällen müssten die Leute sofort ins Krankenhaus, damit man im Computertomographen nachschauen kann, ob im Gehirn eine Blutung ist.

Etwa 80 Patienten mit Schlaganfall und genau so viele mit einer sogenannten transitorisch ischämischen Attacke (einem Schlaganfall ähnlich) wurden im vergangenen Jahr im Aichacher Krankenhaus behandelt. Erster Schritt ist die Untersuchung im Computertomographen (CT), den es seit sieben Jahren in Aichach gibt. Remplik: "Beim Verdacht auf einen Schlaganfall ist die Röhre das absolute Muss." Nur so könnten Schädigungen ausgeschlossen werden. Der Chefarzt sieht hierbei einen Vorteil des Aichacher Krankenhauses: Da er auch Radiologe ist, sei das CT nicht nur in Notfällen möglich, sondern rund um die Uhr. Remplik macht die Erfahrung, dass Patienten nachts in Aichach schneller versorgt werden können als im Zentralklinikum Augsburg, wo möglicherweise mehrere Patienten gleichzeitig aufs CT warten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die CT-Aufnahmen werden auch im Zentralklinikum ausgewertet

Die CT-Aufnahmen werden nicht nur in Aichach ausgewertet, sondern auch auf einem Bildschirm im Zentralklinikum. Fachbegriff ist für diese Zusammenarbeit "Teleradiologie". Der Kontakt mit einem Neurologen oder Neurochirurgen läuft über den "Online-Weg". Die Fachärzte werten die Bilder aus und entscheiden, ob eine Verlegung nötig ist oder der Patient in Aichach behandelt werden kann. Neben dem Computertomographen gibt es in Aichach noch weitere Untersuchungsmöglichkeiten für Schlaganfall-Patienten. Mithilfe endoskopischer und radiologischer Geräte kann man der Ursache von Schluckbeschwerden auf den Grund gehen. Seit drei Monaten arbeitet im Aichacher Krankenhaus außerdem Annette Vogl als Logopädin. Sie kümmert sich speziell um Leute mit Schluck- oder Sprachstörungen. Neu ist im Aichacher Krankenhaus ein sogenanntes "stroke"-Zimmer, in dem Schlaganfall-Patienten 24 Stunden über Monitore überwacht werden. Interims-Geschäftsführer Walter Baier hat einen guten Eindruck von den Behandlungsmöglichkeiten bei Schlaganfall in Aichach gewonnen: "Das gibt es so nicht in jedem Kreiskrankenhaus."

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an digital@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_6065.tif
Konzert

Talente zeigen ihr Können

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket