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Aichach-Friedberg

30.07.2020

Arbeitslose im Wittelsbacher Land: Agentur rechnet mit steigender Quote

Die Arbeitslosenquote lag im Juli im Wittelsbacher Land bei 2,7 Prozent. Experten gehen davon aus, dass sie bald steigen könnte.
Bild: Jan Woitas/dpa (Symbol)

Im Landkreis Aichach-Friedberg sind im Juli zwar nur 2,7 Prozent der Erwerbstätigen arbeitslos. Doch in naher Zukunft könnte die Zahl wachsen.

Die neuen Zahlen vom Arbeitsmarkt im Wittelsbacher Land sind nicht schlecht. Sie sind aber auch nicht ausschließlich gut. Bei der Agentur für Arbeit Augsburg jedenfalls ist von „Anspannung“ die Rede. Und das, obwohl im Wittelsbacher Land die Arbeitslosenquote im Juli gegenüber Juni nicht gestiegen ist. Sie bleibt bei 2,7 Prozent und liegt damit nach Angaben der Fachleute immer noch „im Korridor der Vollbeschäftigung“. Also wo ist da ein Problem?

Es sind sieben Arbeitslose mehr im Wittelsbacher Land

Die Zahlen an sich sind es auf den ersten Blick nicht. Mit 2125 Arbeitslosen waren gerade mal sieben Menschen mehr ohne Beschäftigung als im Vormonat. Auf die Quote von 2,7 Prozent wirkt sich das gar nicht aus. Mit 1197 waren mehr Männer arbeitslos als Frauen (928). Die größte Gruppe der Arbeitslosen sind die Menschen, die 50 Jahre und älter sind (832). Junge Leute bis 25 Jahre ohne Arbeit wurden im Juli insgesamt 267 gezählt.

Gegenüber der Stadt Augsburg mit einer Quote von 6,6 Prozent steht das Wittelsbacher Land ebenfalls sehr gut da. Nicht mehr ganz so positiv sind die Zahlen, wenn der Vergleich zum Vorjahr gezogen wird. Im Juli 2019 waren 528 Menschen und damit 33,1 Prozent weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Damals betrug die Quote 2,1 Prozent. Betroffen von dem Anstieg seither sind alle Personengruppen.

Corona macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar

Interessant ist auch ein Blick auf die vergangenen Jahre. Im Durchschnitt lag die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Jahrzehnt meist unter 2000 Betroffenen. Im vergangenen Jahr betrug der monatliche Durchschnitt nur 1582, im Jahr davor 1556 Arbeitslose. Der zuletzt höchste Stand wurde 2010 mit durchschnittlich 2324 Arbeitslosen erreicht. Vor diesem Hintergrund relativieren sich die aktuellen Juli-Zahlen ein wenig. Aus Sicht der Agentur für Arbeit sind darin „die Folgen der Corona-Pandemie weiterhin deutlich sichtbar“. Die Agentur erwartet zudem einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen im August, weil das Schuljahr und Ausbildungen zu Ende gegangen sind. Auch bleibt die Kurzarbeit ein großes Thema. Im gesamten Bezirk befinden sich gut 40 Prozent der Betriebe in Kurzarbeit. Die Situation bleibe ernst, heißt es in der Pressemitteilung zu den Juli-Zahlen.

Die Zahl der Lehrstellen im Wittelsbacher Land ist gestiegen

Bei den Lehrstellen ist die Lage positiv. Es gibt mit 812 Ausbildungsstellen sogar 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bewerber haben eine gute Auswahl. Auf 100 künftige Lehrlinge kommen 143 Ausbildungsplätze.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Es gibt ein positives Signal für den Arbeitsmarkt

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