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Bilanz

02.05.2019

Arbeitslosenquote im Kreis sinkt auf 2,0

Arbeitgeber sind aufgeschlossen gegenüber Flüchtlingen, aber zurückhaltend bei schwerbehinderten Bewerbern. Neues Online-Angebot für Hartz-IV-Empfänger

Unbeeindruckt von schlechten Wirtschaftsmeldungen zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Region. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter. Im Landkreis Aichach-Friedberg ging sie von 2,1 Prozent im März auf aktuell 2,0 Prozent zurück. 1511 Menschen haben also derzeit keinen Job. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Arbeitslosen bei fast allen Personengruppen ab. Einzige Ausnahme: die schwerbehinderten Menschen, bei denen die Arbeitslosenstatistik sogar eine leichte Zunahme verzeichnet.

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Bei dieser Personengruppe würde sich Gottfried Denkel, Leiter des Jobcenters Wittelsbacher Land, wünschen, dass Arbeitgeber mehr auf die Qualifikation als die Behinderung schauen. Er sagt: „Wir tun uns schwer, Leute zu überzeugen, Schwerbehinderte einzustellen.“ Obwohl die Arbeitsagentur dafür sogar einen eigenen Mitarbeiter hat. Viele Firmen würden lieber die Ausgleichsabgabe bezahlen, ist die Erfahrung von Roland Fürst, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Augsburg.

Deutlich aufgeschlossener zeigen sich Arbeitgeber, wenn es darum geht, Flüchtlinge einzustellen. Ressentiments seien inzwischen eher die Ausnahme, sagte Denkel. 2018 lag die Arbeitslosenquote hier noch bei etwa 33 Prozent. Inzwischen sank sie auf 26 bis 27 Prozent ab. Das liegt zum einen daran, dass laut Denkel viele nach einem Deutschkurs so weit seien, dass das Jobcenter ihnen Arbeit vermitteln kann. Zum anderen aber auch daran, dass nicht mehr so viele Flüchtlinge wie noch vor zwei Jahren in den Landkreis kommen. Was dazu führt, dass es inzwischen schwierig wird, an den Berufsschulen Integrationsklassen zu bilden.

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Als „sehr erfolgreich“ bezeichnet Denkel die Bemühungen des Jobcenters um Alleinerziehende. „Wir haben so viele in Arbeit gebracht, wie in den letzten Jahren nicht.“ Im Januar 2019 – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor – waren 203 Alleinerziehende arbeitslos gemeldet, 24 weniger als im Vorjahresmonat. Bei Langzeitarbeitslosen sank die Zahl um 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei Jugendlichen unter 25 Jahren um 12,1 Prozent.

Auch fast alle Wirtschaftszweige können einen Zuwachs verzeichnen. Besonders stark das Baugewerbe (plus 5,4 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (plus 5,3 Prozent). Lediglich im Logistikbereich verzeichnet der Landkreis ein Minus von 6,4 Prozent.

Gut sehen auch die Chancen für Schulabgänger aus, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Auf 100 Bewerber kommen im Agenturbezirk 130 Ausbildungsplätze. Im Landkreis Aichach-Friedberg sieht es sogar noch besser aus. Hier liegt die Quote bei 148 Ausbildungsplätzen für 100 Bewerber.

Während Fürst von „traumhaften Verhältnissen für Arbeitnehmer“ spricht, haben Arbeitgeber immer mehr Probleme damit, Fachkräfte zu finden. Die Arbeitsagentur unterstützt sie, indem sie zum Beispiel seit Januar die Kosten für die Qualifizierung von Arbeitnehmern übernimmt.

Generell nimmt die Arbeitsagentur viel Geld in die Hand, um die Arbeitslosigkeit weiter zu verringern. Ein Beispiel ist das Teilhabechancengesetz, das heuer im Januar in Kraft trat. Arbeitgeber bekommen für fünf Jahre Zuschüsse, wenn sie Personen einstellen, die seit sechs oder mehr Jahren Grundsicherung beziehen. Voraussetzung: Der Arbeitgeber muss vor Vertragsabschluss einen Antrag stellen. Ansprechpartnerin bei der Arbeitsagentur ist hier Petra Danhofer, Telefon 08251/8776-993.

Ein neues Serviceangebot gibt es ab 21. Mai für Hartz IV-Empfänger. Sie können Anträge und Veränderungen online melden. Dazu müssen sie jedoch vorher im Jobcenter vorbeikommen, wo ihre Identität überprüft wird und sie ihr persönliches Passwort bekommen. Das Jobcenter plant, das Angebot weiter auszubauen. Online sollen auch Terminvereinbarungen möglich sein.

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