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Begrüßung

16.05.2014

Asyl-Neuland in Hollenbach

Die ersten Asylbewerber sind gestern in der Unterkunft in der Hauptstraße 59 in Hollenbach eingezogen.
Bild: Johann Eibl

Gestern Nachmittag wurden in der Unterkunft in der Hauptstraße die ersten fünf Asylbewerber aus Nigeria und Eritrea einquartiert. Mittelfristig sollen es 22 werden

Hollenbach Seit Donnerstag zählt die Gemeinde Hollenbach fünf Einwohner mehr als bisher. Das liegt an den ersten Asylbewerbern, die sich im Gebäude in der Hauptstraße 59 im Hauptort einquartiert haben, drei aus Nigeria und zwei aus Eritrea. Ihre Zahl wird in den nächsten Tagen ansteigen, für den kommenden Montag sind vier weitere Männer aus Eritrea angekündigt. Wenig später sollen Pakistani dazukommen. Für insgesamt 22 Asylbewerber ist Platz in den Räumen der ehemaligen Pizzeria.

Wie lange sie in Hollenbach leben werden, das vermag derzeit niemand zu sagen. Eine Entscheidung über die Asylanträge könnte sich über Jahre hinziehen, einzelne Verfahren gehen wesentlich schneller über die Bühne, wie Simone Losinger erläutert, die Leiterin des Ausländeramts am Landratsamt in Aichach.

„Für uns ist das auch eine neue Erfahrung“, meinte Michael Haas, der als Zweiter Bürgermeister die Gemeinde vertrat. Gekommen zur Begrüßung war auch Pfarrer Tobias Hiller, der seine Hilfe anbot. Haas versicherte: „Wir sind froh, dass sich Freiwillige zur Verfügung gestellt haben.“ Sieben seien es derzeit. Luise Katzenschwanz war mit ihrem Sohn Simon gestern schon vor Ort: „Ich habe gedacht, dass ich vielleicht als Übersetzer helfen kann.“ Seine Französisch-Kenntnisse wollte der junge Mann nutzen, dann stellte sich heraus, dass die ersten Asylbewerber relativ gut mit Englisch zurechtkommen. Bei den Formalitäten half ihnen Franca Bögl von der Caritas Aichach-Friedberg.

Asyl-Neuland in Hollenbach

Die Gäste aus den fernen Ländern stehen vor einer ungewissen Zukunft. Zunächst müssen sie schauen, wie sie ihren Alltag meistern. Einer aus diesem Quintett deutete an, zuletzt in München habe man sich gut um sie gekümmert. Sie wussten Bescheid, wann sie Nahrung und Geld zu erwarten hatten. Wenige Stunden nach der Ankunft in Hollenbach waren einige Fragen noch offen. Für Montag ist bereits vereinbart, dass eine Frau, die aus Eritrea stammt und in Aichach lebt, vorbeischaut und mit ihren Landsleuten aktuelle Themen bespricht.

Die Räume, in denen die Afrikaner untergebracht sind, wurden in letzter Zeit hergerichtet. Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner stehen ebenso zur Verfügung wie Fernsehgeräte. Die übrigen Zimmer, die zur Nutzung anstehen, entsprechen nicht unbedingt den Vorstellungen von Wohnräumen, wie man sie im Wittelsbacher Land gewohnt ist.

Bei einem Rundgang sagte Heinz Geiling, der im Landratsamt wie Michael Englhart für die Unterkünfte zuständig ist, beim Betreten eines Aufenthaltsraumes: „Der ist für den Deutschunterricht gedacht. Das ist eine grundlegende Voraussetzung für die Integration.“ In der Küche stehen Elektroöfen bereit mit Schutzschaltern. Sie sollen dazu dienen, die Brandgefahr einzudämmen. Nach einem Rundgang durch das Haus, vor dem bereits Briefkästen mit den aktuellen Namensschildern auf die neuen Bewohner hinweisen, stand eine Fahrt nach Aichach auf dem Programm. Dort konnten Lebensmittel eingekauft werden, aus denen Essen zubereitet wurde.

Bei der Anfahrt von München nach Hollenbach war Eigeninitiative gefragt. In der Landeshauptstadt gab’s Tickets für Bahn und Bus, ansonsten waren die fünf Männer auf sich allein gestellt. Frauen, so viel steht fest, werden in diesem Gebäude in Hollenbach nicht untergebracht. Bietet der Landkreis Aichach-Friedberg ausreichend Platz für Asylbewerber, die aufgrund der vielen Kriege und Wirren auf unserem Erdball kaum weniger werden? Nicht nur Simone Losinger betonte: „Wir sind immer auf der Suche.“

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