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Aichach-Friedberg

15.01.2019

Auch Hunde können sich mit Fuchsräude infizieren

Dieser Fuchs leidet unter der Fuchsräude. Auch Hunde können sich damit anstecken.
Bild: Hubert Waizenegger/Archivfoto

Viele Füchse in Aichach-Friedberg sind von der Grabmilbe befallen. Die meisten sterben daran. Auch Haustiere sind gefährdet. Was Hundehalter beachten sollten.

Drei Füchse hat der Friedberger Jagdverband 2018 im Jagdgebiet um Ried erlegt. Und alle drei waren mit der Fuchsräude infiziert. Das heißt, dass sie von Milben befallen waren, die sich tief in die Haut der Füchse gebohrt haben, um dort ihre Eier abzulegen. Für die Füchse geht das meistens tödlich aus. Auch Hunde können sich mit Fuchsräude anstecken. Die Jagdverbände in der Region raten deshalb dazu, die Haustiere an die Leine zu nehmen.

Ist ein Tier von der Fuchsräude befallen, muss man ihm das zu Beginn gar nicht ansehen. Allerdings kratzt es sich häufig, denn die Bohrgänge der Grabmilbe in der Haut verursachen einen enormen Juckreiz. Der Jagdschutz- und Jägerverein Dachau erklärt, dass das Kratzen und Scheuern des Fuchses zu Hautläsionen führe. Die kleinen Wunden können mit Bakterien infiziert werden und entzünden sich. Es kommt zu Haarausfall mit Verkrustungen. Betroffene Stellen sind vor allem die Lunte, also der Schwanz, der Rücken und die hinteren Gliedmaßen. Einige Füchse ändern ihr Verhalten und werden zum Beispiel am Tag aktiv. Die meisten von ihnen sind nach einigen Monaten so sehr geschwächt, dass sie sterben. Genaue Zahlen liegen dem Veterinäramt in Aichach nicht vor, weil die Krankheit nicht meldepflichtig ist.

Dr. Ernst-Ulrich Wittmann ist Vorsitzender des Dachauer Jagdschutz- und Jägervereins. Er sagt, dass die hohe Populationsdichte der Füchse im Dachauer Bereich ein Problem sei. Die Tiere würden sich wechselseitig infizieren. Das funktioniere im kalten Winter, wenn sich die Füchse im Bau aufhalten, besonders gut, erklärt Ernst-Ulrich Wittmann: „Die Milbe ist im Fuchsbau perfekt aufgehoben“. Dort ist es warm. Hinzu kommt, dass ein geschwächter, hungriger Fuchs im Winter schneller krank werde als ein gesunder, gut genährter Fuchs.

"Die Füchse in Aichach-Friedberg sind proper"

Im Wittelsbacher Land sind die Tiere aber offenbar gar nicht so geschwächt. Fred Steinberger ist Vorsitzender der Friedberger Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes. „Unsere Füchse sind im Moment eher proper und es gibt weniger Füchse als früher“, berichtet er. Deswegen sei er eher verwundert darüber, dass sich die Fuchsräude so hartnäckig ausbreitet. Er geht davon aus, dass ein Großteil der Füchse im Friedberger Jagdgebiet infiziert ist. Fred Steinberger bestätigt, dass die Grabmilbe im Winter, während der Paarungszeit der Füchse, besonders leicht übertragbar sei.

Die Füchse würden dann auch in andere Bauten gehen, in denen die Milben auf sie übertragen werden. „Bei schönem Wetter im Sommer sind Füchse nicht im Bau“, erklärt Steinberger. Für Hunde wird es gefährlich, wenn sie ebenfalls in die Fuchsbauten gehen oder wenn sie sich an Stellen im Wald und auf der Wiese wälzen, an denen sich zuvor infizierte Füchse aufgehalten haben. Auch das Wälzen im Kot eines erkrankten Fuchses kann zur Ansteckung führen, genauso wie der direkte Kontakt mit einem erkrankten Tier.

Fred Steinberger sagt, dass gesunde Füchse wahrscheinlich flüchten, wenn sich Menschen nähern. Tun sie das nicht, sind sie vermutlich geschwächt oder krank. Wer einen erkrankten oder toten Fuchs findet, sollte den Jagdpächter informieren. „Auf keinen Fall mit dem Hund nähern“, warnt Fred Steinberger. Auch verendete Tiere sind noch ansteckend.

Wenn der Hund sich ständig kratzt, sollte er Tierarzt, um prüfen zu lassen, ob er befallen ist. Je früher die Fuchsräude erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Auch Menschen können sich mit der so genannten Pseudokrätze infizieren. Die Milbe kann sich in der menschlichen Haut aber nicht fortpflanzen, weshalb die Hautveränderungen meistens nach einiger Zeit wieder ausheilen.

Die Milbe der Fuchsräude

  • Milbe Sarcoptes scabiei var. vulpes gehört zur Gattung der Grabmilben und sind bei etwa 40 Säugetierarten weltweit zu finden. Unter optimalen Bedingungen überleben sie mehrere Tage ohne Wirt.
  • Entwicklung Günstig sind hohe Feuchtigkeit und kühle Temperaturen um etwa zehn Grad Celsius. Weibliche Grabmilden werden zwischen 0,3 und 0,5 Millimeter groß. Sie legen in ihrem Leben bis zu 50 Eier, aus denen nach drei bis fünf Tagen die nächsten Larven schlüpfen.
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