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19.06.2009

Auch der Tod hat schon Lampenfieber

Schiltberg Den Probenmarathon haben die Schiltberger hinter sich, die Kulissen sind fertig, die Tontechnik ist eingestellt und auch die 1000 Sitze für die Zuschauer sind alle montiert. Das Hofberg-Theater und seine Schauspieler sind gerüstet für die Premiere des "Jedermann". Mit rund 80 Aktiven auf der Bühne bieten die Schiltberger eines ihrer bisher stärksten Ensembles auf.

Seit Monaten bereiten sich die Laienschauspieler bereits vor. Sie feilten an ihren Texten und der Aussprache, engagierten sich parallel beim Bau des Bühnenbildes und der Kulissen, optimierten die Licht- und Tontechnik. Das Schauspiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes von Hugo von Hofmannsthal ist auch für die inzwischen schon erprobten Darsteller des Schiltberger Hofberg-Theaters eine große Herausforderung.

Besonders von Alois Eberl, der Regie führt, für die Inszenierung verantwortlich ist und die Hauptrolle des Jedermanns spielt, ist voller Einsatz gefordert. Er musste den mit Abstand meisten Text lernen und steht fast ununterbrochen auf der Bühne. Kleinigkeiten würden da schon auf der Strecke bleiben, sagt er. Allerdings geht er auch mit einem besonderen Ehrgeiz an die Rolle heran, die er in einer fast 40 Jahre zurückliegenden Aufführung am Hofberg schon einmal gespielt hatte. Damals hätten nicht alle Zuschauer etwas mit dem Stück anfangen können, weil sie zu der Zeit vom Hofberg-Theater etwas anderes gewöhnt waren, erinnert er sich. Mit der heutigen Leistungsfähigkeit des Vereins könne man das Stück viel gewaltiger, schöner und zeitgemäßer inszenieren, hatte sich der Regisseur auf die Herausforderung gefreut. "Ich wollte meine Theaterlaufbahn nicht beenden, ohne das einmal besser gemacht zu haben", hatte er seine Motivation als Schauspieler bei der Jahreshauptversammlung beschrieben.

Zu den ältesten Darstellern gehört der fast 80-jährige Franz Xaver Schmid, der zusammen mit drei anderen Gründungsmitgliedern des seit mehr als 50 Jahren bestehenden Vereins als Statist dabei ist.

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Auch sonst finden sich in der Besetzungsliste profilierte Namen von Hauptdarstellern der früheren Jahre, die sich diesmal mit kleineren Rollen begnügen. Franz Schmid jun., der Otto von Wittelsbach aus 1985 und 1988, spielt den Teufel, Ex-Shylock Michael Schmidberger ist Jedermanns Gesell. Ex-Götz Hermann Finger senior tritt als Schuldknecht auf. Ex-Julia Manuela Lechner verkörpert den Mammon und Ex-Tell Martin Lechner hat im wahrsten Sinne des Wortes die Karriereleiter erklommen, wenn er als Gott auf der eigens gezimmerten Himmelstreppe stehen wird.

Von der ganzen Familie wird Manuela Stobrawe, die als sündige Buhlschaft Jedermanns Geliebte spielt, unterstützt. Sie bringt schon reichlich Bühnenpraxis mit, überzeugte zuletzt als Amalia in "Die Räuber". Am Anfang sei ihr beim Gedanken an die Rolle der Buhlschaft schon etwas bange gewesen, erinnert sie sich. "Man wächst mit der Rolle", hat sie festgestellt.

Premiere als Schauspieler am Hofberg feiert der Schiltberger Pfarrer, Pater Markus. Der sieht seinem Auftritt als Tod schon mit einer gehörigen Portion Lampenfieber entgegen. Damit dürfte er jedoch nicht der Einzige sein, wenn sich heute Abend für die erste von insgesamt zwölf Vorstellungen der Vorhang hebt.

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