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29.05.2015

Auch die Bauern brauchen die Bienen

BBV Bienenveranstaltung: (von links) der Bayerische Imkervorsitzende Eckard Radke, BBV-Kreisobmann Reinhard Herb, Dr. Klaus Wallner von der Landesanstalt für Bienenzucht, Kreisbäuerin Stefanie Kopold-Keis, BBV und Geschäftsführer Wolfgang Gutmann.
Bild: Kreisverband

Ohne die fleißigen Bestäuber können sie nicht überleben. In Dasing haben jetzt Landwirte und Imker gemeinsam überlegt, wie sie den nützlichen Tieren das Leben erleichtern können

Das Verhältnis von Landwirten und Imkern gilt als konfliktbeladen. Der Kreisverband Aichach-Friedberg des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) hat deshalb ein gemeinsames Treffen in Dasing organisiert. BBV-Kreisobmann Reinhard Herb freute sich über viele interessierte Imker und Landwirte bei der Veranstaltung. Zu Beginn verdeutlichte er, dass Landwirte und Imker im selben Boot sitzen würden: Beide brauchen die Bienen zum Überleben.

Die Biene gilt nach Rind und Schwein als das drittwichtigste landwirtschaftliche Nutztier. Hier steht nicht die Honigproduktion im Vordergrund, sondern die Bestäubungsleistung. Herb sprach von veränderten Bedingungen beim Anbau in der Landwirtschaft. Der Rapsanbau nehme weiter ab, Fruchtfolgen änderten sich und die Heuwerbung gehe zurück. Auch Viruskrankheiten träten vermehrt auf und erforderten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Landwirte suchen den Dialog mit den Imkern. Zwei Bienenexperten waren eingeladen: Eckard Radke, Vorsitzender des Landesverbands Bayerischer Imker, und Klaus Wallner von der Universität Hohenheim.

Der Vorsitzende der bayerischen Imker vertritt 250000 Mitglieder und ist Vizepräsident des deutschen Imker-Bundes. Er meinte, auch die Imkerei gehöre zur Landwirtschaft. Imker, Landwirte, Kommunen und Verbraucher könnten eine ideale Partnerschaft bilden. Der Imkervorsitzende zeigte Möglichkeiten auf, wie oft ohne großen Aufwand die Lebensbedingungen der Bienen verbessert werden könnten, etwa durch eine rechtzeitige Aussaat von Blühflächen als ökologische Vorrangflächen. Viele kleine Blühfelder brächten im gesamten eine große Wirkung. Auch frühzeitige Aussaat von Zwischenfrüchten auf Ackerflächen, der Anbau von Leguminosen, helfe. Ausdrücklich begrüßte der Referent die Ansaat von Blühstreifen am Rande großer Maisfelder. Die Durchwachsene Silphie nannte Radke als Alternative zum Mais als Energiepflanze. Er verstehe den Zwang der Landwirtschaft, die Felder rentabel zu bewirtschaften. Trotzdem müsse man versuchen, eine Situation zu schaffen, die allen nütze. Auch der Verbraucher könne dazu beitragen, indem er heimischen Honig vom Imker kaufe. Der Honig lasse sich zwar importieren, aber nicht die Bestäubungsleitung.

Klaus Wallner von der Landesanstalt für Bienenzucht der Universität Hohenheim ging auf den Winterraps als eine der wichtigsten Bienenpflanzen ein. Jedoch seien die Bienen dem Pflanzenschutz bei blühendem Raps besonders ausgesetzt, was oft zu Spannungen zwischen Landwirten und Imkern führe. Dabei seien für Bienen ungefährliche Mittel auf blühenden Flächen durchaus zulässig. Der Landwirt dürfe bei der Ausbringung von Insektiziden keine Fehler machen, zum Beispiel bei der Dosierung, hieß es. Die Technik biete Möglichkeiten, mit neuartigen, beweglichen Düsen den Wirkstoff unterhalb der Blüte zu verteilen. Das Spritzen sollte möglichst auf die Abendstunden verlegt werden. In der Diskussion gab es weitere Anregungen für die Zusammenarbeit der Landwirte und Imker. Der Kreisvorsitzende der Imker, Herbert Vogel, wertete die Veranstaltung des BBV als gelungen und versicherte, dass beide Seiten viel dazugelernt hätten. (AN)

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