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02.03.2010

Auf Wutausbruch folgt Gerücht vom Amoklauf

Schwabmünchen/Königsbrunn Die Gerüchteküche brodelte, und keiner bot anscheinend beim 17. Ausbildungsseminar der Bereitschaftspolizei (Bepo) in Königsbrunn den Unterstellungen Einhalt. Erst während der Verhandlung vor dem Schwabmünchner Amtsgericht fielen die üblen Verdächtigungen in sich zusammen und platzen wie eine Seifenblase. Als unbescholtener Mann verließ ein junger Polizeibeamter den Gerichtssaal. Denn ohne Wenn und Aber wurde er vom Vorwurf der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten freigesprochen.

Eine kriselnde Beziehung, ein Wutausbruch und jede Menge Gerüchte, haben dafür gesorgt, dass sich ein Polizeianwärter vor dem Amtsgericht wiederfand. Einen "angekündigten Amoklauf" warf ihm die Anklage vor. Die Vorwürfe erwiesen sich jedoch als haltlos. Das Gericht hatte fünf Zeugen geladen, Konkretes konnten die aber auch nicht beisteuern. "Es wird halt viel in der Kaserne geredet", sagte einer von ihnen. "Es kommt auf Fakten und nicht auf Gerüchte an. Dem Angeklagten kann nichts nachgewiesen werden", sagte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai. Was an diesem Abend geschehen sei, habe eine besondere Eigendynamik erfahren. "Nicht jedes blöde Biertischgeschwätz muss zur Strafbarkeit führen", wetterte der Verteidiger, Rechtsanwalt Frank Meyer, Königsbrunn. "Die Vorgesetzten, die Ausbilder müssen genau hingucken, welche Zustände in ihren Ausbildungsseminaren herrschen", sagte Richterin Susanne Hillebrand. Schließlich würden hier die Polizeibeamten von morgen ausgebildet. "Dazu zählt für mich auch Zivilcourage. Karrieren dürfen einfach nicht kaputtgemacht werden. Der Laden muss sauber sein", sagte Hillebrand bei ihrer Urteilsverkündung. (uri)

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