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Geschichtsstammtisch

23.10.2013

Auf den Spuren des Bildhauers Georg Busch

Der Bildhauer Georg Busch hat den Kreuzweg in der Stadtpfarrkirche Aichach geschaffen.
Bild: Martin Ruhland

Enkelin erzählt vom Schöpfer des Kreuzwegs in der Aichacher Stadtpfarrkirche. Ein Werk auch im Augsburger Dom

Aichach Der Schöpfer des Kreuzweges in der Stadtpfarrkirche in Aichach, der Bildhauer Georg Busch (1862–1943), war Thema des Geschichtsstammtisches des Heimatvereins Aichach im Gasthaus Specht. Mit großer Freude berichtete Enkelin Roswitha Busch-Hofer aus Benediktbeuern über die Arbeiten und das Leben ihres Großvaters. Zu Beginn der Veranstaltung gedachte Vorsitzender Wolfgang Brandner der in jüngster Zeit verstorbenen Mitglieder des Heimatvereins Aichach, Simon Kügle und Inge Linhardt.

Geboren 1862 in Hanau und aufgewachsen in Groß-Steinheim bei Hanau, war Georg Busch in eine Künstlerfamilie hineingeboren worden. Nach der ersten Ausbildung durch seinen Vater erhielt er 1882 ein Stipendium des Großherzogtums Hessen für die Akademie der bildenden Künste in München. Busch zog nach München und blieb hier bis zu seinem Tod am 8. Oktober 1943. Seine Enkelin berichtete: „Georg Busch wurde ein bedeutender christlicher Künstler seiner Zeit, der in der Kunstgeschichte seinen bleibenden Platz hat.“ Er absolvierte erst eine Schreiner- und anschließend eine Holzbildhauerlehre. Danach bekam er das Stipendium für München. Hier war er nach seiner Ausbildung als selbstständiger Künstler tätig und gründete auch die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst. Seine ersten Werke entstanden, als er etwa 30 Jahre alt war, unter dem Gesichtspunkt des Naturalismus: „Der Schreihals“ oder „Der Müllerin Kind“. Später ging Busch zum Realismus über. Auch den Historismus erlebte er, ebenso die weitere Entwicklung bis zur Moderne.

Viele Werke des Künstlers seien noch zu bewundern, so die Referentin. Für die Gnadenkapelle in Altötting habe er die silberne Figur des heiligen Bruders Konrad geschaffen. Die Figur „Meditation des heiligen Antonius“ habe Kaiserin Elisabeth von Österreich gekauft. Leider sei die Figur heute verschollen.

In Weißenburg habe Busch die Figuren Petrus und Paulus für die Außenwände der Kirche geschaffen. Repliken davon aus Holz stehen in der Kirche in Meringerzell. Für den Augsburger Dom schuf Busch die Figur des heiligen Canisius, für den Schülerhof von St. Stephan das Werk „Der kleine Herkulesbrunnen“ und über diesem Brunnen die Figur „Josef als Erzieher“. Für den Dom in München schuf der Künstler das Relief des Erzbischofs von Stein. Anhand zahlreicher Werke wies die Referentin die Entwicklung des Künstlers in den verschiedenen Stilentwicklungen nach. Schließlich kam sie auf den Kreuzweg in Aichach zu sprechen. Dessen erste Ausführung erfolgte 1906 in Ahrweiler. Es folgte eine Ausführung „für ein englisch sprechendes Land“, von dem bisher weder Land noch Ort festgestellt werden konnte. Weitere Repliken des Aichacher Kreuzweges gab es für Illerbeuren und 1907 für Königseggwald in Württemberg, ehe im Jahr 1909 die Aufstellung des Kreuzwegs in der Stadtpfarrkirche in Aichach in Kalksandstein abgeschlossen wurde. Fritz Baur zufolge war der Kreuzweg ursprünglich in der Farbe des Materials gehalten und wurde erst im Zuge der Kirchenrenovierung in den 1980er-Jahren farbig angemalt. Der Künstler habe im gesamten deutschsprachigen Raum gearbeitet, so Roswitha Busch-Hofer. Er habe zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Für die Figur „Der verlorene Sohn“, um 1900 geschaffen, habe er auf der Weltausstellung 1904 in Saint Louis eine Medaille bekommen. 1902 wurde ihm vom Prinzregenten Luitpold der Titel „königlicher Professor“ verliehen. Von der Stadt Steinheim erhielt er 1911 die Ehrenbürgerwürde. (AN)

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