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Aichach

08.03.2018

Auf der Rablwiese tut sich was

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3 Bilder
Die Parkfläche bei Norma wird vergrößert
Bild: Erich Echter

Einkaufsmarkt soll erweitert und eine Wohnanlage gebaut werden. Dafür entsteht eine Rückhaltefläche auf dem Areal. Weitere Themen beschäftigen den Bauausschuss.

Ein „Dauerbrenner“ ist zurück im Bauausschuss des Aichacher Stadtrats: Auf der Rabl-Wiese östlich und westlich der Wilhelm-Wernseher-Straße soll sich etwas tun. Der Einkaufsmarkt Norma an der Ecke Martinstraße und Wilhelm-Wernseher-Straße soll erweitert werden, weshalb Parkplätze verlagert und neue geschaffen werden müssen. Pläne gibt es außerdem für eine Wohnanlage mit 16 Wohnungen an der Oskar-von-Miller-Straße. Der Bauausschuss sprach sich am Dienstagabend einstimmig für die dafür notwendigen Änderungen des Bebauungsplans aus.

Pläne, die freie Fläche mitten in der Stadt zu bebauen, gibt es seit Jahrzehnten. Das Problem: der Hochwasserschutz. Die Wiese liegt faktisch im Überschwemmungsgebiet mit Einstauhöhen bis zu 1,50 Meter. Die bauliche Nutzung südlich und nördlich des Griesbacherls ist deshalb stark eingeschränkt. Das Wasserwirtschaftsamt fordert für das Griesbacherl, das quer durch das Grundstück fließt, deutlich mehr Retentionsraum (Wasserrückhaltefläche) für Hochwasser.

Schon 1985 beschloss der Stadtrat, einen Bebauungsplan für das Gelände aufzustellen. Das Verfahren kam aber nicht in Gang. Mehrmals wurden die Pläne geändert und angepasst, der Retentionsraum (Wasserrückhaltebereich) ist bis heute nicht geschaffen. 1998 sollte ein Gebäudekomplex mit Verkaufsflächen angebaut werden. 2005 sollte der Supermarkt an der Martinstraße erweitert werden. Das Problem: Dadurch hätten Parkplatzflächen im Retentionsraum geschaffen werden müssen. Um das zu verhindern, erließ die Stadt eine Veränderungssperre. Weil diese zeitlich befristet ist, musste dann aber auch der Bebauungsplan aufgestellt werden. 2009 wurde er beschlossen. Eine Klage gegen den Bebauungsplan zogen die Grundstückseigentümer schließlich wieder zurück.

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Der Bebauungsplan legt parallel zur Martinstraße eine Baugrenze für die Erweiterung des Supermarkts fest. An der Oskar-von-Miller-Straße sind östlich und westlich der Wilhelm-Wernseher-Straße zwei zwölf Meter breite Baufelder für Wohnbebauung festgesetzt. Diese „stark abgespeckte“ Bebauung der Rabl-Wiese ist laut Bebauungsplan überhaupt erst möglich, wenn ein 80000 Kubikmeter großes Rückhaltebecken östlich der B300 bei Untergriesbach für das Griesbacherl gebaut wird. Zusätzlich soll der Wasserzulauf ins Stadtgebiet gedrosselt werden. Das soll im Hochwasserfall die Innenstadt schützen – insbesondere die Grundstücke an der Reithmaierstraße und westlich der Wilhelm-Wernseher-Straße von der Martinstraße bis zur Oskar-von-Miller-Straße.

Das sind die weiteren Themen im Aichacher Bauausschuss

Für das Rückhaltebecken bei Untergriesbach werden derzeit zwei Varianten weiterverfolgt, wie der Stadtrat im November 2016 beschlossen hat. Beide würden mehr als eine Million Euro kosten. Eventuell ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig. „Grob 2019“ könnte Baubeginn sein, hatte der Planer damals gesagt.

Mit der beantragten Bebauungsplanänderung gibt es jetzt einen neuen Vorstoß der Eigentümer. Der Einkaufsmarkt soll auf etwa 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitert werden – auf der bestehenden Parkplatzfläche. Die wegfallenden Stellplätze sollen durch zwei zusätzliche Parkreihen und eine Fahrspur nach Süden hin ersetzt werden. „Das geht ins Überschwemmungsgebiet“, so Helmut Baumann vom Bauamt. Der dadurch verlorengehende Retentionsraum soll durch Abgrabung südlich des Griesbacherls kompensiert werden. Das gilt auch für das zweite Bauvorhaben: den Neubau einer Wohnanlage mit 16 Wohnungen und Tiefgarage an der Oskar-von-Miller-Straße. Statt zwei soll das Gebäude drei Etagen haben.

Wie Baumann erläuterte, hat das Wasserwirtschaftsamt bereits Zustimmung für die Schaffung des geplanten Retentionsraums auf dem Grundstück signalisiert. Damit sei die Bebauungsplanänderung möglich. Wie Baumann betonte, ist das Rückhaltebecken östlich der B300 und die Drosselung des Wasserzuflusses dennoch weiter notwendig.

Im Bauausschuss hielt Georg Robert Jung (Freie Wählergemeinschaft) die Bebauungsplanänderung für eine gute Lösung. „Genau genommen wird der Status quo nicht verändert“, sagte er zur Hochwassersituation auf dem Gelände. Wirtschaftsreferentin Kristina Kolb-Djoka (SPD) fand es „sehr positiv, dass man einen Weg gefunden hat, diese Einkaufsmöglichkeit in der Stadtmitte zu behalten.“ Bedenken aus dem Ausschuss, die Stadt könne regresspflichtig gemacht werden, wenn geparkte Autos bei Hochwasser beschädigt werden, konnte Baumann zerstreuen. Die Beschlussempfehlung des Ausschusses an den Stadtrat war einstimmig. (mit cli)

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