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Aktion

28.03.2015

Auf der Spur des geheimnisvollen Kartoffelkillers

Zwischen der Bäuerin Franzi Fieselfurtnerin und der Polizei gibt es hitzige Diskussionen.
Bild: Anna Schmid

40 geladene Gäste kommen zum Krimiabend in Arnhofen und werden dabei selbst zu Mitwirkenden

Wolken türmen sich über dem Gut Arnhofen bei Inchenhofen. Leichter Nieselregen hat eingesetzt. 40 Teilnehmer sind zu dem erstmals im Arnhofer Stadl stattfindenden „Kartoffelkrimi“ geladen. Bei Sekt mit Johannisbeersaft werden sie mit ihrem Dienstausweis ausgestattet. „Verpflichtet zum Dienst bei der SOKO“ steht darauf. Nach einer Begrüßung durch Nico Lindner und Gastgeber Michael Rigl gibt es eine Führung durch die Räume.

Der „Mord“ lässt bei der erstmaligen Veranstaltung nicht lange auf sich warten, ein Knall hallt durch den Innenhof. Der Tatort ist bereits gesichert, ein Absperrband flattert um die Beweismittel. Eine aufgescheuchte Gestalt in Schutzanzug und Warnweste rennt hysterisch von einem Eck zum anderen. „I sitz’ eigentlich nur im Büro!“, schreit sie und lässt die Umstehenden Beweismittel in Tüten packen. Beim Aufheben der Pistole fällt ein weiterer Schuss. Erschrockene Schreie. Die Bürofrau kreischt: „Hob i wen derschossn?“, und treibt die Teilnehmer in eine Stube des Guts. Die Polizei erscheint augenblicklich in der Person des Hauptkommissars Ganglhofer. Er kündigt an, diesen Fall mit „bayerischer Nonchalance“ und Hilfe der Anwesenden zu lösen.

Bissig, witzig und süffisant konditioniert er seine zwei Helfer auf präzise Handlungen: „Zugriff, Nummer 1!“. Die Beweismittel sind ein blutiger Kartoffelsack, ein Schälmesser und ein goldener Pokal, was auf den gefürchteten Kartoffelkiller hindeutet.

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Nacheinander werden die Verdächtigen vorgestellt: eine kauzige Kartoffelbäuerin namens Franzi Fieselfurtnerin, die liebeswütige Rosi und ein irrer Gemüsegärtner. Alle haben gute Motive für den Mord an dem Nachbarn Egidius Mayer. Während der Pausen gibt es ein Kartoffelmenü, bayerische Musik und Unterhaltung durch eine Bauchladenverkäuferin.

Die Verhöre sind laut, es wird gezetert und gestritten. „Wost no kloa warst, hat ma dir Schweinswürstl um an Hois bundn, damit wenigstens da Hund mit dia spuit“, keift die Fieslfurtnerin. Rosi, als betrogene Geliebte, heult um ihr gebrochenes Herz und der Gärtner Eusebius schwört, er habe Mayer in sein kostbares Düngerwasser urinieren sehen. Zwiegespalten wendet sich der Kommissar an das Publikum und verteilt Täterkarten. Die Auflösung gestaltet sich spannend. Dabei wird auch ein Schwarzlichtstrahler der Polizei eingesetzt. Keiner der Tatverdächtigen hat die „gelben Fleckerl“, die die DNA des Opfers anzeigen. Sie finden sich unerwartet an der hinter einer Zeitung versteckten Bauchladenverkäuferin. Ihr Motiv: Geldnot und Angst um ihre Schwester, deren Karriere als Model durch eine Affäre mit dem Lüstling Egidius Mayer gefährdet gewesen sei.

Kommissar Ganglhofer zeigt sich gnädig. Bei so einem Motiv könne die bayerische Polizei „mal a Aug zudruckn“, sagt er. Allerdings wirft das die Frage nach dem Kartoffelkiller wieder auf. Die Krimi-Beteiligten verlassen fluchtartig den Stadel. Der Abend endet spät. (anks)

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