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Gemeinderat

22.06.2017

Auf fünfte Wohnung wird verzichtet

Das Gemeindewohnhaus in Anwalting wird saniert.
Bild: Archivbild: Sofia Brandmayr

Anwaltinger Jugend kann im Gemeindewohnhaus bleiben. Räume im Souterrain werden nicht umgebaut. Bürgermeister Winklhofer wäre eine andere Lösung lieber gewesen

Affing Es gibt zu wenig Wohnungen. Viele anerkannte Flüchtlinge müssen deshalb weiter in der Asylunterkunft leben. Auch Einheimische suchen händeringend nach bezahlbarem Wohnraum. Das ist in Affing nicht anders. Bürgermeister Markus Winklhofer wollte deshalb möglichst viele Wohnungen im Gemeindehaus Anwalting schaffen. Mit seinem Argument, Wohnraummangel sei das „drängende Thema unserer Zeit“, drang er bei der Mehrheit des Affinger Gemeinderates am Dienstag aber nicht durch.

Fest stand: Affing wird die vier bestehenden Wohnungen des Gemeindehauses modernisieren. Architekt Markus Schneider hatte die Kosten dafür vor einem Jahr auf rund 375000 Euro geschätzt. Inzwischen hat er weitere Räume im Souterrain untersucht und festgestellt: Sie könnten zur Wohnung umfunktioniert werden. Möglich wären zwei Zimmer, Küche, Bad. Für die 60 bis 66 Quadratmeter würde man monatlich zwischen 390 und 430 Euro Miete erlösen. Schneider ging in diesem Fall von rund 490000 Euro Gesamtkosten aus. Die zusätzliche Wohnung würde etwa 40000 Euro Mehrkosten verursachen. Der Architekt hatte zudem eine Preissteigerung von fünf Prozent und unter anderem Investitionen in den Außenbereich einkalkuliert.

Eine Wohnung zusätzlich war jedoch nicht im Sinne vieler Gemeinderäte. Das Problem: Die Räume werden von der Anwaltinger Jugend genutzt. Ministranten kommen dort zusammen, eine Jugendgruppe trifft sich zum Basteln. Die Jugendleitung hat deshalb schriftlich darum gebeten, die Räume behalten zu dürfen. Xaver Lindermeir schloss sich an und betonte: „Die fühlen sich sauwohl da unten.“ Wie er argumentierten die weiteren Gemeinderäte aus Gebenhofen und Anwalting. Befürworter gab es aber auch aus anderen Ortsteilen. Markus Jahnel (Mühlhausen) etwa argumentierte, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten werde sich die Sanierung kaum rechnen lassen. Man solle der Jugend die Räume lassen.

Auf eine Alternative, wie vom Bürgermeister gefordert, wollte sich die Mehrheit nicht einlassen. Winklhofer hatte den Raum im Obergeschoss des Feuerwehrhauses ins Spiel gebracht. Der Vorstand des Feuerwehrvereins zeigte sich darüber nicht begeistert. Man fürchte um Mobiliar und Boden, hieß es in einem Schreiben. Stefan Matzka konnte darüber nur den Kopf schütteln. In wenigen Metern Entfernung stehe ein sauberer Saal zur Verfügung und für die Jugend sei dort kein Platz, ärgerte er sich.

Eine fünfte Wohnung fand schließlich nur sechs Stimmen. Elf Räte lehnten sie ab. Der Sanierungsetat wurde auf Vorschlag von Architekt Schneider dennoch auf 400000 Euro aufgestockt, um auch die Außenanlagen gestalten zu können.

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