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Kühbach

01.09.2020

Aufregende Geburt vor der Haustür: Baby aus Kühbach hat es eilig

Glücklich, dass bei der Geburt alles gut gegangen ist: Carolin und Florian Schäfer aus Kühbach mit der kleinen Constanze auf dem Arm und den beiden Söhnen Lorenz (links) und Ferdinand.
Bild: Anni Grimm

Plus Familie Schäfer aus Kühbach schafft es nicht mehr in die Klinik nach Friedberg. Stattdessen kommt die kleine Constanze im Regen ohne Arzt und Hebamme zur Welt.

Als Constanze auf die Welt kommt, schreit sie erst nicht. Sie hätte zwar leise geröchelt, aber der erlösende Schrei habe auf sich warten lassen, erzählt ihre Mutter Carolin Schäfer. In dem Moment sind Vater und Mutter der Kleinen auf sich allein gestellt – ohne Arzt und ohne Hebamme. „Wir haben die Nabelschnur sortiert, sie angepustet“, so Schäfer. Dann kam er doch noch, der Schrei. Und in ein paar Jahren können die Schäfers ihrer Tochter die Geschichte ihrer abenteuerlichen Geburt im Regen erzählen, bei der glücklicherweise alles gut gegangen ist.

Constanze ist Schäfers drittes Kind. Ihren ersten Sohn entband die 34-Jährige per Kaiserschnitt, bei der zweiten Geburt lag sie 36 Stunden in den Wehen. „Deswegen war ich auf etwas Längeres eingestellt“, erzählt sie.

Plötzlich ist bei Schäfers in Kühbach Schluss mit der Ruhe

Aber Constanze hatte es offenbar eilig, die Welt kennenzulernen. Als am Sonntag um acht Uhr morgens bei Carolin Schäfer in ihrem Zuhause in Kühbach die Wehen einsetzten, schätzte sie, dass es gegen Nachmittag so weit sein könnte. Nach dem Frühstück wurden die beiden Söhne, die drei und fünf Jahre alt sind, von der Oma abgeholt. Schäfer und ihr Mann packten noch die letzten Dinge ein.

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Doch dann war die Ruhe plötzlich vorbei. „Es ging wirklich so schnell“, erzählt Schäfer. Um Viertel vor neun sei klar gewesen, dass sie doch schneller ins Krankenhaus mussten als erwartet, die Wehen wurden plötzlich schlimmer. Ihr Mann, Florian Schäfer, habe die Situation besser einordnen können als sie. „Der hat alles zusammengepackt und gesagt, wir müssen jetzt schnell raus“, erzählt Schäfer.

Die werdende Mutter schafft es nicht mehr zum Auto

In einer Wehenpause half Florian Schäfer seiner Frau vor die Haustür, um zum Auto zu kommen. Aber da habe sie schon gewusst, dass sie es nicht mehr schaffen würden. „Da ist ganz viel Instinkt, man merkt, man kann nicht laufen, man kann nichts anderes als das Kind auf die Welt bringen“, so Schäfer. Da war es gerade zehn nach neun. Florian Schäfer ließ eine Hebamme verständigen, rief den Krankenwagen, brachte Handtücher. „Dass die Geburt daheim ist, hat ihn schon geschockt“, sagt Carolin Schäfer. „Aber dann war er auch voll da.“

Um Viertel nach neun war die kleine Constanze schon da. Carolin Schäfer brachte sie vor dem Hauseingang auf die Welt, der Vater war der einzige Geburtshelfer. Nach den ersten bangen Sekunden und dem erlösenden Schrei wickelten die Eltern die Neugeborene ein und gingen ins Wohnzimmer, ins Trockene. Kurz darauf seien auch Rettungswagen und Hebamme gekommen. Vorsichtshalber kamen Mutter und Tochter noch ins Friedberger Krankenhaus, aber beide sind wohlauf. Am Dienstag durften sie bereits nach Hause fahren.

Kleine Aichacherin kam auf der B300 zur Welt

Erst vor wenigen Wochen hatte es in der Region bereits eine Geburt unter besonderen Umständen gegeben: Die kleine Heidi kam im Auto auf der B300 auf die Welt. Die Eltern der neugeborenen Aichacherin waren unterwegs ins Friedberger Krankenhaus. Auch Heidi hatte es sehr eilig, und der Weg nach Friedberg war zu lang. Auch diese Geburt ging gut aus.

Constanze Schäfer wusste von der Geburt auf der B300. Ein Arzt im Friedberger Krankenhaus habe sie deswegen noch gewarnt, nicht zu spät loszufahren. „Aber bei uns hätte das Krankenhaus in der nächsten Straße sein können, und wir hätten es nicht geschafft“, sagt sie.

Geschichte von der Geburt war schon im Radio

Die abenteuerliche Geburt von Constanze hat sich schon rumgesprochen. Ein Nachbar hat dem Radio geschrieben, der Bürgermeister seinen Besuch angekündigt. „Sie sind ganz stolz, dass so eine Geschichte bei uns in Kühbach passiert ist“, sagt Schäfer. Sie sei einfach nur froh, dass alles gut gegangen sei. Aufgrund ihrer schnellen Geburt hätte Constanze fast einen anderen Namen bekommen. „Wir haben uns überlegt, ob wir sie ‘die Eilige’ oder so nennen“, erzählt Carolin Schäfer und lacht. Am Ende blieb es dann aber doch bei Constanze. Auch ohne ihre Tochter umzubenennen, werden sich die Schäfers noch lange daran erinnern.

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