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Aichach-Friedberg

29.07.2010

Ausbau bringt keine Entschärfung des Unfallschwerpunktes

Machten sich ein Bild von der Situation am Gallenbacher Berg (von links) Ortrud Lueg (Gemeinderätin Dasing), Sabine Bard-Kröninger (Stadträtin Aichach), Christine Kamm (MdL der Grünen), Klaus Becker (Kreisvorsitzender der Grünen), Toni Hofreiter (MdB der Grünen) und Marion Brülls (Kreisrätin). Foto: Gerlinde Drexler
Bild: Gerlinde Drexler

B 300: Grünen-Bundestagsabgeordneter Toni Hofreiter plädiert für eine Änderung der Fahrbahnmarkierung am Gallenbacher Berg.

"Vogelwild" fand Toni Hofreiter die Verkehrssituation am Gallenbacher Berg. Hofreiter, der als bayerischer Abgeordneter die Grünen im Bundestag vertritt, diskutierte am Mittwochabend in kleiner Runde in Aichach über die Zukunft der B 300. Als schnelle Lösung, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen, schlug er vor, die Fahrbahnmarkierungen zu ändern. Statt zwei Fahrspuren bergauf und -ab, sollten zwei Spuren hinauf und nur noch eine hinunter führen.

Der Gallenbacher Berg gehört zu den Unfallschwerpunkten im Landkreis. Vor allem die nicht angepasste Geschwindigkeit der Fahrer ist eine der Hauptursachen für viele Unfälle. Schuld daran sei die optisch breite Fahrbahn, meinte Hofreiter, der sich bei einem Ortstermin am Gallenbacher Berg persönlich einen Eindruck verschaffte. "Die gefühlte Zweispurigkeit verleitet zum Rasen."

Eine schnelle und vor allem kostengünstige Lösung sei es, die Fahrbahnmarkierungen zu ändern. Hofreiter, der verkehrspolitischer Sprecher im Bundestag ist, plädierte dafür, die Fahrzeuge auf zwei Spuren den Gallenbacher Berg hinauf, aber nur auf einer Spur bergab fahren zu lassen. Eine Lösung, die auch den Vorteil hätte, dass die Straßenbauämter über die dafür nötigen Mittel selbst entscheiden können und nicht auf grünes Licht von der Regierung warten müssten. Ein vierstreifiger Ausbau der Bundesstraße würde den Unfallschwerpunkt dagegen nicht entschärfen, war sich Hofreiter sicher.

Ausbau bringt keine Entschärfung des Unfallschwerpunktes

Autobahnen nutzen

Außerdem sprach er sich für eine verschärfte Tempoüberwachung auf dem Abschnitt aus. Ideal wären fest montierte Starenkästen. "Andere Bundesländer haben damit positive Erfahrungen gemacht." Wegen der zusätzlichen Arbeit würde die Verkehrspolizei in Bayern die Anlagen jedoch ablehnen, sagte Hofreiter. Auch parteipolitische Gründe würden gegen fest installierte Radarkontrollen sprechen, glaubt der Grünen-Politiker. "In Bayern wird das abgelehnt, weil das am Stammtisch nicht gut ankommt."

Angesichts von extrem knappen Kassen sollten effiziente Lösungen angestrebt werden, sagte Hofreiter. Er hielt es für sinnvoll, Bundesstraßen teilweise über die Autobahnen zu führen. In Friedberg setzt sich bereits eine Bürgerinitiative dafür ein, zwischen Dasing und Augsburg-West die Bundesstraße auf die Autobahn zu verlegen. Eine Lkw-Maut, wie sie das Kabinett für die Bundesstraßen fordert, würde die B300 nicht betreffen, teilte Hofreiter mit. Wenn, dann gelte die nur für vierstreifig ausgebaute Straßen. Ganz generell müsse man sich darauf einstellen, dass sich wegen knapper Haushaltsmittel alle Straßenbaumaßnahmen nach hinten verschieben würden, kündigte er an. (drx)

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