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Todtenweis-Sand

01.07.2020

Ausgrabungen: Todtenweis darf Geld von Freistaat hoffen

Archäologische Funde im Gewerbegebiet (hier eine Aufnahme aus dem November 2019) brachten den Haushalt in Todtenweis in Schieflage.
Bild: Sofia Brandmayr (Archiv)

Plus Ein Ausschuss des Landtags vertagt die Entscheidung über die kostspielige Ausgrabung in Todtenweis. Der Gemeinde fehlt das Geld.

Die Gemeinde Todtenweis darf sich berechtigte Hoffnungen machen, dass sich der Freistaat Bayern an den Kosten für die archäologischen Ausgrabungen im Ortsteil Sand beteiligt. Das ist das wichtigste Ergebnis einer Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag am Mittwoch.

Eine konkrete Entscheidung über die Petition, die der Todtenweiser Archivar Franz Riß eingereicht hatte, kam zwar noch nicht zustande. Doch Landtagsabgeordneter Franz Josef Pschierer, der für diese Angelegenheit offiziell als Berichterstatter eingesetzt war, äußerte sich in einem Telefonat mit unserer Redaktion durchaus zuversichtlich.

Todtenweiser Haushalt gerät durch Ausgrabung an seine Grenzen

Die Bayerische Staatsregierung hatte sich zuvor ablehnend gezeigt, als es um die Frage einer möglichen Beteiligung an den Kosten ging. Diese Maßnahme, die bei der Erweiterung des Gewerbegebiets in den Lechfeldwiesen erforderlich wurde, hatte die Kasse der Gemeinde enorm belastet. Vor einer Woche hatte die Rechtsaufsicht im Landratsamt in Aichach mit überaus deutlichen Worten darauf hingewiesen, dass der Haushalt gerade noch genehmigt werden konnte.

Die Ausgrabungen in Todtenweis geben Historikern noch einige Rätsel auf.
Bild: Sofia Brandmayr (Archiv)

Die finanziellen Engpässe von Todtenweis sind nicht zuletzt auch auf diese Ausgrabungen zurückzuführen. Dadurch konnten die Gewerbegrundstücke im vergangenen Jahr nicht mehr veräußert werden. Michael Hofberger, mittlerweile Dritter Bürgermeister, hatte vor geraumer Zeit in einer Sitzung des Gemeinderats sein Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass von allen Bundesländern allein Bayern den Gemeinden bei solchen Projekten nicht unter den Arm greife.

„Die Stellungnahme der Staatsregierung ist inhaltlich so nicht zu akzeptieren“, betonte Pschierer gegenüber unserer Redaktion. Der CSU-Landtagsabgeordnete berichtete davon, dass er sich am Vortag über dieses Thema mit dem örtlichen Kollegen Peter Tomaschko ausgetauscht habe. Dieses Gespräch wollte er am Mittwoch wiederholen. „Da ist einiges nicht rund gelaufen“, erklärte Pschierer zu dieser Angelegenheit.

Mehrere Fürsprecher für Todtenweis

Wann sie abschließend geklärt werden könnte, dazu vermochte der ehemalige Staatssekretär auf die Schnelle keine verlässliche Aussage zu machen. Er versicherte aber, dass auch die übrigen Fraktionen sich seiner Ansicht anschlossen. Volkmar Halbleib aus Ochsenfurt, ein Abgeordneter der SPD, kam im Ausschuss kurz zu Wort, nachdem sich eine Vertagung des Themas abgezeichnet hatte: „Ich finde es eine weise Entscheidung.“

Todtenweis und Gundelfingen in einem Boot

Nicht nur für Pschierer steht fest, dass noch Klärungsbedarf besteht. Es gehe nun darum, für die Zukunft ein tragfähiges Modell zu entwickeln, sodass künftig die Staatsregierung Gemeinden bei diesen kostspieligen Ausgrabungen unterstützt. Das Thema Todtenweis wurde am Mittwoch im Ausschuss zusammen mit einem ähnlichen Antrag aus Gundelfingen behandelt. Schon nach wenigen Minuten war klar, dass es bei dieser Gelegenheit noch nicht zu einer Klärung kommen würde, dass man sich aber im Sinne der Antragsteller einsetzen werde. Pschierer fasste die Meinung so zusammen: „Wir sehen das Anliegen der Petenten als berechtigt. Es kann nicht sein, dass wir nur mit Auflagen kommen und dann sagen: Schau’ mal, lieber Bürgermeister, wie du zurechtkommst.“

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