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Aichach

16.04.2015

Autofahrer landet mit drei Promille auf Grundstück

Bei drei Promille Alkohol im Blut sind das Sehvermögen und vor allem die Reaktion stark eingeschränkt. In diesem Zustand hat sich ein 49-Jähriger ans Steuer gesetzt.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Ein 49-Jähriger hat sich betrunken hinter das Steuer gesetzt. Der Mann hat keinen Führerschein. Er war im Auto seiner Tochter unterwegs, als er gegen einen Brunnen fuhr.

Ein 49-Jähriger saß am Donnerstag auf der Anklagebank im Aichacher Amtsgericht. Er hatte betrunken einen Unfall gebaut – mit dem Auto seiner Tochter. Der Mann hatte sich im Juli mit fast drei Promille hinter das Steuer gesetzt und war von der Maria-Birnbaum-Straße abgekommen. Auch nüchtern hätte er das Auto nicht fahren dürfen, der Aichacher hat keinen Führerschein.

Der Angeklagte hatte bei der Polizei bereits gestanden. Er sagte allerdings, er sei nicht am Steuer eingeschlafen, wie es in der Anklage hieß. „Die Straße war durch den Regen glatt.“ Als er von der Straße abgekommen war, fuhr er das Auto auf einem Grundstück gegen einen Brunnen. In der Zeit, als der Unfall passierte, habe er keine Arbeit gehabt und besonders viel getrunken, sagte der Angeklagte.

Im Gutachten wurde er trotz des hohen Promillewertes als „beherrscht“ beschrieben. Allerdings sei deutlich erkennbar gewesen, dass er getrunken habe.

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Die Fahrt im Juli 2014 war nicht die erste, bei der der Angeklagte betrunken und ohne Führerschein unterwegs war. Bereits viermal wurde er wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis verurteilt. Das Urteil war jeweils eine Bewährungsstrafe. Auch bei seinem Unfall im Juli war der 49-Jährige auf Bewährung.

Der Mann musste schon einmal reanimiert werden

Der Angeklagte ist schwer alkoholkrank und hatte in den vergangenen Monaten viele Krankenhausaufenthalte, zuletzt direkt vor der Verhandlung. Verteidiger Clemens Sandmeier legte ein Gutachten des Arztes vor. Darin hieß es, der 49-Jährige habe bei einem früheren Krankenhausaufenthalt schon einmal reanimiert werden müssen. Er sei schwer herzkrank, hatte vorübergehend einen Herzschrittmacher und sei durch den Alkohol schwer geschädigt. Außerdem rauche er seit 20 Jahren etwa zwei Schachteln Zigaretten pro Tag, was seine Gesundheit sehr beeinträchtigt hat.

Sandmeier wollte damit zeigen, dass sein Mandant in schlechter Verfassung sei und dies lange nicht ernstgenommen habe. „Bei den bisherigen Verurteilungen gab es keine Auflage zur stationären Therapie“, sagte der Anwalt. Der 49-Jährige sei jetzt aber von sich aus dazu bereit. Mit der Rehabilitation habe er nur wegen des erneuten Krankenhausaufenthaltes noch nicht begonnen. Durch seinen Zustand sei es außerdem fraglich, ob er hafttauglich ist. Der Verteidiger hoffte daher auf eine Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. „Eine Androhung der Gefängnisstrafe und eine Therapie als Auflage können weitere Straftaten besser verhindern“, sagte Sandmeier. Seinen Mandant ins Gefängnis zu schicken würde nichts nutzen: „Es würde wieder passieren“.

Staatsanwältin Nadja Innermann aber forderte eine achtmonatige Gefängnisstrafe ohne Bewährung. Richter Axel Hellriegel entschied am Ende auf eine sechsmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Er sprach von einer „hohen abstrakten Gefährdung“ des Straßenverkehrs, bei der zum Glück noch relativ wenig passiert sei. Die Beteuerung der Verteidigung ließ er nicht gelten: „Das bloße Versprechen, eine Therapie zu machen, reicht nicht. Der Unfall war im Juli, seitdem war genug Zeit.“ Außerdem wurde dem Angeklagten verboten, in den nächsten zwei Jahren wieder einen Führerschein zu machen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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