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02.09.2015

Axtbrunn: Wo die Axt manchmal Wellen schlägt

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5 Bilder
Vor dem Haus von Andreas Neumeyer stapeln sich die Dachplatten. In den nächsten Wochen werden sie auf dem eingerüsteten Haus im Hintergrund verlegt. Das Haus wurde im Jahr 1972 gebaut. Neumeyer ist gerade dabei, es schrittweise zu sanieren.
Bild: Johann Eibl

Im Petersdorfer Ortsteil Axtbrunn fühlen sich Menschen und Pferde wohl. Ein Wasserlauf gibt ihm seinen Namen. Ein Familienname kommt hier öfter vor.

„Wo’s Dörflein traut zu Ende geht ...“ – Franz Wiedemann verdanken wir den Text zu diesem Volkslied und Carl Hess die Melodie dazu. Die Zeile passt durchaus zu Axtbrunn. In diesem kleinen Ort endet nicht nur der Bereich der Gemeinde Petersdorf, sondern nicht weit davon entfernt beginnt auch ein anderer Landkreis. Die Axt gab dem kleinen Flecken seinen Namen. Derzeit führt sie kaum Wasser. Doch bei starkem Regen kann sie durchaus Probleme bereiten.

Wer vom Aindlinger Ortsteil Eisingersdorf her das Schützenheim in Axtbrunn ansteuert, entdeckt auf der linken Straßenseite Apfelbäume. Ihre Äste hängen wegen der vielen reifen Früchte bis zum Boden. Mit diesem Obst hat auch Rosa Brandner zu tun. „Ich hebe die Äpfel auf, und mein Sohn mäht die Wiese“, beschreibt sie die Arbeitsteilung im Anwesen südlich der Axtstraße. Die 82-Jährige ist auf eine Gehhilfe angewiesen. Trotzdem sagt sie: „Ein bissel was möchte ich noch machen. Der Kopf ist noch gut. Mit dem Laufen geht es schlecht. Aber ich bin zufrieden.“ Was ihr nicht gefällt: Auch die Wespen freuen sich über die reiche Apfelernte. Sie haben sie als Nahrungsquelle entdeckt und summen um die Bäume herum.

Rosa Brandner ist mit Bürgermeister Richard Brandner aus dem Ortsteil Alsmoos nicht verwandt. Der Name Brandner kommt in Axtbrunn häufig vor. Nur ein paar Schritte sind es bis zur nächsten Familie Brandner. Florian und Fanny Brandner bieten Pferdefreunden die Möglichkeit, bei ihnen edle Vierbeiner einzustellen. Auf einer großen Koppel können sie sich mit Artgenossen tummeln. Über ein Dutzend Pferde sind dort unterwegs.

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Leoni Baade und Christine Steinbrecht-Baade nutzen diese Gelegenheit seit einem Jahr und sind begeistert: „Eine schöne Stallgemeinschaft, supertoll.“ Gerade kommen sie mit Polly, ihrem fünfjährigen Pferd, von einem Spaziergang zurück, ihr schwarzer Hund Nellie ist ebenfalls mit von der Partie. Wenige Minuten später darf Polly mit „ihren Freunden“ auf die Wiese hüpfen. Im Reitunterricht soll das Pferd mithilfe von Gymnastik Muskeln aufbauen, damit es die Reiterin problemlos tragen kann.

Ein paar Meter weiter sind Robert und Kathrin Brandner unterwegs. Sie warten gerade auf einen Handwerker, der auch prompt eintrifft. Mit ihm besprechen sie im fertigen Rohbau die nächsten Arbeiten. Für November hat sich Nachwuchs angesagt. „Wäre schön, wenn wir dann schon im Haus wären“, sagt die werdende Mutter. Allerdings ahnt sie, dass dieser Wunsch wohl kaum in Erfüllung gehen wird. „Mit Handwerkern ist es derzeit schwierig“, weiß Robert Brandner und ergänzt: „Besonders seit Affing.“ Damit meint er den Tornado, der im Mai in der Nachbargemeinde wütete. Seither werden dort Handwerker dringend benötigt. Andere, weniger dringende Arbeiten müssen da schon mal warten.

Am Ortsende steht eine umfangreiche Sanierung an

Als Wirtschaftsingenieur ist Robert Brandner in München tätig. Die weite Fahrt vom Wittelsbacher Land in die Landeshauptstadt und zurück stört ihn nicht: „Dafür darf man auf dem Land wohnen.“ Gleich neben den Eltern. Urlaub ist für das junge Ehepaar kein großes Thema in diesem Sommer. Schließlich gilt es, jeden Tag dafür zu sorgen, dass die Arbeiten zügig voranschreiten.

Am östlichen Ende von Axtbrunn steht zwar kein Hausbau an, wohl aber eine umfangreiche Sanierung. Im Juni dieses Jahres hat dort Andreas Neumeyer, der in Aindling arbeitet, ein Gebäude gekauft. 1972 wurde es errichtet. Nun will Neumeyer es in allen Bereichen auf Vordermann bringen. „Das mache ich nicht auf Biegen und Brechen“, versichert der 26-jährige Heizungsbauer aus dem Aichacher Stadtteil Sulzbach. „Mein bester Freund ist ein Zimmerer.“

Den kann er bei diesem Projekt gut gebrauchen. „Ich habe reichlich Arbeit“, sagt Neumeyer. Dennoch hat er sich zumindest eine Woche Urlaub in Italien gegönnt. Vor dem eingerüsteten Haus stapeln sich die neuen Dachplatten, die im Laufe des Septembers verlegt werden. Zuvor aber wird das Dach umfangreich nach dem derzeitigen Stand der Technik isoliert. Der 26-Jährige sagt: „Ich gehe auf regenerative Energie.“

Nächstes Jahr kommt der Garten an die Reihe. Auch da gibt es einiges zu tun, da die gesamte Fläche über 1000 Quadratmeter umfasst. „Ruhig ist es hier“, sagt der Bauherr. Nur eines stört ihn: „Die Baustelle an der Staatsstraße.“ Die führt dazu, dass nicht nur er derzeit einen Umweg fahren muss. Aber spätestens zum Schulbeginn werden auf der Straße von Baar nach Aichach die Arbeiter wieder abziehen.

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