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Windräder

09.03.2018

Bürgerinitiative kritisiert Stadt Aichach

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Es gibt seit November einen Zuschlag für eine gesicherte Einspeisevergütung für einen Windpark im Allenberger Fort und eine klare Absichtserklärung des sächsischen Projektentwicklers Uka. (Symbolbild)
Bild: Mathias Wild

Uka bezeichnet das Vorgehen der Stadt bei Hiesling als „intransparent“. Für Bürgermeister Klaus Habermann ist der Vorwurf „bodenlos“.

Es gibt seit November einen Zuschlag für eine gesicherte Einspeisevergütung für einen Windpark im Allenberger Fort und eine klare Absichtserklärung des sächsischen Projektentwicklers Uka. Es gibt aber bis dato weder einen Bauantrag noch eine Voranfrage. Dennoch glaubt die Anfang Dezember gegründete Bürgerinitiative (BI) „Schutz unserer Wittelsbacher Heimat“, dass hinter den Stadtratskulissen bereits alles ausgekartelt wird.

Vereinsvorsitzender Christoph Bringmann fragt sich jedenfalls „Kommen die Mega-Windräder still und heimlich?“ In einer Pressemitteilung wirft die BI der Stadt vor, dass die öffentlich angekündigte und zugesicherte Transparenz und Aufklärung mit Einbeziehung der betroffenen Bürger bisher nicht stattfinde. Stattdessen würden im Stadtrat hinter verschlossenen Türen unter Ausschluss der Öffentlichkeit Gespräche und Sitzungen abgehalten, bei denen die Uka ihre Pläne für den Bau von vier Windkraftanlagen erläutere und vorstelle.

Bürgermeister Klaus Habermann findet diesen Vorwurf „bodenlos“. Eigentlich will er auf AN-Anfrage gar „keinen Kommentar“ dazu abgeben. Nur so viel: Wenn sich der Stadtrat über mögliche rechtliche Konsequenzen vorab informiere, dann sei das notwendig und legitim, dies nicht öffentlich zu machen. Wenn ein Bauantrag vorliegen würde, dann muss der natürlich öffentlich behandelt werden – es liege aber keiner vor. Habermann ist hörbar verärgert, dass die BI ihn nicht persönlich befragt – dann könne er dazu Auskunft geben – sondern mit einer Pressemitteilung und Vorwürfen an die Öffentlichkeit geht.

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Wie ausführlich berichtet, hat eine Gesellschaft, Umweltgerechte Bürgerenergie Aichach, bei der Ausschreibung der Bundesnetzagentur den Zuschlag für eine Einspeisevergütung für vier Windräder im Vorranggebiet an der Kreisstraße AIC 2 zwischen den Stadtteilen Untergriesbach, Untermauerbach, Oberwittelsbach und Allenberg (Gemeinde Schiltberg) bekommen. Das sagt aber nichts aus über die Chance für eine Baugenehmigung.

Windräder: das befürchtet die Bürgerinitiative

Die BI fürchtet aber, dass die Weichen schon vorab und im stillen Kämmerlein gestellt würden. Der Verein hat laut Bringmann inzwischen „140 Mitglieder und rund 1350 Unterstützer in Aichach“. Die geplanten Windräder würden mit einer Gesamthöhe (inklusive Rotor) von rund 250 Meter nochmals 50 Meter höher werden als die Anlagen im Blumenthaler Forst und damit die höchsten in ganz Süddeutschland. Zwei dieser Windräder, so die BI, sollen innerhalb der ausgewiesenen Konzentrationsflächen 1a und 1b und zwei außerhalb dieser Flächen errichtet werden. Die Grundstücke seien aber bis auf eins noch nicht im Zugriff der Projektentwickler.

Im Bereich des anderen Windvorranggebiets westlich von Aichach zwischen den Stadtteilen Oberschneitbach und Hiesling und den Hollenbacher Ortsteilen Igenhausen und Schönbach sei Uka aktuell ebenfalls sehr aktiv und versuche Grundstückseigentümer vertraglich für spätere Projekte zu binden, bevor dies in den betroffenen Ortschaften in der Öffentlichkeit bekannt werde, so die BI. Hintergrund für die geänderte Vorgehensweise von Uka sei der neue Vergabeprozess der Netzagentur. Ab 2018 erteile die Behörde den Zuschlag erst nach dem Einreichen konkreter Bauanträge.

Transparenz fehle ebenso im Punkt eines möglichen Rückbaus, so Bringmann in seiner Mitteilung. Für einen Rückbau von Windrädern dieser Größenordnung veranschlage das Bundesland Nordrhein-Westfalen bis zu 1,4 Millionen Euro. Somit dürfte der für den Rückbau eingeforderte Rücklagebetrag von 6,5 Prozent der Bausumme wohl bei Weitem nicht ausreichen. Bei einer Betreiberinsolvenz würden letztendlich die Grundstückseigentümer für den Rückbau zur Kasse gebeten, „warnt“ die Bürgerinitiative vor einem finanziellen Risiko.

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