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Versammlung I

27.04.2016

BN steht an Spitze der Osttangenten-Gegner

Den enormen Flächenverbrauch im Landkreis, vor allem die Zerstörung fruchtbaren Bodens durch Straßenbau und Gewerbegebiete, beklagt der Bund Naturschutz. Deswegen ist der BN auch gegen die geplante Osttangente.

Bund Naturschutz im Landkreis beklagt großflächige Zerstörung fruchtbaren Bodens durch Gewerbe- und Straßenprojekte

Nein, die brisanten Themen gehen dem Bund Naturschutz (BN) im Landkreis Aichach-Friedberg sicher so schnell nicht aus. Im Gegenteil. Landfraß, Glyphosat und Osttangente brachten im vergangenen Jahr prägende Diskussionen. „Landraub“, „der Bauer und sein Prinz“ oder „Power to Change“, hießen beispielsweise die Inhalte, die im Cineplex Aichach für Besucherandrang sorgten. Einen angenehmen Gegenpart zu den Problemen bildete hingegen der Heidemeier-Film „Grünes Land – unterwegs im Ecknachtal“.

An all dies erinnerte der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe, Ernst Haile, bei der Jahreshauptversammlung in Schloss Blumenthal bei Klingen (Stadt Aichach) vor gut 50 Mitgliedern. „Hier werden beileibe nicht nur Maisäcker verschwinden, sondern wertvolle Naturschutzflächen“, sagte Haile bezüglich der geplanten Osttangente, die laut Bundesverkehrswegeplan eine europaweit relevante Verbindung von der Autobahn A8 zur Bundesstraße B17 bringen soll. „Eine Südumfahrung München zum Gotthard-Basistunnel“, war hingegen aus der Versammlung zu hören.

Seit einem Jahr haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen zu einem Aktionsbündnis gegen diese Trasse durch die Lechauen zusammengeschlossen und die Mitglieder der BN-Kreisgruppe stehen dabei an vorderster Front.

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Stephan Kreppold, stellvertretender BN-Kreisvorsitzender, engagiert sich hier und erinnerte daran, dass es dieser Verkehrsweg zügig in den Bundesverkehrswegeplan geschafft habe. „Dabei ist die Entlastungswirkung für die angrenzenden Kommunen nur marginal, und unsere Kreispolitiker bilden sich ein, aus der großen Durchleitungsachse die von ihnen favorisierte kleine Kreistagsvariante machen zu können – gegen den Widerstand aus Augsburg, München und Berlin“, wetterte der Biobauer aus Wilpersberg (Stadt Aichach) und stellte klar: „Neunzig Prozent der Bürger Friedbergs, Kissings, Merings und Königsbrunns wollen dieses Monster nicht.“

Während der BN im Wittelsbacher Land die großflächige Zerstörung fruchtbaren Bodens etwa im interkommunalen Gewerbegebiet Dasing/Aichach schwer bedauert, klingen die Klagen der Nachbar-Kreisgruppe aus Augsburg noch bedrohlicher. Johannes Enzler heißt der dortige BN-Vorsitzende: „Wir haben im Landkreis Augsburg im vergangenen Jahr 226 Hektar Boden zugebaut“, nannte Enzler in der Versammlung erschreckende Zahlen und ergänzte sarkastisch: „Wir sind Spitzenreiter.“

Über die Finanzen der Aichach-Friedberger Kreisgruppe berichtete Schatzmeister Siegfried Bless: „Wir sind handlungsfähig im Moment. Man sieht aber an den Einnahmen und Ausgaben, dass wir nicht so viel Spielraum haben.“ Einnahmen von rund 24200 Euro stehen Ausgaben in Höhe von circa 27500 Euro gegenüber. Die Kreisgruppe hat also im vergangenen Jahr ein Minus um die 3300 Euro eingefahren, was jedoch durchaus am verspäteten Eingang von Zuschüssen liegen mag, wie Bless plausibel erklären konnte.

Die Windkraft polarisiert nach wie vor innerhalb des BN in Bayern. Während Prominente wie zu Guttenberg als Windkraftgegner den Verband vehement angehen, stehen auf der anderen Seite Kapazitäten wie der Erneuerbare-Energien-Experte Hans Fell, der austrat aus dem BN, weil zu wenig in Sachen Windkraft passiere.

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