Newsticker
RKI meldet 16.417 Neuinfektionen und 879 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Baar: Der Weg zur Wallfahrtskirche Maria im Elend wird umgestaltet

Baar

09.08.2020

Baar: Der Weg zur Wallfahrtskirche Maria im Elend wird umgestaltet

Die Allee zur Wallfahrtskirche Maria im Elend wird naturnah umgestaltet. Eine Mulde soll verhindern, dass Regenwasser ungehindert in den Ort schießt.
Bild: Stefanie Brand

Plus Der Baarer Bauhof gestaltet den Weg zur Wallfahrtskirche Maria im Elend naturnah um. Eine Blumenwiese gibt es schon. Was noch passieren soll.

Im Elendweg in Baar oder vielmehr auf der Verlängerung des Elendwegs, der zur Wallfahrtskirche Maria im Elend führt, sind am Montag große Gerätschaften angerollt. Der Grund: Baars Bürgermeister Roman Pekis lässt dort einige der Ideen umsetzen, die Matthias Schlicker vor ziemlich genau einem Jahr im Gemeinderat vorgeschlagen hatte. Damals brachte Schlicker seine Ideen noch als Bürger vor, mittlerweile sitzt er selbst als Gemeinderat. Seine Ideen bilden die Basis für die „naturnahe Umgestaltung“ des Elendswegs, wie Pekis die Maßnahme bezeichnet.

Die von Schlicker einst vorgeschlagene Baumallee wird nun als Allee mit Hecken umgesetzt. Nach Gesprächen mit Landwirten – unter anderem mit dem Spargelhof Lohner und Thomas Riedl – einigte sich Pekis mit den Pächtern der angrenzenden Flächen auf eine seichte Mulde, die parallel zum Weg angelegt und dauerhaft begrünt werden soll. Die Vermessungsarbeiten haben bereits stattgefunden, sodass die Bauhofmitarbeiter am Montag starten konnten. Links der Mulde soll eine Hecke gepflanzt werden, erklärt der Bürgermeister. Am hinteren Teil des etwa 500 Meter langen Weges, dort, wo es mehr Platz gibt, sollen etwa sieben bis acht Bäume gepflanzt werden. Zudem werden Übergänge für die Landwirte angelegt, damit diese ihre Felder und Wiesen nach wie vor bewirtschaften können.

Elendweg Baar: Blühwiese konnte Schlicker bereits umsetzen

Die Maßnahme soll einen Nutzen für viele bringen, so Pekis. Die Natur bekommt Lebensraum, zudem wird die Allee optisch verschönert. Die Mulde, die bereits am Waldesrand vorhanden ist und dort das Wasser staut, das bei starkem Regen anfällt, wird fortgeführt. Bislang ist diese Mulde deutlich zu klein. Bei starkem Regen schießt das Wasser nahezu ungebremst in den Ort. Weil der Bauhof die Arbeiten selbst ausführen kann, spare sich die Gemeinde Geld. „Das Geld dazu hätten wir nicht“, erklärt Pekis. In dieser Woche soll die Mulde schon fertig werden. Danach entstehen die Überfahrten vom Elend-Feldweg hin zu den landwirtschaftlichen Flächen. In puncto Bepflanzung werde dann Initiator Schlicker wieder aktiv werden, so Pekis.

Zwei Heumanderl bieten an der Ecke Elendweg-Germanenring Tieren einen Unterschlupf. Die Totholzhecke (rechts im Bild) fungiert als Brutstätte, Schutz und Nahrungsquelle für viele Tiere.
Bild: Stefanie Brand

Schlickers zweite Idee, eine Blühwiese anzulegen, konnte er als Pächter bereits umsetzen – und zwar in direkter Nähe zum Elend-Feldweg. An der Ecke Elendweg-Germanenring durfte die Blumenwiese bereits erstmals blühen. Auf der gepachteten Fläche habe er sogenanntes autochthones Saatgut ausgebracht. So konnte eine Blumenwiese mit einheimischen Pflanzen entstehen. Eine Totholzhecke, die im Fachjargon als Benjeshecke bezeichnet wird, sowie zwei Heumanderl sind heute auf der Wiese zu sehen.

Elendweg Baar: Heumanderl sollen Tieren Unterschlupf bieten

Eine Benjeshecke besteht aus einheimischen geschichteten Laubhölzern mit etwas Laub. Sie dient als Brutstätte und Schutz sowie als Nahrungsquelle für Igel, Vögel, Reptilien und Insekten. Heumanderl wurden früher an Hängen angelegt, da man mit schweren Geräten dort nicht arbeiten konnte. Am Ende des Elendwegs sollten die Heumanderl Tieren einen Unterschlupf bieten, erklärt Schlicker und fügt stolz hinzu: „Nach nur einem Jahr hatte sich bereits die Zauneidechse angesiedelt.“

Die langfristige Planung sieht so aus: „Die Blumenwiese braucht circa drei Jahre, bis sie sich fertig entwickelt hat“, erklärt Schlicker. Einmal jährlich werde die Fläche gemäht. Dabei bleibe immer die Hälfte stehen, um den Tieren einen Rückzugsraum bieten zu können.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren