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Baar

17.10.2020

Baar bekommt eine „Mini-Kita“ für Kinder unter drei Jahren

Ab März 2021 könnte es in Baar Betreuungsplätze für Krippenkinder geben.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Plus Ab März 2021 sollen zehn Kinder unter drei Jahren in Baar einen Krippenplatz bekommen. Dafür soll ein bestehendes Gebäude umgebaut werden - mit viel Eigenleistung.

Zum Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend in Baar erklärte Bürgermeister Roman Pekis: „Mein Wunsch ist es, ab März 2021 eine Betreuung für Krippenkinder im Ort anzubieten.“ Dass er diesen Wunsch sich und vor allem den jungen Familien in Baar erfüllen könnte, ist aktuell greifbarer denn je – und zwar in Form einer „Mini-Kita“. Diese müsse nicht erst zeit- und kostenaufwendig gebaut werden. Stattdessen könnte das Anwesen im Kirchweg 19 umgebaut, angepasst und möbliert werden, um dort bereits ab dem Frühjahr 2021 zehn Krippenkinder betreuen zu können.

Pekis‘ Wunsch basiert auf den mündlichen Aussagen des Bauamts und der Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pöttmes. Auch mit dem Landratsamt und mit dem Jugendamt habe er bereits Rücksprache gehalten, so Pekis. Zur Sitzung fehlte also nur noch eins: Der Beschluss des Gemeinderats. Mit 11:1 stimmte der Rat dem Vorhaben zu; Josef Reiter stimmte dagegen ohne sich in der Diskussion dazu zu äußern.

Die Zustimmung des Gemeinderats bedeutet nun, dass es höchste Zeit ist, die Anpassungen in dem Gebäude auf dem Kefer-Anwesen anzugehen. Pekis hat dafür einen Betrag von 30.000 Euro anvisiert, allerdings unter Berücksichtigung einer großen Portion Eigenleistung. Denn, so Pekis, „wenn wir alles vergeben, dann kommen wir nicht hin.“ Das erklärte er dem Gremium und Dieter Zach, der an der Kostenschätzung von 30.000 Euro zweifelte. Ansonsten äußerte sich Zach lobend: „Ich begrüße, dass es geklappt hat. Das freut mich sehr.“ Zach erhofft sich durch die Mini-Kita Erkenntnisse über die Auslastung einer Krippe im Ort und Zeit – Zeit, die dann gegebenenfalls in weitere Planungen investiert werden kann.

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Baarer Bürgermeister hofft auf Unterstützung von Firmen

Bereits bei seinen Vorbereitungen zeigte Pekis, wie er durch Eigenleistung sparen möchte. Durch die Unterstützung von Peter Fesenmeir vom Bauamt und Gemeinderat Matthias Schlicker sparte sich der Bürgermeister bereits teure Architektenkosten. Mit Blick auf die Heizung im Gebäude, die nicht mehr so gut sei, spekulierte Pekis auf die Unterstützung der„tollen Firmen im Ort“, was das Gremium mit einem Lachen quittierte.

Der Ort, an dem künftig die unter Dreijährigen betreut werden sollen, war nicht zum ersten Mal für eine Kinderkrippe vorgesehen. Allerdings waren die Planungen zu einem Neubau einer Krippe mit Hort auf dem Kefer-Anwesen am Bodengutachten gescheitert, das das Projekt noch teurer gemacht hätte als die bereits veranschlagten 2,4 Millionen Euro.

Die Odyssee bis dahin skizzierte Fesenmeir in der Sitzung, um die neuen Räte auf den aktuellen Stand zu bringen und Gemeinderat Reiter aufzuzeigen, dass gefällte Beschlüsse dazu geführt haben, dass 127.000 Euro in die Planung geflossen sind, die letztlich am Bodengutachten scheiterte. Reiter hatte in der vorangegangenen Sitzung den einst geplanten Neubau als „Luftschloss“ bezeichnet, in das ein sechsstelliger Betrag investiert wurde.

Bauamt nimmt zu Vorwurf Stellung

Den Vorwurf Reiters, die Verwaltung hätte die Gemeinde warnen müssen, damit nicht zeitgleich in das Bodengutachten und in die Planung investiert wird, wies Fesenmeir von sich mit Verweis auf die Zeit, die drängte. Die Planung für den Bau von Krippe und Hort musste bis August 2019 eingereicht sein, um die Chance auf Zuschüsse aus einem Sonder-Förderprogramm zu wahren. Diese Zeitschiene konnte einst nur gehalten werden, weil Arbeiten zeitgleich vergeben wurden, so Fesenmeir.

Mit der nun initiierten Mini-Kita wird die Baarer Kinderbetreuung kurzfristig um die Option reicher, unter Dreijährige zu betreuen. Bei Bedarf könne das Gebäude dann auch anderweitig für die Kinderbetreuung genutzt werde. Dass dies nötig werden könnte, zeigt ein Blick auf den aktuellen Kindergartenbedarfsplan, nach dem der Kindergarten St. Laurentius mit 50 Kindern voll ausgelastet ist. Darunter gebe es sieben Kinder, die nicht im Gemeindegebiet leben, hieß es. Künftig soll laut Pekis stärker darauf geachtet werden, dass die Kinder aus dem Ort auch einen Kindergartenplatz in Baar bekommen; aktuell werden fünf Baarer Kinder außerhalb der Gemeinde betreut.

Auch die Schulkinderbetreuung ist mit 14 Kindern aktuell ausgelastet. Dass der Bedarf steigen könnte, ist mit Blick auf die Baarer Grundschule denkbar, in der in den kommenden Schuljahren immer mehr Kinder zur Schule gehen werden. Ab dem Schuljahr 2021/2022 könnte es drei Klassen geben. Aktuell sind es zwei Kombiklassen.

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