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Bürgerversammlung

06.03.2009

Baarer wettern gegen Windkraft-Pläne

Vor einem Jahr kamen 30 Frauen und Männer zur Bürgerversammlung in die Baarer Mehrzweckhalle; am Donnerstagabend waren es beinahe dreimal so viele. Für das ungewöhnlich große Interesse sorgte in erster Linie das Thema Windkraft.

Der Gemeinderat hat dazu einen Beschluss gefasst, der bis zu neun Räder im Westen des Hauptortes in dieser Kommune ermöglichen würde. Unmittelbar bevor die Entscheidung fiel, fand damals eine Infoveranstaltung statt. Die kritischen Stimmen, die man dabei hörte, wurden auch jetzt laut.

Von einer Verschandelung der Landschaft war die Rede und von einer Hauruckaktion der Gemeinde. So beklagte sich Gemeinderätin Johanna Ruisinger: "Ich habe mich überrumpelt gefühlt." Ihr hielt Bürgermeister Leonhard Kandler entgegen: "Es gab dazu fünf Sitzungen." Des Weiteren war zu hören, dass in Baar am 20. März eine Veranstaltung vorgesehen ist mit einem Diplomingenieur und einem Rechtsanwalt. Die Windräder würden eine Höhe von 180 Metern erreichen, wurde beklagt. Der Olympiaturm in München sei nicht mal 150 Meter hoch. "Bei einem so eminent wichtigen Thema haben wir überhaupt nichts zu sagen", empörte sich Hermine Eberle, die bis Mai 2008 dem Gemeinderat angehört hatte. "Das wäre ein wirkliches Thema für die Dorfentwicklung."

Kandler äußerte sich generell zur Windenergie: "Ich persönlich bin für so was." Auf Nachfrage von Hermine Eberle räumte er ein, dass die Gemeinde für ihr Ja ein finanzielles Entgegenkommen ausgehandelt hat mit der Firma, die den Antrag stellte. Einen Betrag mochte er nicht nennen. Der Bürgermeister erinnerte in seinem Bericht daran, dass man einen Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung verlange; der Gesetzgeber schreibt 800 Meter vor. Das Gebiet südlich der Staatsstraße, also im Bereich der Wallfahrtskirche Maria im Elend, darf nicht genutzt werden. Außerdem muss ein Streifen von 300 Metern neben der Straße ebenfalls frei von Windrädern bleiben.

Baarer wettern gegen Windkraft-Pläne

Bis zu neun Räder mit einer Nabenhöhe zwischen 75 und 139 Metern sollen laut Antrag errichtet werden; zuvor seien noch umfangreiche Auflagen zu erfüllen. Pro Jahr und Rad könne mit einer Gewerbesteuer von mindestens 5000 Euro rechnen. Der Park ist für 20 Jahre geplant mit einer Option für weitere fünf Jahre. Ein weiteres Thema, das den Baarern auf den Nägeln brennt, ist die Zukunft ihrer Schule. "Der Gemeinderat steht absolut hinter der Schule", betonte Leonhard Kandler: "Es liegt an den Kinderzahlen." Die niedrigen Geburtenzahlen werden wohl dazu führen, dass in nächster Zeit Kombiklassen gebildet werden müssen. 2003 kamen zehn Buben und Mädchen zur Welt, 2004 waren es 18, 2005 zählte man nur vier, 2006 waren es wie 2008 jeweils 13 und 2007 zehn. Im laufenden Jahr erblickte erst ein neuer Erdenbürger in dieser Kommune das Licht der Welt.

Der dritte wichtige Komplex an diesem Abend galt der Dorfentwicklung. Hier rief der Bürgermeister zum Mitmachen bei der Auftaktveranstaltung am 5. April an gleicher Stelle auf. Bei Maßnahmen in diesem Zusammenhang könne man Zuschüsse von 50 Prozent erwarten. Kandler rechnet damit, dass es im Zusammenhang mit dem Konjunkturprogramm II "eine Riesenstreiterei unter den Kommunen geben werde, weil der eine was kriegt und der andere nicht". Er wird sich darum bemühen, dass die Schule hergerichtet werden kann.

Auch Ärger mit wilden Müllablagerungen

Die Sanierung der Kapelle in Lechlingszell soll im Lauf des Jahres abgeschlossen werden. Dass Schilder im Gemeindebereich zerstört wurden, prangerte Kandler ebenso an wie das wilde Ablagern von Müll. Für die Entsorgung von Klärschlamm habe die Gemeinde 43 000 Euro bezahlen müssen. Beim Kindergarten St. Laurentius könnte es dazu kommen, dass nur noch eine Gruppe gebildet wird. Nur elf Bauanträge gingen 2008 bei der Gemeinde ein.

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