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ÖPNV

19.06.2018

Bald soll es Tickets für Region Ingolstadt geben

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Ingolstadt liegt im Zentrum des Tarifzonenplans der Verkehrsgemeinschaft Region Ingolstadt (VGI). Mit Einführung des Einheitstarifs ab 1. September kann man mit einem einzigen Ticket in allen öffentlichen Verkehrsmittel aus der gesamten Region dorthin fahren.
Bild: John Müller (Archiv)

Der Regionale Gemeinschaftstarif soll tatsächlich am 1. September starten.Davon wären auch Teile des Marktes Pöttmes betroffen.

Ein Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Großraum mit beliebig vielen Umsteigemöglichkeiten: Was in deutschen Ballungsräumen für Fahrgäste längst Normalität ist, wird ab 1. September mit dem Regionalen Gemeinschaftstarif (RGT) in der Region 10 endlich Realität. Davon wären auch Teile der Marktgemeinde Pöttmes betroffen, nämlich der Kernort sowie die Ortsteile Grimolzhausen und Reicherstein. Noch fehlen allerdings die Genehmigungen der zuständigen Regierungen von Oberbayern und von Schwaben.

Robert Frank, in Doppelfunktion Geschäftsführer der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft (INVG) und des Zweckverbands Verkehrsgemeinschaft Region Ingolstadt (VGI), und der Unternehmensberater Robert Niesen (Wikom AG) erläuterten den Kreisräten im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes gestern den aktuellen Projektstand. Nach 20 Jahren Diskussion und Arbeit hätte der RGT bereits vergangenen Herbst an den Start gehen sollen. Doch es kam anders. Wegen ungelösten technischen Abstimmungen und offenen Rechtsfragen verschob der Zweckverband VGI im Sommer 2017 die flächendeckende Einführung um ein weiteres Jahr.

Wie „kooperations- und koordinationsintensiv das Projekt ist“, so Niesen, zeige allein die Zahl der Partner, die in den Verbundtarif zu integrieren waren. Zur Einführung eines einheitlichen Tarifs in den drei Landkreisen und der Stadt Ingolstadt mussten 20 kommunale und private Busunternehmen, drei Bahnbetreiber (Agilis, DB Regio, Bayerische Regiobahn) und die Aufsichtsträger unter einen Hut gebracht werden.

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Um das zu bewerkstelligen, mussten Tarifwesen, Vertrieb und die rechtlichen Grundlagen abgestimmt, die technische Infrastruktur erweitert, und – für die Betreiber besonders wichtig – die Einnahmenaufteilung geregelt werden. „Es geht darum, die Erlöse gerecht zu verteilen“, so Niesen. Immerhin werden 25,8 Millionen Euro pro Jahr durch den Fahrscheinverkauf erwirtschaftet. Zwei Drittel der Summe entfallen auf den INVG, mit 25 Prozent sind die Schülermonatskarten der zweitgrößte Posten. Ganz konkret bedeutet das, fährt etwa ein Fahrgast von Neuburg nach Ingolstadt zunächst mit dem Zug zum Hauptbahnhof und anschließend mit dem Bus weiter in die Innenstadt, muss in das Ticket eingepreist sein, wie viel davon Agilis erhält und wie viel die INVG. Nötig ist dazu natürlich auch ein Software-System, das in allen Verkehrsmitteln dieselben Tickets ausspuckt.

„Das Herzstück des ganzen Projekts ist der Tarifplan“, erläuterte Niesen. In diesem sensiblen Konstrukt sind 1000 Tarifzonen und 20 Tarifstufen vereint. Die Tickets, es werden 22 Fahrscheinarten angeboten, können im Vorverkauf oder beim Fahrer erworben werden. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen existieren insgesamt sechs Vorverkaufsstellen. In der ganzen Region gibt es bereits über 100. Mehr wären seitens der Landkreiskommunen nicht gewünscht gewesen, erklärte Robert Frank, was Alfred Lengler (CSU), Bürgermeister von Gachenbach, so nicht stehen lassen wollte. „Wir sind nach Ticketautomaten gefragt worden. Der kostet 35000 Euro, das brauchen wir nicht.“ In der Praxis, relativierte der INVG-Geschäftsführer, habe sich in der Peripherie der Verkauf über den Fahrer bewährt. Das gelte allerdings nur für Einzelfahrtickets, andere Fahrscheine sollten sinnvollerweise im Vorverkauf angeschafft werden.

In dieser ersten Phase des RGT, das erfuhr Peter von der Grün (FW) auf Nachfrage, wird zunächst nur das Tarifsystem vereinheitlich. Die Linien oder die Taktung der Verbindungen werden nicht angetastet. Der Fahrplan ändert sich vorerst also nicht. „Dazu ist ein Dialog mit den Unternehmern über ihre Erfahrungen nötig. Das wäre ein nächster Schritt“, ergänzte Robert Frank. Der barrierefreie Ausbau aller Haltestellen im Tarifgebiet, den Anton Krammer (SPD) anregte, sei nicht Aufgabe des Zweckverbands. Dazu Frank: „Für den Ausbau der Infrastruktur ist zunächst weiter der Träger verantwortlich.“ Genau das geschieht ab August in Brunnen. Dort baut die Deutsche Bahn den Bahnhalt Brunnen an der Strecke Augsburg – Ingolstadt und die Gemeinde parallel dazu einen Park&Ride-Platz.

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