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Landwirtschaft

19.01.2018

Bauern bangen um die Sauen

Schweinebauer Reinhard Herb aus Sielenbach ist besorgt wegen der Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest.
Bild: Dominik Schwemmer

Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest wächst. Auch im Landkreis befürchten Tierhalter einen Ausbruch der Seuche und bereiten sich auf den Ernstfall vor.

Für Menschen ist sie ungefährlich, aber für Schweine endet sie meist tödlich. Die Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter aus, in Polen und Tschechien wütet sie bereits. Auch im Landkreis wächst die Angst vor der Seuche. Denn Impfungen oder Medikamente dagegen gibt es nicht. Ist ein Tier befallen, muss der gesamte Bestand geschlachtet werden.

Herbert Pfaffenrath, Leiter des Veterinäramtes Aichach-Friedberg sagt: „Wir verfolgen die Entwicklung sehr aufmerksam und werden vom Umweltministerium ständig auf dem Laufenden gehalten.“ So wurden alle Schweinehalter im Landkreis aufgefordert, dem Amt aktuelle Daten über ihren derzeitigen Bestand zu übermitteln. Betriebe mit Freilandhaltung oder einem Stall mit Auslauf wurden zusätzlich auf Hygienestandards hin überprüft. Laut Statistik des Landwirtschaftsamtes gibt es im Landkreis etwa 80 000 Schweine verteilt auf 286 Betriebe.

Einer davon ist der Hof von Landwirt Reinhard Herb aus Sielenbach. Herb, der auch Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) ist, hat 1500 Schweine. Er ist besorgt über die sprunghafte Ausbreitung der Krankheit. „Sollte die Schweinepest bis zu uns kommen, wäre das der Supergau“, erzählt er. Daher bemüht sich der Landwirt schon jetzt nach Kräften das Risiko einer Infektion seiner Tiere so gering wie möglich zu Halten. „Momentan hat Stallhygiene bei uns oberste Priorität“, erklärt Herb. Dazu gehört unter anderem das Wechseln der Schuhe vor dem Betreten des Stalls, um zu verhindern, dass Erreger von außen zu den Schweinen gelangen. Denn würde das passieren, müsste der Landwirt alle Schweine Schlachten, nicht nur die Infizierten, und sein Stall wäre für mindestens ein halbes Jahr gesperrt. „Das wäre das Schlimmste, was passieren kann“, sagt Herb.

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Ein Ausbruch der Seuche würde erhebliche finanzielle Schäden bedeuten. Zwar könnten Landwirte eine Ertragsausfallversicherung abschließen, doch diese ersetze im Versicherungsfall nur den Wert der Tiere, nicht aber die langfristigen Schäden, berichtet der Sielenbacher. Die größte Ausbreitungsgefahr sieht Herb beim Transitverkehr aus dem Osten und bei der Verbreitung durch Wildschweine.

Denn die Seuche befällt ausschließlich Haus- und Wildschweine. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit dem Blut oder Sekret infizierter Tiere übertragen. So kann sich die Krankheit auch über kontaminierte Kleidung, Transportfahrzeuge oder beim Verfüttern von Speiseabfällen verbreiten. Pfaffenrath vom Veterinäramt betont: „Die Gemeinden im Landkreis sind angehalten, besonders auf die Sauberkeit entlang der Straßen zu achten.“ So gelte es, bei parkenden Lastwagen aus Osteuropa, wo die Krankheit bereits wütet, genau hinzuschauen. Speisereste sollten entsprechend entsorgt werden.

Auch bei einem toten Wildschwein, das am Straßenrand liegt, ist Vorsicht geboten. „Überfahrene Wildschweine werden derzeit auf die Afrikanische Schweinepest hin untersucht“, erklärt Pfaffenrath. Bei geschossenem Wild würden sowieso standardmäßig Proben auf verschiedene Krankheiten genommen.

Paul Berchtenbreiter, Vorsitzender der Kreisgruppe Aichach des Bayerischen Jagdverbandes, sagt: „Wir wissen um die Gefahr und sind aufmerksam.“ Die bayerische Staatsregierung hat eine Abschussprämie von 20 Euro pro erlegtem Tier ausgesetzt. Berchtenbreiter sagt, Wildschweine würden generell stark bejagt. Daher ändere auch die aktuelle Seuchengefahr die Situation im Landkreis nicht sehr. Zudem sei die Wildschweinjagd nicht leicht, weshalb es schwer wäre mehr zu schießen. Berchtenbreiter ist sich sicher, dass die afrikanische Schweinepest nicht allein durch vermehrte Jagd gestoppt werden kann.

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