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Pöttmes

26.09.2019

Baustelle an Ortsdurchfahrt: Schleichverkehr sorgt weiter für Ärger

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Der Feldweg am Salzlager vorbei, bei Anwohnern "Salzberg" genannt, wird von vielen Auto- und Lastwagenfahrern während der Bauarbeiten an der Schrobenhausener Straße als Schleichweg genutzt. Dabei ist hier eigentlich nur landwirtschaftlicher Verkehr und Linienverkehr zugelassen. Das Bild ist in Richtung Süden aufgenommen.
Bild: Claudia Klimes

Plus Wegen der Bauarbeiten an der Schrobenhausener Straße fließt viel Verkehr durch ein Wohngebiet. Zum Leidwesen der Anwohner. Gibt es Entlastung?

Seit Mitte Juli saniert das Staatliche Bauamt Augsburg die Ortsdurchfahrt, die Schrobenhausener Straße, in Pöttmes. Seitdem ist der Unmut bei Anwohnern und Gewerbetreibenden groß. Denn die offizielle Umleitung über Klingsmoos und Ehekirchen (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) ist vielen Auto- und Lastwagenfahrern zu weit. Zudem leiten ihre Navis sie oft durchs Wohngebiet. Dort klagen Anwohner über viel Verkehr, hohe Geschwindigkeiten, Staub und Lärm.

Anwohner leiden wegen der Baustelle an der Schrobenhausener Straße

Doch Polizei und Gemeinde sehen keine Möglichkeit zur Abhilfe – zum Missfallen zahlreicher Anwohner, die die erneute Diskussion am Dienstag im Pöttmeser Marktgemeinderat verfolgten. Verärgert verließen sie danach das Rathaus. Fraktionsübergreifend äußerten Ratsmitglieder Verständnis für ihre Lage. Aber die Vorschläge, die bei einem Treffen der CSU-Fraktion mit Anwohnern im Juli gesammelt worden waren, lassen sich aus verschiedenen Gründen nicht verwirklichen.

Mobile Stolperschwellen, die das Tempo des Verkehrs reduzieren sollen, führen nach Ansicht von Peter Fesenmeir vom Bauamt zu vermehrtem Lärm. Denn die Autofahrer bremsten vorher ab, beschleunigten wieder und auch das Überfahren der Schwelle mache Krach.

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Einbahnstraßenregelung ist laut Verwaltung nicht sinnvoll

Eine Einbahnstraßenregelung hält die Verwaltung für nicht sinnvoll. Die Anwohner hatten gehofft, dass so der Gegenverkehr in der engen Goethe- und Eugen-Roth-Straße vermieden werden kann. Doch dabei gebe es Gewinner und Verlierer, warnte Bürgermeister Franz Schindele. Der Verkehr könne sogar schneller werden. Stefan Wolf vom Bauamt hatte die Fraktionen in einem Schreiben um Vorschläge gebeten, doch laut eigener Aussage keine erhalten. Das blieb am Dienstag so.

Die Anwohner hatten außerdem gefordert, den Feldweg am Salzlager, der parallel zur Eugen-Roth-Straße verläuft, als provisorische Umleitung freizugeben. Doch er ist Wolf zufolge nicht breit genug – schon gar nicht, wenn zwei Lastwagen aneinander vorbei wollen. Auch die Polizei sprach sich mehrfach gegen die Freigabe des Wegs aus. Zudem gibt es Klagen der dortigen Anwohner über viel Staub. Daher wird der Weg regelmäßig gewässert.

Während der Bauarbeiten an der Schrobenhausener Straße rollt viel Schleichverkehr durch das angrenzende Wohngebiet. Anwohner warfen die Frage auf, ob der Fußweg von der Rudolf-Diesel-Straße in Richtung Unterfeldstraße Bild geöffnet werden könnte. Doch dafür ist er zu schmal. Ein Antrag der CWG, den Weg zu öffnen, scheiterte im Gemeinderat knapp mit 9:11 Stimmen.
Bild: Claudia Klimes

Gemeinderat diskutiert über Öffnung eines Fußwegs

Am längsten diskutiert wurde über die Idee, den Fußweg zwischen Unterfeld- und Rudolf-Diesel-Straße freizugeben. Er ist derzeit mit einem Pfosten abgesperrt. Doch auch dieser Weg ist laut Stefan Wolf mit 2,3 Metern zu schmal und wäre nach kürzester Zeit so stark beschädigt, dass er für einen mittleren fünfstelligen Betrag repariert werden müsste. Zudem kann die Gemeinde den Pfosten nicht einfach entfernen. Sie braucht dafür eine verkehrsrechtliche Anordnung der Polizei. In einem Telefonat mit dem Pöttmeser Bauamt hatte ein Polizeibeamter zwar gesagt, er halte eine Öffnung des Weges für denkbar. Doch mehrere Ratsmitglieder befürchteten, damit die Situation zu verschlimmern.

Barbara Pawel (Bürgerblock) war strikt dagegen: „Wenn wir dort den Pfosten rausnehmen, steht die Unterfeldstraße zur Stoßzeit voller Autos. Im Moment haben wir einen fließenden Verkehr, wenn auch langsam.“ Auch Schindele warnte vor Staus. Wenn zwei Autofahrer sich begegneten, müsse einer zurückfahren. Margarete Felbier (CSU) warnte vor einem Verkehrschaos und schlug vor, die Anwohner sollten Schilder mit der Aufschrift „Bitte langsam fahren!“ malen. Claus Kopold (CSU) erinnerte an den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Wiesenbach und die Ignoranz vieler Autofahrer angesichts der Absperrungen: „Da sind die Leute bis hinter den Bagger hingefahren.“ Er räumte ein, dass die Belastung für die Anwohner hoch ist. „Aber das braucht halt mal durchstehen.“

CSU-Fraktionssprecher Mirko Ketz verwies darauf, dass es an den Häusern aussehe „wie nach einem Sandsturm“. Dritter Bürgermeister Thomas Huber (Bürgerblock) appellierte an die Anwohner, die restliche Bauzeit von voraussichtlich sechs Wochen noch durchzuhalten. CWG-Fraktionssprecher Erich Poisl dagegen beantragte, den Fußweg zu öffnen. Alle sechs CWG-Mitglieder sowie Sissi Veit-Wiedemann, Mirko Ketz (beide CSU) und Anton Neukäufer (Bürgerblock) stimmten dafür, elf Räte lehnten ab.

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