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Landesausstellung 2020

14.01.2019

Bayern ist zu Gast in Aichach: Das ist geplant

Bei der Landesausstellung 2020 wird Aichachs Altstadt selbst zum Ausstellungsstück. (Archivbild)
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Bei der Landesausstellung 2020 wird Aichachs Altstadt selbst zum Ausstellungsstück. (Archivbild)
Bild: Erich Echter

Plus Der Landkreis und die beiden Städte im Wittelsbacher Land bereiten sich auf die Bayerische Landesausstellung 2020 vor. Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Wenn von Mai bis November 2020 die Bayerische Landesausstellung mit dem Titel „Stadtluft macht frei“ im Wittelsbacher Land stattfindet, wird das nicht nur in einem Museum über die Bühne gehen. Schloss Friedberg und Feuerwehrhaus Aichach, aber auch die beiden Städte an sich, verschiedene historische Bauten und letztlich das ganze Wittelsbacher Land werden einbezogen. Das ist ein Novum bei den Landesausstellungen, die in der Regel mindestens 100000 Besucher anziehen, zuletzt in Ettal. Dort ging es um den „Mythos Bayern“, 2020 geht es darum, wie Adelsgeschlechter wie die Wittelsbacher das Land mit ihren Städtegründungen prägten.

Der Landkreis, die Städte und das Haus der Bayerischen Geschichte stecken mitten in den Vorbereitungen. Es gibt Besprechungen und Vor-Ort-Termine; im März ist im Aichacher Kreisgut ein Kolloquium geplant. Koordinator der Vorbereitungen ist Wolfgang Müller, Leiter des Büros des Landrats. Er beschreibt das Konzept so: „Über das Geschichtliche hinaus soll die Region ,Wittelsbacher Land’ in den Mittelpunkt rücken.“ Denn hier nahm der Aufstieg der gleichnamigen Familie zur europäischen Königsdynastie seinen Anfang. Die Ausstellungen an beiden Orten werden sich Müller zufolge sehr unterschiedlich gestalten und ergänzen. Im Friedberger Schloss wird eine klassische Schau gezeigt, mit hochwertigen Exponaten. In Aichach werden im früheren Feuerwehrhaus Geschichtsszenarien mit moderner Medientechnik inszeniert.

Müller sagt: „Wer sich die Ausstellungen in Friedberg und in Aichach ansieht, wird viele Möglichkeiten haben, auch die Zeit davor und danach zu genießen“. Dafür werde ein Rahmenprogramm sorgen, von dem nicht nur auswärtige Besucher, sondern auch Menschen in der Region profitieren. Und vielleicht werden auch Alteingesessene ihre Städte mit neuen Augen sehen, denn an die Ausstellungen knüpft immer ein Rundgang an, dessen Teilnehmer ein Stück Geschichte in der Gegenwart entdecken sollen.

Friedberg will bei diesem Rundgang etwas Besonderes bieten. Es soll unter anderem der Salzkarrner-Turm (Hagerturm) an der Stadtmauer umgebaut werden. Bürgermeister Roland Eichmann sieht den Bau ideal, den Stand der nachmittelalterlichen Stadt darzustellen. Eine der Ebenen soll als Aussichtsplattform dienen. Im Schlosspark soll ein Spielplatz entstehen, Park und Wege werden umgestaltet. Durch den Schlossgraben wird ein Trampelpfad führen.

Das alte Feuerwehrhaus an der Martinstraße wird bei der Landesausstellung eine große Rolle spielen. (Archivfoto)
Bild: Regine Kahl

Landesausstellung 2020: Das ist alles bereits in Aichach geplant

Auch neben dem Schloss, auf dem Trinkl-Gelände, wird sich etwas tun. Aktuelle Idee ist, vor das alte Gebäude eine Holzfassade mit Wintergarten zu setzen, der als Sammelpunkt dient. Kassen werden installiert. Damit die Menschen nicht zu lange Schlange stehen müssen, versucht die Stadt, das Brandschutzkonzept anzupassen, so dass sich mehr als 500 Personen gleichzeitig im Schloss aufhalten dürfen.

In Aichach wird das alte Feuerwehrhaus erste Anlaufstelle. Vor Ort ist Museumsleiter Christoph Lang Projektkoordinator. „Die Halle bleibt eine große Halle“, sagt er. Dennoch gibt es einiges zu tun. Der Boden muss behindertengerecht gestaltet, Klimatechnik eingebaut, der Eingangsbereich umgestaltet werden. Im Frühjahr soll sich entscheiden, wie die Fassade gestaltet wird. Weiterer Anlaufpunkt ist das Wittelsbacher Museum im Unteren Tor, bislang ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München. Wenn die Stadt heuer die Trägerschaft übernimmt, stehen laut Bürgermeister Klaus Habermann ein neues Konzept und bauliche Veränderungen an. Die momentanen Arbeiten – das Tor ist derzeit eingerüstet – haben damit allerdings nichts zu tun.

Warum auch Oberwittelsbach bei der Landesausstellung eine Rolle spielen soll

Zumindest im Rahmenprogramm soll auch Oberwittelsbach – Namensgeber der Herrscherdynastie – eine Rolle spielen. An die geschleifte Burg erinnert ein Gedenkstein. Der Burgplatz soll bis zur Landesausstellung neu gestaltet werden. Es gibt schon einen Planungsvorschlag. Laut Habermann ist die Stadt dabei, diesen mit den Grundstückseigentümern – dem Freistaat und der Kirche – abzustimmen.

Die Burgkirche wird voraussichtlich nicht besichtigt werden können. Unter anderem wegen der Schwierigkeiten bei der Sanierung der Burgkirche war man beim Thema der Ausstellung in Aichach und Friedberg von „Die frühen Wittelsbacher“ auf „Die Wittelsbacher als Städtegründer“ umgeschwenkt. Wie berichtet, zieht sich die 2014 begonnene Generalsanierung hin, weil massive Schäden am Gewölbe entdeckt wurden. Deren Behebung soll im Februar beginnen und wird sich über das ganze Jahr hinziehen. Christoph Lang hofft, dass die Besucher der Landesausstellung 2020 zumindest einen Blick ins Innere der Burgkirche werfen können. Dagmar Feiler, Projektleiterin beim staatlichen Bauamt, sagt: „In der derzeitigen Situation eher nicht.“

Bei der Landesausstellung ist es Christoph Lang wichtig, die Bevölkerung einzubinden, vor allem beim Rahmenprogramm mit Musik, Theater, Tanz und Lesungen. „Stadt ist mehr als Mauern“, sagt er. „Stadt sind auch die Leute, die hier leben.“ Die Landesausstellung sei nicht nur für die Besucher aus ganz Bayern gedacht, sondern solle Teil des städtischen Lebens sein, so Lang: „Ein ganz langanhaltendes Bürgerfest.“

Lesen Sie dazu unseren Kommentar "Landesausstellung über Städte: Diese Schau wird spannend".

Lesen Sie dazu den Artikel: Was die Besucher bei der landesausstellung erwartet

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