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Dasing

01.08.2017

Beim Brand in der Western-City war das Löschwasser knapp

Ob die beliebte Western-City wieder aufgebaut wird, ist derzeit völlig offen. „Die Bilder sprechen für sich“, sagt Volker Waschk von der Geschäftsführung des Freizeitparks, der am Wochenende von ei
Bild: Eva Weizenegger

Behördensprecher: Die Brandschutzbestimmungen der Baugenehmigung waren eingehalten. Doch es stellt sich die Frage, ob das genügt und ob es überhaupt weitergeht.

Wie konnte es passieren, dass schon wieder ein Großbrand in der Western-City Dasing wütete? In der Nacht zum Sonntag richtete das Feuer einen Schaden in Millionenhöhe an – die Western-City liegt in Schutt und Asche. Wieder einmal. Zum dritten Mal in vier Jahren wurde das Lebenswerk des 2015 verstorbenen Fred Rai von den Flammen zerstört. Über 400 Feuerwehrleute aus den Landkreisen Aichach-Friedberg, Dachau und Augsburg versuchten, ein Übergreifen der Flammen auf die Nebengebäude und die Stallungen mit den Pferden zu verhindern. Dabei gab es jedoch ein großes Problem, das Löschwasser reichte nicht aus.

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Wie Kreisbrandrat Christian Happach einen Tag nach dem Großeinsatz schildert, mussten sechs Leitungen zur Paar gelegt werden, weil das Wasser im Löschteich für das Großfeuer nicht ausreichte. „Die gesetzlich vorgeschriebene Menge an Löschwasser war vorhanden. Es gibt einen Pool, aus dem die Feuerwehr das Wasser ziehen kann. Aber das war einfach zu wenig“, so Happach. Außerdem haben Löschtankwagen Wasser aus einem Hydranten am Bauernmarkt geholt. „Wir haben einen Pendelverkehr eingerichtet. Für die Wasserförderung war also viel Manpower nötig – mehr als bei allen anderen Aufgaben.“ Den Brand selbst habe nur ein kleiner Teil der Einsatzkräfte gelöscht. „Gegen vier Uhr morgens hatten wir das Feuer im Griff“, so Happach weiter. Fünf Gebäude sind durch den Brand vollkommen zerstört worden. Verschont blieben lediglich die Pferdestallung, das neue Wohnhaus und die Arena.

Im Juni wurde der Brandschutz überprüft

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Pressesprecher Wolfgang Müller vom Landratsamt Aichach-Friedberg bestätigt, dass es im Juni vonseiten des Brandschutzes eine Überprüfung in der Western-City gegeben habe: „Es wurde kontrolliert, ob der Löschteich gefüllt ist und die Zufahrtswege alle frei sind“, sagt Müller. Das sei der Fall gewesen. „Der Löschteich war enorm wichtig bei dem Einsatz, weil die Feuerwehr schnell mit dem Wasser vor Ort die Löscharbeiten beginnen konnte“, so Müller.

Ein Großteil der Kerngebäude, die in Flammen standen, seien in den 1990er-Jahren gebaut worden. „Entsprechend gilt auch der Brandschutz, der mit der damaligen Baugenehmigung einherging“, sagt Müller. Beim Brandschutz gehe es vor allem darum, dass keine Personen zu Schaden kommen. „Das konnte gewährleistet werden“, sagt Müller. Die etwa 60 anwesenden Personen konnten rechtzeitig gerettet werden. Das Freizeit-Camp, zu dem am Sonntag zahlreiche Kinder kommen sollten, wurde abgesagt.

Erschwerte Bedingungen beim Löscheinsatz

Doch bei den Löscharbeiten herrschten erschwerte Bedingungen. Denn ein Großteil der Gebäude in der Western-City ist aus Holz, die Dekoration besteht überwiegend aus brennbaren Materialien. „Dadurch breitete sich das Feuer schnell aus“, erklärt Happach. Das Schwarzpulver, das in einem der Gebäude lagerte, konnten die Einsatzkräfte rechtzeitig entfernen. Und auch der Gastank, der sich direkt neben einem brennenden Gebäude befand, wurde vor den Flammen geschützt. Happach zum Thema Brandschutz: „Wir können als Feuerwehr nur darauf hinweisen. Der Betreiber hat den gesetzlichen Rahmen ja eingehalten.“ Er hoffe, dass sich in Zukunft trotzdem etwas ändern werde. „Doch das muss man wahrscheinlich mit verschiedenen Ämtern abklären“, sagt Happach.

Was zu dem verheerenden Feuer geführt hat, ist noch offen. Der Kreisbrandrat lässt sich da auf keine Mutmaßungen ein: „An der Ursachensuche sind wir als Feuerwehr nicht beteiligt. Das ist Sache der Polizei – spezielle Brandfahnder sind im Einsatz. Diese reden mit dem Betreiber sowie Einsatzkräften und anderen Zeugen, die früh vor Ort waren.“ Diese Spezialisten versuchten nun, durch das Brandbild die Ursache zu ergründen.

Bürger bieten Betreibern ihre Hilfe an

Landrat Klaus Metzger lobt das hohe Engagement der Feuerwehren. „Kreisbrandrat Christian Happach hat gezeigt, dass er der Richtige in dem Amt ist“, sagt Metzger. Es sei eine Mammutaufgabe gewesen, gegen die Flammen anzukämpfen und zugleich ein Übergreifen auf die Nebengebäude zu verhindern. Auch er ist noch vollkommen erschüttert vom Brand: „Da fehlen erst einmal die Worte, da kann man nur trösten.“ Ihn haben schon am Sonntag und auch am Montag mehrere E-Mails von Bürgern aus dem Landkreis erreicht, die den Betreibern der Western-City ihre Hilfe angeboten haben. „Für viele ist ein Kindheitstraum zerstört worden, sie wollen nun helfen, ob mit Geld oder aktiver Mitarbeit“, schildert der Landrat.

Auch Dasings Bürgermeister Erich Nagl, selbst Feuerwehrmann, zeigt sich betroffen: „Es ist wirklich tragisch – man hatte sich gerade vom Brand der Reithalle berappelt und jetzt das.“ Es verwundere schon, wie es so kurz hintereinander zu einem Brand kommen konnte. „Aber die Auflagen des Landratsamtes zum Brandschutz wurden alle erfüllt“, so Nagl. Über mögliche Änderungen solcher Auflagen wie die Installation zusätzlicher Wasserleitungen, Sammelbecken oder automatischer Löschtechniken kann er nur mutmaßen.

Noch ist offen, ob die Western-City wieder aufgebaut wird. „Die Bilder sprechen für sich“, sagt Betreiber Volker Waschk. Sein Büro, sein Computer und alle seine Unterlagen fielen den Flammen zum Opfer. „Ich kann im Moment noch nicht sagen, wie es weitergeht.“ (mit stz, sev) 

Bei uns im Internet finden Sie eine Bildergalerie zu dem Brand.

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