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Aichach-Friedberg

04.05.2018

Berufliche Oberschule setzt auf Sonnenenergie

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Initiator Thomas Rebitzer (Zweiter von links) stellte die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Beruflichen Oberschule in Friedberg vor. Die Einnahmen kommen dem Förderverein der Schule zugute, der mit dem Geld Bildungsprojekte unterstützt.
Bild: Daniel Weber

Die Berufliche Oberschule Friedberg weiht ihre neue Photovoltaikanlage ein. Das Konzept  hat Vorteile und könnte anderen Einrichtungen als Vorbild dienen.

Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel – direkt auf die neuen Photovoltaikpanels auf dem Dach der Beruflichen Oberschule (BOS/FOS) in Friedberg. Mit jeder Sonnenstunde wird dort nicht nur umweltfreundlicher Strom erzeugt, sondern es werden auch die Kassen des Förderkreises der BOS gefüllt. In der Aula präsentiert eine Anzeige die Leistung der Anlage – seit Februar sind es bereits über 6500 Kilowattstunden.

Die Einweihung der Anlage nutzt Thomas Rebitzer, Mitarbeiter der Schulleitung, um anderen Schulen die Nachahmung schmackhaft zu machen. Er hat gute Argumente, doch von den 40 geladenen Schulen sind nur das Friedberger und das Aichacher Gymnasium anwesend. Dabei geht es hier nicht darum, Geld für einen guten Zweck zu investieren. Die regenerative Energieerzeugung wirft nämlich ansehnliche Gewinne ab.

Die BOS, die nun bereits das neunte Jahr offiziell den Titel „Umweltschule“ trägt, hat bereits seit fast einem Jahrzehnt vier Photovoltaikplatten in Betrieb, doch die neue Anlage hat eine ganz andere Dimension. Der größte Teil der Dachfläche des Hauptgebäudes erzeugt seit Februar Strom, etwa 46000 Kilowattstunden pro Jahr. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht jährlich ungefähr 3500 Kilowattstunden.

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„Den Strom verwenden wir nicht selbst, sondern speisen ihn zu 100 Prozent ins Netz der Lechwerke ein“, erklärt Rebitzer. „20 Jahre lang werden wir dafür zwölf Cent pro Kilowattstunde bekommen, das macht im Jahr etwa 5500 Euro.“ Der Förderverein der BOS betreibt die Anlage und darf folglich auch den Gewinn einstreichen. „Weil es sich dabei um einen gemeinnützigen Verein handelt, kann sich niemand an den Einnahmen bereichern, das ganze Geld kommt der BOS zugute“, sagt Rebitzer.

Das waren die Probleme beim möglichen Leuchtturmprojekt

Als vor einem Jahr mit dem Projekt begonnen wurde, war die Finanzierung das Hauptproblem. „Die Bank wollte uns keinen Kredit geben, weil der Förderverein keine finanziellen Sicherheiten vorweisen konnte. Wir haben uns dann einfach Geld von den Vereinsmitgliedern geliehen, das wir über 14 Jahre mit Zinsen zurückzahlen. Trotz der Tilgung werden wir aber auch schon in diesen Jahren einen Gewinn mit der Anlage erwirtschaften“, verrät Rebitzer.

In 20 Jahren wird die Anlage dem Förderverein 49000 Euro beschert haben, Tilgung, Versicherungen und Gebühren bereits abgezogen. Von dem Projekt profitieren alle Seiten: Der Förderverein bekommt finanzielle Mittel, die der Schule zugutekommen. Die Umwelt wird geschont und die regenerative Energieerzeugung im Landkreis vorangetrieben. Und auch die Geldgeber bekommen ihre Auslagen wieder zurück.

Als die Anwesenden selbst auf dem Dach der BOS stehen, sind sie überrascht, wie einfach die Anlage errichtet ist. Die einzelnen Photovoltaikflächen sind lediglich aneinander befestigt und beschwert, am Dach selbst wurde nichts verändert. Die Arbeiten begannen im Dezember 2017, bereits im Februar 2018 war alles erledigt und die Anlage ging in Betrieb.

Die BOS bietet interessierten Schulen Formulare und Vertragsvorlagen an, die Nachahmung ist ausdrücklich erwünscht. Und die Anwesenden zeigen sich aufgeschlossen: „Eine Photovoltaikanlage wäre für die Physikklassen spannend, da gäbe es viele Möglichkeiten für Projekte“, überlegt Nadine Vöst, Physiklehrerin am Aichacher Gymnasium. Und die Runde spekuliert weiter: „Der Aufbau einer Anlage könnte von einem P-Seminar begleitet werden, die Schwerpunkte könnten auf Physik oder Wirtschaft liegen.“

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