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Bildung

29.11.2017

Berufsausbildung ist Alternative zum Studium

Zufrieden mit dem Bildungsbericht: (von links) Eva-Maria Teebken (Bildungskoordination Neuzugewanderte) sowie Götz Gölitz und Goran Ekmescic vom Bildungsbüro.
Bild: Gerlinde Drexler

Bericht des Bildungsbüros analysiert erstmals Situation der Absolventen aller Schularten im Wittelsbacher Land. Zwei Drittel der Abgänger sind von weiterführenden Schulen.

Wie gut gelingt im Landkreis der Übergang zwischen Schule und Beruf? Und wie attraktiv ist die duale Ausbildung? Das waren die beiden zentralen Fragen, mit denen sich das Bildungsbüros des Landkreises befasste. Es ist das erste Mal, dass in diesem Zusammenhang die Situation des Ausbildungsmarktes für 15- bis 19-Jährige auf Landkreisebene analysiert wurde. Beim Zusammentragen der Daten halfen Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK), Landwirtschaftsamt, Schulamt und die Schulen im Wittelsbacher Land.

Der Bericht, der auch über die Internetseite des Landratsamtes eingesehen werden kann, zeigt interessante Ergebnisse. Der bundesweite Trend zu höheren Schulabschlüssen lässt sich auch im Wittelsbacher Land feststellen. Während die Zahl der Mittelschulabsolventen deutlich sank, stiegen die Zahlen an Realschulen und Gymnasium stark an. Knapp zwei Drittel der insgesamt rund 1600 Schulabgänger kommen inzwischen von den weiterführenden Schulen. Eine Befragung der Absolventen im Sommer machte deutlich, dass es je nach Schulart Unterschiede beim Übergang in Ausbildung, Arbeit oder Studium gibt. Über die Hälfte der Real- und Mittelschüler gehen demnach direkt in die berufliche Ausbildung.

Etwa sieben Prozent der Realschüler hatten zum Zeitpunkt der Befragung noch keine Entscheidung getroffen. Bei den Mittelschülern waren es 15 Prozent. Die Zahl der Unentschlossenen an den Gymnasien lag bei 28 Prozent. Knapp zwei Drittel streben ein Studium an. An den Förderschulen im Landkreis schafften in den vergangenen Jahren immer mehr Schüler den Mittelschulabschluss. Nur rund acht Prozent von ihnen gelang jedoch der direkten Übergang in eine Ausbildung. Über 90 Prozent müssen über Qualifzierungsmaßnahmen versuchen, eine Lehrstelle zu bekommen. Um diesen ernüchternden Zahlen entgegenzuwirken, will das Bildungsbüro im kommenden Jahr zusammen mit dem Bildungsbeirat das Thema Inklusion angehen.

Trotz des Trends zu höheren Schulabschlüssen ist das Interesse an einer Berufsausbildung im Landkreis weiter hoch. 2016 entschieden sich genauso viele junge Leute für eine Ausbildung in IHK- oder HWK-Berufen wie 2011, zeigt der Bildungsbericht. Auch in kleineren Berufsfeldern, wie Gartenbau oder Landwirtschaft, blieb die Zahl der Ausbilddungsverträge in den vergangenen Jahren stabil.

Bereiche wie Hotel und Gastronomie, Handel und Lebensmittel oder das Lebensmittelhandwerk profitieren dagegen nicht von der steigenden Zahl der Neuverträge. Hier werde es auch künftig für die Betriebe nicht einfacher werden, ihre Ausbildungsplätze adäquat zu besetzen, ist das Resümee des Bildungsberichtes.

Generell werden im Wittelsbacher Land so viele Ausbildungsplätze wie seit Jahren nicht mehr angeboten. Auf 100 Absolventen kommen 120 Lehrstellen. Zunehmend scheint die berufliche Ausbildung auch für Abiturienten oder Absolventen von Fachhochschulen eine Alternative zum Studium zu werden. Der Anteil der Auszubildenden mit Hochschulreife stieg bei der IHK auf 17 Prozent und bei der Handwerkskammer auf sieben Prozent an. Positiv wirkt sich laut dem Bericht die Entwicklung der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen aus. Der demografisch bedingte Rückgang in der Altersgruppe konnte durch die unerwartet hohe Zuwanderung junger Geflüchteter gestoppt werden, heißt es im Bildungsbericht.

Im Juli 2017 schlossen 36 Neuzugewanderte erfolgreich die Berufsintegrationsklassen in Aichach ab. 13 davon begannen eine Ausbildung, sechs haben einen Arbeitsplatz. Die restlichen 17 befinden sich in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen. „Diese positive Entwicklung ist jedoch kein Selbstläufer und wird auch in Zukunft durch passgenaue Angebote beim Übergang von Schule in Beruf flankiert und begleitet werden müssen“, heißt es im Bericht.

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