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Aichach

07.04.2021

Besonderes Musikerlebnis in der evangelischen Kirche in Aichach

Gestalteten den Abendmahlgottesdienst in der evangelischen Kirche: Kirchenmusiker Wolfgang Kraemer (Klavier) und Hartwig Simon (Fagott).
Foto: Claudia Neumüller

Plus Wolfgang Kraemer gestaltet mit Hartwig Simon am Fagott und Violinistin Veronika Horn den Karfreitag in der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche Aichach musikalisch.

Musik kann hoffnungsvoll stimmen oder in schwierigen Zeiten trösten. Mit Musik gestaltete Wolfgang Kraemer mit zwei weiteren Musikern den Karfreitag in der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche in Aichach.

Beim Abendmahlgottesdienst sang Pfarrer Winfried Stahl das Kirchenlied "Oh Haupt voll Blut und Wunden", nach einer ursprünglich weltlichen Melodie des Nürnberger Komponisten Hans Leo Haßler (1564-1612) und Johann Sebastian Bach. Den Text schrieb der protestantische Pfarrer Paul Gerhardt (1607-1676). Begleitet wurde Stahl von Kirchenmusiker Wolfgang Kraemer am Klavier.

Wolfgang Kraemer und Hartwig Simon (Fagott) tonierten dann den Weg Jesu bis ans Kreuz. Nach dem Kyrie hüllte sich das Gotteshaus in atonale Musik. Augustinus Franz Kropfreiter (1936-2003) komponierte diese "Sonata da chiesa lento". Ein Stück, fühlbar voller Leiden und Schmerz. Hartwig Simon schrieb dieses Werk explizit für Klavier und Fagott um.

Musiker entfalten in Aichach am Karfreitag eine eigene Kraft

Aus der Feder des Schweizer Musikwissenschaftlers und Komponisten Willy Hess (1906-1997) stammt das Quintett für Fagott, Streicher und Klavier. Kraemer und Simon ergänzten sich wunderbar und es gelang den beiden, eine eigene Kraft zu entfalten. Simon spielte dieses Stück vor vielen Jahren mit der Philharmonie Aichach, vorher Aichacher Kammerorchester.

Die Sonate in f-Moll für Fagott und basso Continuo, Triste und Andante von G. Ph. Telemann ertönte mit exzellenter Virtuosität. Auch hier zeigten Kraemer und Simon eine geniale, meisterhafte Leistung. Hier hatte man das Gefühl dass das Fagott die Musik trägt. "Christ lag in Todesbanden" von Johann Sebastian Bach, BWV 4.3. wurde sehr passend für diesen schmerzhaften Karfreitag ausgewählt. Girolamo Frescobaldi mit der Toccata g-Moll, Arr. für Fagott und Klavier von Hartwig Simon, zeigte sich als Hörgenuss. Die beiden tauchten in eine herrliche Klangwelt ein und ließen die Zuhörer daran teilnehmen.

Musik in Aichacher Kirche weist auf die Todesstunde Jesu hin

Auch für die Andacht am Nachmittag hatte Wolfgang Kraemer passende Musik, auf die Todesstunde Jesu hinweisend, ausgewählt. Kraemer und die Violinistin Veronika Dorn waren ein Beispiel für musikalischen Dialog. Pfarrer Winfried Stahl sprach die sieben Worte Jesu am Kreuz, die von der Musik "untermauert" wurden.

Die Andacht am Karfreitagnachmittag gestaltete die Violinistin Veronika Horn mit Wolfgang Kraemer am Klavier.
Foto: Claudia Neumüller

Francesco Maria Veracini, Sohn eines Apothekers, war ein italienischer Violinist und Komponist. Bei seinem Largo strich Dorn voller Anmut den Bogen über die Saiten, worauf Kraemer mit dem Klavier antwortete. Ein bedächtiges Stück, bei dem sich die Violine führend zeigte. Die Werke von Arcangelo Corelli hatten weitreichenden Einfluss auf die Entwicklung der Kammermusik. Die Musik seiner Sonata e-Moll, op. 6 Nr. 8, Preludio und Sarabanda ließen Kraemer und Dorn kraftvoll erklingen.

Evangelische Kirche in Aichach: Violine und Klavier im Miteinander

Reigen seliger Geister aus der Oper "Opheus du Euridike" von Christoph Willibald Gluck (1714-1787) erfüllten das Gotteshaus mit wunderbarer Musik. Auch hier wieder eine Unterhaltung zwischen Klavier und Violine, weich und sanft bewegt. Johann Sebastian Bach, Konzert für Violine und Streicher und Basso continuo, 2. Satz Adagio - herrlich getragen und langsam ist dieser Satz, den die Violine sowie das Klavier im Miteinander musizieren.

Das Gegenteil hierzu ist die Vocalise von Sergej Rachmaninoff mit entwaffnend einfachen Melodien und komplexer Harmonik. Das Klavier bekommt hier einen anderen Stellenwert. Kraemer sowie auch Dorn meisterten dieses Stück mit Bravour. Sehr andächtig spielten die beiden Musiker das "Air" von Johann Sebastian Bach. Hier war die Violine führend in der Hauptstimme, dennoch unterstützten sich beide sehr selbstbewusst.

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