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Petersdorf

26.11.2019

Betreuung: Warum es im Alsmooser Kinderhaus so eng ist

Erst kürzlich ist die Holz-Lok im Außenbereich des Kinderhauses eingezogen. Auch um diesen zu erhalten, kam den Beteiligten die Idee, das Bestandsgebäude aufzustocken.
Bild: Stefanie Brand

Die Zahlenprognosen für die kommenden Jahre und die pädagogischen Ansätze für den Kindergarten liegen bereits vor. Welche Erweiterung ist möglich und auch finanzierbar?

Spätestens seit der letzten Gemeinderatssitzung in Petersdorf ist das Problem in der Öffentlichkeit bekannt: Im Kindergarten St. Johannes Baptist in Alsmoos geht es recht eng zu (wir berichteten). Woher dieser Platzmangel resultiert und wie er behoben werden kann, erklären drei der Hauptakteure, die sich um die Entwicklung im Kindergarten bemühen: Petersdorfs Bürgermeister Dietrich Binder, Britta Gebauer, die Leiterin des Kinderhauses, und Centa Plöckl, Vertreterin des Trägers (Pfarrei Alsmoos-Petersdorf).

Aktuell befinde sich die Gemeinde Petersdorf in einer Phase, in der Informationen verschiedener Stellen zusammengetragen werden, erklärt Binder. So gibt es beispielsweise Hochrechnungen der Kinderzahlen, die – rein statistisch betrachtet – in den nächsten zehn Jahren im Kindergarten St. Johannes Baptist in Alsmoos betreut werden könnten. Etwa 20 Kinder unter drei Jahren werden demnach jährlich einen Platz in der Kinderkrippe brauchen; etwa 60 Kinder brauchen im Prognosezeitraum bis 2029 einen Platz im Kindergarten. Auch wenn die Kinderzahlen nur eine statistische Erhebung sind und für die Beteiligten ein wenig wie der „Blick in die Glaskugel“ anmuten, zeigt sich dennoch: Es scheint keinen explosionsartigen Anstieg zu geben.

Warum es in Alsmoos immer weniger Platz gibt

Warum es auch ohne drastischen Anstieg der Kinderzahlen zu beengten Verhältnissen kommt, hat andere Gründe. Die Anzahl der Kinder sei bereits in der Vergangenheit angestiegen (siehe Infobox) und die Buchungszeiten haben sich stark verändert. Einst war das Kinderhaus von acht bis 12 Uhr mittags geöffnet, heute werden die Kinder dort von sieben Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags betreut. Das wiederum führte auch zu einem Umdenken im pädagogischen Konzept und dem Wunsch der Kindergartenleitung nach einem Ruheraum für die Kindergartenkinder.

Betreuung: Warum es im Alsmooser Kinderhaus so eng ist

Vorgeschrieben ist so ein Ruheraum für über Dreijährige nicht, allerdings zeigt die Praxis laut der Kinderhausleiterin Britta Gebauer: „Die Ruhezeit mittags ist wichtig, sonst sind die Kinder nachmittags nur noch grätzig.“ Deswegen dürfen sich die Kinder im Kindergarten St. Johannes Baptist in Alsmoos mittags ausruhen – auch wenn es dabei manchmal etwas enger wird. Eng wird es beispielsweise auch zu den Essenzeiten, denn das Mittagessen, das mitunter auch ein Nebeneffekt längerer Öffnungszeiten ist, wird in den Gruppenräumen eingenommen – ein extra Speiseraum fehlt.

Kindergarten: Prognosen zwingen zum handeln

Die Zahlenprognose für die kommenden zehn Jahre und die pädagogischen Ansätze liegen nun bereits auf dem Tisch. Diese gilt es nun ebenfalls gemeinsam in ein Konzept münden zu lassen, das dem Kindergarten mehr Raum beschert und finanzierbar ist. Denkbar wäre eine Aufstockung des Bestandsgebäudes, das aus dem Kindergarten, dem Krippenanbau aus dem Jahr 2011 und dem Pfarrheim besteht, das aufgrund des erhöhten Platzbedarfs mittlerweile vom Kindergarten mitgenutzt wird. Statiker hätten bereits vorsichtig ein positives Signal gegeben, so Binder. Die Aufstockung des Bestandgebäudes würde Flächen sparen und den Außenbereich erhalten, der erst kürzlich um einen Holz-Lok erweitert wurde. Zudem könnte über eine Aufstockung, die aktuell lediglich angedacht aber mitnichten in trockenen Tüchern ist, die beengte Raumsituation für die Kinder und das Personal gleichermaßen behoben werden.

Rein rechtlich sieht es aktuell so aus: Es gilt für die Räumlichkeiten der sogenannte Bestandschutz. Das bedeutet: Solange keine Erweiterung geplant ist, darf der Betrieb weitergehen – auch wenn es eng zugeht. Wird eine neue Planung spruchreif, müssen auch Vorgaben erfüllt werden, die eine bestimmte Raumanzahl und -größe sowie bestimmte Funktionsräume vorschreiben – und zwar für die Kinder und für das Personal. Von der Erfüllung dieser Vorgaben hängen dann die Zuschüsse und die Nutzungsgenehmigung ab. Binder: „Wenn wir träumen dürfen, würden wir uns eine Flächenvermehrung von 100 Prozent wünschen, die mindestens für die nächsten zehn Jahre interessant und finanzierbar ist.“

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