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Lesung

24.09.2019

Bewegende Erlebnisse eines Rettungsassistenten

Im Affinger Bücherstüberl las Georg Lehmacher aus seinem neuesten Buch „Alles halb so wild!“, in dem er „verrückte Geschichten aus dem fast normalen Leben“ erzählt.
Bild: Fritz Käufer

Der Friedberger Georg Lehmacher erzählt im Affinger Bücherstüberl auch, wie er wieder zum Beten fand

Seit über dreißig Jahren ist Georg Lehmacher im Krankentransport und Rettungsdienst des Roten Kreuzes tätig. Seine Einsätze und die Gefühle, die dabei hochkommen, hat er in seinem Buch „Keine Angst, wir kommen“ verarbeitet. Passagen daraus präsentierte er jetzt im Affinger Bücherstüberl.

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Als „Multitalent“ begrüßte die stellvertretende Büchereileiterin Rita Hartl den Schriftsteller, Designer, Rettungsassistenten und Musiker Georg Lehmacher aus Friedberg. Nach dem Studium zum Kommunikationsdesigner und Tätigkeiten in diversen Werbeagenturen begann er 1986 gemeinsam mit seiner Frau Renate, Geschenkbücher zu veröffentlichen. Das „Kleine Buch der guten Wünsche“ ist dabei mit bisher über 600000 Exemplaren ein wahrer Verkaufsschlager.

In seinem neuesten Buch „Alles halb so wild!“ erzählt Lehmacher „verrückte Geschichten aus dem fast normalen Leben“. Damit begann der Autor seine Lesung im Affinger Bücherstüberl. Die zahlreichen Zuhörer ließen sich gerne verführen, das Leben und seine häufig skurrilen Begebenheiten von der heiteren Seite zu betrachten. Insbesondere das Thema, dass Frauen ja zu wenig zum Anziehen haben, sorgte für viele Lacher. „Es passieren einem jeden Tag kleine, seltsame Dinge, mit ganz normalen Menschen“, erläuterte Lehmacher. Seine Erzählungen, so wünscht er sich, sollen Leute „zu einem nachdenklichen Lachen bringen oder auch zu einem breiten Grinsen über Dinge, die eigentlich sehr alltäglich sind“.

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Zwischendrin präsentierte Lehmacher zusammen mit seiner Frau Renate ruhige selbstkomponierte Musikstücke mit Keyboard und leisen englischen Texten. „Bei den Musikstücken spart man sich die Gema-Beiträge und die englischen Texte sind nicht so plakativ“, erheiterte Lehmacher die Besucher. Einige wenige Titel hat der vielseitige Musiker – er spielt Klavier, Schlagzeug, Flöte und Cello – bereits fertiggeschrieben und plant, irgendwann mal eine CD zu produzieren.

Der zweite Teil der Lesung wurde dann sehr emotional, oder wie Lehmacher meinte „anstrengend“. In seinem Buch „Keine Angst, wir kommen“ erzählt er „Unfassbare Geschichten aus dem Rettungsdienst“, in denen er sehr viel Komisches, Schönes aber auch Tragisches und Trauriges erlebt hat.

Im Kapitel „Atemnot“, in dem eine junge Frau nur knapp dem Tod entkommt, gestand der ehrenamtliche Rettungsassistent und Familienvater: „Ich habe für die Frau gebetet.“ Mit Tränen in den Augen und teils brüchiger Stimme erzählte der Autor: „Ich habe Dinge erlebt, in denen es scheinbar keine Hoffnung mehr gab. Glauben Sie mir: Da habe ich das Beten wieder gelernt.“ Diese oft sehr persönlichen Momente mit anderen Menschen bringen ihn sowohl zum Nachdenken über sein Leben, als auch zu einer Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen. Trotzdem oder gerade deswegen möchte der inzwischen selbstständige Inhaber einer Designagentur die Einsätze im Rettungsdienst nicht missen. Zum Abschluss präsentierte er noch ein weiteres Musikstück vom Band, in dem auch das an diesem Abend leider „verhinderte Cello“ zu hören ist.

Mit langem Beifall und einem kleinen Geschenk des Bücherstüberls wurden Lehmacher und seine Frau Renate verabschiedet. (kf)

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