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Abenteuer

20.12.2019

Biker aus Adelzhausen fahren 17000 Kilometer durch Afrika

Franz Grieser aus Landmannsdorf (links), sein Sohn Maximilian (daneben) und Roman Dollinger fahren mit ihren Motorrädern achteinhalb Wochen durch Afrika. Uli Britzelmair aus Sielenbach begleitet die drei Abenteurer zwei Wochen lang mit einem Mietmotorrad. Dollinger hat die Tour geplant. In Hintergrund ist der Kilimandscharo in Kenia zu erkennen.
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Franz Grieser aus Landmannsdorf (links), sein Sohn Maximilian (daneben) und Roman Dollinger fahren mit ihren Motorrädern achteinhalb Wochen durch Afrika. Uli Britzelmair aus Sielenbach begleitet die drei Abenteurer zwei Wochen lang mit einem Mietmotorrad. Dollinger hat die Tour geplant. In Hintergrund ist der Kilimandscharo in Kenia zu erkennen.
Bild: Uli Britzelmair

Plus Acht Wochen sind Franz Grieser und seine drei jungen Begleiter auf ihren Motorrädern unterwegs von Kenia nach Südafrika und dann nach Namibia. Sie erleben Atemberaubendes.

Franz Grieser ist seit Jahrzehnten mit Motorrädern auf der ganzen Welt unterwegs. In diesem Jahr ist der 60-Jährige aus Landmannsdorf (Gemeinde Adelzhausen) gemeinsam mit Uli Britzelmair, 24, aus Sielenbach, Roman Dollinger aus Adelzhausen, 29, und Sohn Maximilian Grieser, 33, aus Landmannsdorf 17000 Kilometer durch zwölf Länder des schwarzen Kontinents gereist. „Mombasa, Capetown, Windhuk – Afrika jenseits der Hauptrouten“, so heißt der Titel der Diavorträge, die Grieser ab der nächsten Woche in der Region zeigt (siehe Infoartikel). Spendengelder aus den Vorträgen will er wieder bei seiner nächsten Reise durch Zentralasien an Arme verteilen.

Wir liegen in unseren winzigen Zelten im Queen Elizabeth Nationalpark im Süden Ugandas. Das Grunzen der Hippos und das Raunen der Löwen sind wir ja schon von der vorherigen Nacht gewohnt. Doch plötzlich zerreißt ein markerschütterndes Brüllen die Stille der Nacht. Ein Löwe! Er muss ganz nah sein. Das Gebrüll ist so laut, als würde er neben meinem Zelt sitzen. Die Guides des Touristenbusses, die ebenfalls hier campieren, scannen aufgeregt mit Taschenlampen den Busch. Ich verlasse mein Zelt und gehe zu den Guides. Sie sagen, das war ein Löwe. Er ist verdammt nah. Hier am Campingplatz gibt es keine Zäune und auch keinen bewaffneten Ranger. „This is a big problem“, sagt der Guide. Ich lege mich vorsichtshalber wieder ins Zelt. Ob ich hier sicherer bin, weiß ich zwar auch nicht, doch es ist momentan mein einziger Unterschlupf. Für den Rest der Nacht ist Ruhe. Scheinbar haben die Lampen der Guides den Löwen erschreckt. Ich hoffe es zumindest. Am nächsten Morgen verlassen wir den Park. Nicht weit vom Campingplatz entfernt liegen zwei Löwen neben der Straße. Es sind bestimmt die beiden, die unsere Nachtruhe gestört haben. Sie sehen so friedlich aus. Doch man sollte vorsichtig sein, zumindest wenn diese Begegnung im Sattel eines Motorrades stattfindet.

Mit dem Mietmotorrad durch Afrika

Wieder einmal bin ich mit dem Motorrad unterwegs von der Hafenstadt Mombasa (Kenia) in Ostafrika nach Kapstadt (Südafrika) an die Südspitze des Kontinents. Ich begleite meinen Sohn Maximilian und seinen Freund Roman, die diese Tour geplant haben. Nach einem kurzen Abstecher zum Kilimand-scharo, ins Massai-Gebiet, erreichen wir Nairobi. Hier bekommt Uli sein Mietmotorrad. Er will uns für zwei Wochen mit einem Mietmotorrad begleiten. Auf unglaublich schlechten Pisten umfahren wir den Mount Elgon in Uganda. Idyllisch liegen die kleinen Rundhüttendörfer an den Hängen des Vulkans.

Biker aus Adelzhausen fahren 17000 Kilometer durch Afrika

An den Ausläufern des Ruwenzori-Gebirges fahren wir weiter nach Kasese zum Queen Elizabeth Nationalpark. Dabei überqueren wir den Äquator. Nun befinden wir uns auf der südlichen Halbkugel unseres Planeten. Der Queen Elizabeth Nationalpark ist der einzige Park Afrikas, in dem man mit einem Motorrad einen „Game Drive“ machen kann. Noch vor Sonnenaufgang sind wir mit den Motorrädern im Park unterwegs. Oryxe, Rappenantilopen. Impalas und Kudus ziehen durch das Buschland. Doch wo sind die großen Tiere, die wir suchen? Nach drei Stunden machen wir kehrt und fahren etwas enttäuscht zurück. Ein Wasserloch zwingt uns zu einer Umfahrung eines Tümpels. Und plötzlich sehen wir sie. Das Wasserloch ist voller Hippos (Flusspferde). Mindestens 20 Stück suhlen sich im Schlamm. Die Bullen kämpfen mit weit aufgerissenem Maul um die besten Plätze. Wir stehen mit unseren Maschinen nur ein paar Meter vom Tümpel entfernt. Ein einmaliges Erlebnis.

Elefanten kommen aus dem Busch

Plötzlich entwickelt sich eine Staubwolke von links. Eine Herde Kaffernbüffel mit mindestens 100 Tieren kreuzt vor uns die Straße. Hier ist es besser, den Tieren die Vorfahrt zu lassen. Kurz vor unserem Campingplatz bricht eine Herde Elefanten aus dem Busch und überquert die Straße. Seelenruhig, wie auf Samtpfoten wandern diese Riesen beinahe lautlos dahin. Wie angewurzelt stehen wir nur 20 Meter mit unseren Maschinen entfernt und beobachten diese wunderschönen Tiere, bis sie wieder im Busch verschwunden sind. Und zu guter Letzt rauben uns die Löwen auch noch die Nachtruhe. Ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

Von Mbarara wollen wir nach Malongo im Lwengo Distrikt. Dort liegt die „primary shool“ von Robert Mtungole, einem Lehrer, den wir schon bei unserer letzten Afrikareise besucht haben und mit Spendengeld versorgt haben. Nun wollen wir sehen, was denn mit dem Geld passiert ist, das er von mir und Peter auch von Deutschland aus erhalten hat. Robert begrüßt uns herzlich. Die Kinder der ganzen Schule stehen wohlerzogen im Schulhof und singen uns ein Willkommenslied. Stolz zeigt er uns das kleine Gebäude, das er mit unserem Geld gebaut hat. Nun hat die Schule sogar ein eigenes WC und Latrinen.

10000 Tutsi grausam ermordet

Ruanda wird auch das Land der 1000 Hügel genannt. Durch die wunderschönen Teeplantagen Ruandas erreichen wir Nyamata, das 60 Kilometer südlich von Kigali liegt. Hier an der Kirche wurden beim Genozid in den 1990er-Jahren in einer Nacht 10000 Menschen vom Volk der Tutsi auf grausamste Art und Weise ermordet. Betroffen sehen wir uns die Genozid-Gedenkstätte an, bevor wir nach Tansania fahren. Dort machen wir es uns nicht leicht. Wir wollen die 700 Kilometer extrem harte Piste am Tanganjikasee entlangfahren. Dies ist der kürzeste, aber auch der anstrengendste Weg nach Malawi. Uli hat uns mittlerweile verlassen. Sein Urlaub geht langsam zu Ende. Er macht sich alleine auf den Weg zurück nach Nairobi.

200 Kilometer führt die Piste durch Wald und Busch. Paviane und Antilopen kreuzen manchmal die Straße. Die sandigen Passagen führen immer wieder zu Stürzen. Manchmal sind harte, ausgefahrene Spurrillen der Laster unter der feinen staubartigen Piste. Wenn man in so eine Spurrille gerät, ist ein Sturz eigentlich vorprogrammiert. Der Staub kriecht in jede Ritze der Kleidung, des Körpers und des Motorrads. Wir brauchen mehrere Tage, bis wir wieder eine vernünftige Straße erreichen. Doch irgendwann stehen wir an der Grenze zu Malawi. Die Grenzformalitäten sind in Afrika nicht immer einfach. Es ist bereits dunkel und es fließen viele Dollars, bis wir das Grenzgelände verlassen können. Der Malawisee ist der neuntgrößte und zugleich der fischreichste See der Erde. Weiße Sandstrände säumen türkisfarbene Buchten, die den Blick auf endloses Blau am Horizont freigeben.

Simbabwe ist pleite

Über Mosambik erreichen wir Simbabwe. Das Land ist pleite. Es hat keine eigene Währung mehr. Es gibt auch nirgendwo Benzin. Manchmal können wir auf dem Schwarzmarkt ein paar Liter kaufen. Es ist nicht einfach, doch wir kommen durch. Mit beinahe leeren Tanks erreichen wir den Karibasee in Sambia. Im Norden von Botswana liegt das „Senyati Waterhole“. Der Weg dorthin ist sehr sandig. Wir schlingern mit den schwer bepackten Maschinen durch den Sand und sind heilfroh, als wir endlich am Wasserloch ankommen. Es ist heiß. Das Thermometer steigt auf 40 Grad. Wir sitzen am Aussichtsplatz und am Wasserloch tummeln sich 30 Elefanten. Nur etwa 30 Meter trennen uns von der Herde. Kein Zaun, keine Betonwand, nichts ist zwischen uns und diesen grauen Riesen.

Die Strecke hinunter nach Südafrika ist Gott sei Dank noch nicht asphaltiert, sodass der Mythos Sanipass seinen Namen noch verdient. Wie eine Schlange zieht sich die steile, steinige Piste in unendlichen Kehren den Berg hinunter. Links und rechts türmen sich hohe, beinahe senkrechte Felswände auf. „Quathlamba“ nennen die Eingeborenen diese Felsen, was so viel heißt wie Barriere der aufrecht stehenden Speere. Die Landschaft ist genial. Ein Sturz hätte aber schmerzhafte Folgen, da ein Großteil der Piste aus Fels und Gestein besteht.

Temperatur steigt auf 49 Grad

Immer am Indischen Ozean entlang nähern wir uns langsam Kapstadt. Unser Ziel ist der südlichste Punkt Afrikas. Das Kap Agulhas, das den Indischen Ozean und den Atlantik voneinander trennt. Auf dem Weg zurück Richtung Norden nach Namibia liegt die Außentemperatur am Nachmittag bei 49 Grad. Der Sand glüht. Die Luft brennt auf der Haut. Eine einsame Piste führt uns zum Fish River Canyon, dem zweitgrößten Canyon der Erde. Von den Tirasbergen geht es hinunter in die Sossusvlei Wüstenlandschaft. Eingerahmt von roten Bergen liegen die gelben Sandfelder der Namib. In der Ferne stehen Zebras in einem roten Sandfeld. Eine einsame Naturlandschaft, wie sie schöner nicht sein könnte.

Nach vielen Erlebnissen geht nach achteinhalb Wochen in Windhuk die Reise zu Ende. Unsere Motorräder haben uns 17000 Kilometer durch zwölf Länder Afrikas gebracht. Bis auf ein paar Reifenpannen hatten wir so gut wie keine Probleme.

Termine und Infos zu den Dia-Vorträgen in der Region

Donnerstag, 26. Dezember, zweiter Weihnachtsfeiertag, Sielenbach, Pfarrheim.

Freitag, 27. Dezember, Sielenbach, Pfarrheim.

Samstag, 28. Dezember, Adelzhausen, Turnhalle Schulstraße 13.

Samstag, 4. Januar, Thalhausen (Markt Altomünster), Bürgerhaus.

Freitag, 10. Januar, Zahling (Gemeinde Obergreisbach), Bürgerhaus Aichacher Straße 14.

Samstag, 11. Januar, Alsmoos (Gemeinde Petersdorf), SSV-Sportheim.

Freitag, 17. Januar, Hilgertshausen, Gasthaus Häuserer.

Samstag, 18. Januar, Hilgertshausen, Gasthaus Häuserer.

Freitag, 24. Januar, Klingen (Stadt Aichach), Bürgerhaus.

Samstag, 25. Januar, Untergriesbach (Aichach), Gasthaus Wagner.

Beginn Jeweils 19 Uhr.

Dauer Etwa zwei Stunden.

Eintritt Der Eintritt ist frei.

Besucher Bei den früheren Diavortragsreihen von Grieser waren insgesamt zwischen 1500 und 2000 Besucher.

Spenden Spendengelder, die bei den Vorträgen eingenommen werden, verteilt Franz Grieser bei seiner nächsten Reise im Juni 2020 unter armen Menschen in Zentralasien und in der Mongolei. Laut Grieser sind zuletzt Beträge in Höhe von 8000 Euro gespendet worden. (AN, cli)


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