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19.05.2009

Bilder, die Freude am Leben ausstrahlen

Aichach Selten ist der Andrang bei einer Vernissage so groß, wie er es am Freitagabend in der Aichacher Werkstatt-Galerie Schiele war. Noch bis Mitte August sind dort die Arbeiten des verstorbenen Osterzhausener Künstlers Reinhart Robiyan Wolke zu sehen. Die Ausstellung ist etwas Einzigartiges, denn seit seinem Tod 2005 waren seine Arbeiten hier in keiner öffentlichen Ausstellung mehr zu sehen.

Es sind farbenfrohe Bilder, die Freude am Leben ausstrahlen, voller Symbolik stecken und eine geballte Ladung Exotik mitbringen. Die Arbeiten sind Teil einer großen Ausstellung in Indonesien, die der Künstler dort vor einigen Jahren erfolgreich präsentiert hat. Es ist nicht zu übersehen: Indonesien, der Inselstaat, in dem Wolke die letzten 16 Jahre seines Lebens verbrachte, hat ihn mit seiner Kultur und seinen Geschichten inspiriert. "Er war kein Denker und Zweifler, sondern ein Mensch voller Begeisterung und Energie", sagte Ulrike Schiele bei der Eröffnung. Konsequenz und Geradlinigkeit hätten ihn ausgezeichnet.

Aber auch ein großer Schaffensdrang. Der junge Wolke reiste viel, war viele Jahre in Afrika und Asien unterwegs. Meistens mit dem Fahrrad. Er fotografierte und malte und finanzierte sich seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Zeitungsartikeln für die Heimat. Zurück in Deutschland bewarb er sich als "Spätberufener" an der Kunstakademie in München, wurde dort aber erst nach der dritten Bewerbung mit 29 Jahren aufgenommen. Schon nach einem Jahr erhielt er mit dem Stipendium "Studienstiftung des deutschen Volkes" eine große Auszeichnung.

14 Jahre lang lebte und arbeitete er in Osterzhausen

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Nach dem Studium übersiedelte er mit Frau und Kindern nach Osterzhausen (Gemeinde Pöttmes), wo er 14 Jahre lang lebte und arbeitete. In dieser Zeit entstanden viele Kunstwerke für den öffentlichen und den privaten Raum. Er übernahm zum Beispiel die Gestaltung des Friedhofes in Langweid oder des Kellers des Gersthofener Bürgerhauses, baute den Maibaum in Osterzhausen und einen Brunnen für die Raiffeisenbank in Pöttmes. Dann führte ihn sein Weg nach Java, wo er sich ein pyramidenförmiges Haus und Atelier baute. Er studierte das Brauchtum und allgemein das Leben und setzte seine Beobachtungen in Bilder und Skulpturen um. "Ich denke, er war ein Suchender, der in seinem Schaffen grandiose Werke als Bildhauer und Maler erschaffen hat", meinte Schiele.

Laufzeit und Öffnungszeiten Die Ausstellung ist bis 15. August in der Galerie Schiele in der Aichacher Bauerntanzgasse 3 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 10 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 12.30 Uhr.

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