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Benefiz

13.11.2018

Bilderauktion: Kunst hilft dem geschundenen Jemen

Der Schauspieler und ehemalige Intendant der Clingenburg-Festspiele, Marcel Krohn, war mit seiner Ehefrau angereist, um der Jemenhilfe von Theaterleuten gesammelte Spenden in Höhe von 8500 Euro zu übergeben (links).
Bild: Manfred Zeiselmair

Eine Matinee zum 20. Jahrestag der Grundsteinlegung für das Krankenhaus in Al Mihlaf bringt Geld für die Aichacher Jemenhilfe. Etwa 150 Gäste waren im Kino.

Aenne Rappel war zufrieden. „Es hat sich gelohnt“, lautete ihr Fazit, als am Sonntagnachmittag eine Matinee zum 20. Jahrestag der Grundsteinlegung für das Jemenhilfe-Krankenhaus in Al Mihlaf zu Ende ging. Dass dieser Tag trotz des Bürgerkriegs besonders gewürdigt werden sollte, lag nicht nur der Vorsitzendenden der Vereine Jemenhilfe und Jemen-Kinderhilfe sehr am Herzen. Etwa 150 Gäste aus Nah und Fern waren ins Aichacher Cineplex-Kino gekommen.

Bei ihrer Begrüßung blickte Rappel auf „steinige Jahre“ zurück. Angesichts des seit vier Jahren dauernden Krieges steige die Zahl der Betreuten immer mehr. „Derzeit überweisen wir für etwa 80 Kinder und 20 Mitarbeiter 7000 Euro im Monat“, berichtete Rappel. „Gottseidank blieb das Krankenhaus bis heute unversehrt“, sagt sie und ergänzte: „Wohl auch, weil unsere Mitarbeiter Freund und Feind gleichermaßen behandeln.“

Die furchtbare und ausweglose Situation im Jemen bedauerte auch die ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete Iris Eberl, in ihrer Begrüßung: „Das Leiden dieser Millionen Menschen scheint nicht von weltbewegendem Interesse zu sein.“ Umso wichtiger für die Menschen dort sei der große Einsatz der Jemenhilfe-Mitarbeiter, „mit ihrer Wut auf die Situation dort und auf deren Verursacher“. Klare Worte fand auch der beruflich verhinderte Schirmherr der Veranstaltung, Entwicklungshilfeminister Gerd Müller, dessen Grußwort Eberl verlas. Wegen der Sicherheitslage sei kein deutsches Personal in Jemen. Jemenitische Mitarbeiter führten jedoch Projekte zur Versorgung der Bevölkerung etwa mit Trinkwasser weiter. Müller betonte am Beispiel der Jemenhilfe die Wichtigkeit kleiner Hilfsorganisationen, die manchmal Wege einschlagen könnten, die für den Staat nicht gangbar seien.

Mitarbeiter haben sich zum Jubiläum einiges einfallen lassen

Die Mitarbeiter des Fördervereins hatten sich zum Jubiläum einiges einfallen lassen: An einem Informationsstand stand Petra Rappel, Tochter der Vorsitzenden, Rede und Antwort. Auf großen Leinwand-Tafeln zeigten erschütternde Bilder abgemagerte Kinderkörper, verzweifelte Väter, die um ihre toten Angehörigen trauern, hilflose Mütter vor notdürftigen Zeltunterkünften und Trümmerlandschaften zerbombter Häuserfronten. Auf den Cineplex-Bildschirmen im Kino-Foyer lief eine Bilder-Schau vom Krankenhaus und den Kinder-Hilfsprojekten. Bei Kaffee und Kuchen oder arabische Spezialitäten kamen die Besucher schnell ins Gespräch. Im Kino-Obergeschoss konnten die Besucher beim Weihnachtsbasar Porzellan-Engel, Christbaumkugeln und Jemenhilfe-Gewinnkalender kaufen. Bei einer von Kurator Hans Wiedemann zusammengestellten Auktion kamen etwa 30 von schwäbischen Künstlern gestiftete Bilder unter den Hammer. Als Auktionator akzeptierte der gut aufgelegte ehemalige Rektor der Grundschule Aichach-Nord, Rupert Jung, alle Zahlungsarten. „Wir nehmen sogar Kleinwagen in Zahlung“, verkündete er augenzwinkernd und versuchte mit viel Wortwitz, den höchstmöglichen Preis zu erreichen. Der anschließende Spielfilm „Das Mädchen Wadjda“, bescherte der Jemenhilfe einen vollen Kinosaal und erntete zustimmenden Applaus. Von der Veranstaltung beeindruckt zeigten sich nicht nur die Besucher, sondern abschließend auch Aenne Rappel. „Ich bin überwältigt von der großen Anerkennung und Hilfe, die uns heute entgegengebracht wurde.“ Bisher seien knapp 13000 Euro eingegangen oder zugesagt. „Und ich bin mir sicher, es werden noch mehr“, war sie zuversichtlich.

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