Newsticker
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Impfung mit AstraZeneca erhalten
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Blechbläser heben ab

Konzert

25.11.2019

Blechbläser heben ab

Elisabeth Fessler, Hans Zellner, Alexander Steixner, Andreas Binder und Manfred Häberlein (von links) nahmen die Zuhörer mit Charme und musikalischem Können für sich ein.
Foto: Manuela Rieger

Harmonic Brass überzeugt im Pfarrzentrum St. Michael. Quintett gehört international zu den besten seiner Art

Dass jeder für sein Leben eine ganz individuelle Playlist hat, davon sind die Mitglieder von Harmonic Brass überzeugt. Dafür sind die Bläser auf den Dachboden gestiegen und haben in den eigenen tönenden Erinnerungen gewühlt: Zutage gefördert hat das Münchner Quintett dabei Musikwerke, die zu seinen ausgemachten Lieblingsstücken gehören. Moderator Andreas Binder war sich sicher: Mit der Playlist der eigenen Biografie gibt es so manche Überschneidung.

Das Repertoire reichte von Georg Friedrich Händel über Wolfgang Amadeus Mozart und Léon Boëllmann bis hin zu amerikanischem Swing. Gleichzeitig stellte Binder, der charmante Moderator und Hornist, beim Konzert im Aichacher Pfarrzentrum St. Michael die Mitglieder vor, indem er fiktive Briefe jedes Einzelnen an den jeweiligen Komponisten vorlas und damit die Herkunft der Spieler benannte. Alt und bewährt sind die Arrangements des Trompeters Hans Zellner. So entstand ein sehr abwechslungsreiches Konzert auf höchstem Niveau.

Hornist Andreas Binder, die Trompeter Elisabeth Fessler und Hans Zellner, Tubist Manfred Häberlein und Posaunenspieler Alexander Steixner sind exzellente Einzelmusiker, die perfekt harmonieren. Animierende Champagner-Spritzer bot der junge Posaunist als Don Giovanni in dessen „Champagner-Arie“ mit warmem und zugleich markigem Ton: ein ausnehmend belebender Neuzugang.

Wie Steixner hatten auch die anderen Musiker ihre Solo-Auftritte. Trompeterin Elisabeth Zellner beispielsweise imponierte besonders mit klarem, schmissigem Klang beim Stück „Königin der Nacht“ aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ und blies bei Georges Bizets „L’Arlesienne“-Suite bei sehr schnellen Läufen hoch hinauf.

In drei Sätzen aus Bachs Orchestersuite Nr. 3 kamen die Töne so blitzsauber intoniert, die berühmte „Air“ floss in schönster Legato-Kultur des Trompeters dahin, grundiert von weichen Tuba-Tupfern, die „Gigue“ hüpfte erfrischend beweglich. Auch Trompeter Hans Zellner stach immer wieder mit schnellen Fanfaren heraus, teilweise wirkte es fast so, als würden sich die beiden Bläser ein Duell liefern.

In der ursprünglich für Orgel komponierten „Suite Gothique“ von Léon Boëllmann prunkte das Bläser-Quintett mit opulentem Sound, einem weichwarmen Flügelhorn-Duett ohne rhythmische Schluchzer und einer meisterhaft hingefetzten „Toccata“, in der die beiden Trompeter Lippen-Schwerst-Arbeit lieferten. In gleichsam geballter Ruhe kam die Händel-Arie „Lascia ch’io panga“ daher.

Die Ouvertüre zu „Guillaume Tell“ von Gioachino Rossini mit aufbrandendem Gewitter und Reitermusik, wobei zur langsamen Einleitung die zwei Trompeter zum Horn wechselten: bravourös gespielt. Dann stieg die Laune mit einem Swing-Potpourri und der rhythmisch in Kuba angesiedelten „Susannata“ von Mulo Francel, in der die Stunde des Tubisten Manfred Häberlein schlug. Er glänzte bei der Zugabe, den Variationen über „Funiculi, Funicula“, mit einem hochvirtuosen Schnellspielrekord. Mit einem alpenländischen Abendsegen klang das Konzert aus. Es verband Blechbläsermusik bester Qualität mit Vergnügen auf hohem Niveau. (riem)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren